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Mit einer großen Plane wird der Verkaufsstand abgedeckt. Damit die Waren nicht so nass werden.

Flohmarkt auf dem Volksfestplatz

Schnäppchenjagd trotz Schmuddelwetters

Fürstenfeldbruck - Beim Flohmarkt auf dem Volksfestplatz wurden die meisten Standlbesitzer und Besucher recht nass. Schnäppchenjäger kamen aber trotzdem auf ihre Kosten – oder auch gerade deswegen.

Anni und Günter Berg haben eine Küchenuhr ergattert.

Beständig prasselt der Regen auf die mit Folien und Planen abgedeckten Verkaufstische, doch trotz der widrigen Umstände hat es einige Brucker zum Schlendern auf den Volksfestplatz gezogen. Einige Aussteller packen um 8.30 Uhr, eine halbe Stunde nach Verkaufsbeginn, schon wieder zusammen und retten ihre Bücher, Kleidungsstücke und Dekorationsartikel vor dem stärker werdenden Nieselregen. Andere harren aus, warten mit Kapuzen und Schirmen, dass das Wetter besser wird.

Günter und Anni Berg haben aber Glück: An einem regenfesten Stand haben sie eine Küchenuhr entdeckt, die ihnen gefällt. Mit der Verkäuferin handeln sie schnell den Preis aus, für zwei Euro gibt es das hoffentlich noch funktionierende Stück.

Eigentlich verkaufen die beiden Brucker immer selbst einiges auf dem Markt, besonders Anni Bergs Damenmode. Auch heute stand das Auto mit den Sachen schon auf seinem Stammplatz, um sechs Uhr sind die beiden Rentner aufgestanden, um alles aufzubauen. Vor Ort haben sie sich dann aber anders entschieden und die Kleidung im Auto gelassen, heute sind sie nur Besucher, keine Verkäufer – „bei dem miesen Wetter“, wie Günter Berg sagt. Dass sie schon so zeitig auf den Beinen waren, freut Anni Berg aber trotzdem: „So früh ist das nämlich für mich nicht“, erklärt die Rentnerin, die schon einige Schätze ergattert hat.

"Was längere Zeit im Keller stand, wird aussortiert und verkauft"

Während das Ehepaar Berg seine Angebote gar nicht erst aus dem Auto herausgeräumt hat, nutzen viele andere die Chance, ihre überzähligen Habseligkeiten weiterzuverkaufen. Bergs schlendern an Isabelle Pawletkos Decke vorbei, die sie auf dem Boden ausgebreitet hat. Die 37-Jährige hat hier helle Dekorationsgegenstände zum Verkauf bereitgestellt. „Was längere Zeit im Keller stand, wird aussortiert und verkauft“, erklärt sie.

Jetzt klammert sich die Thierhauptnerin (Landkreis Augsburg) bei zunehmendem Regen an den rot-blauen Kinderschirm ihrer Tochter. „Den wollte ich eigentlich verkaufen, aber jetzt kann ich ihn gut selbst brauchen“, sagt sie schmunzelnd. Zu den eleganten weißen Wohnaccessoires hätte das bunte Schirmchen auch nicht so gut gepasst.

Schon seit sechs Uhr hat die Thierhauptnerin aufgebaut, einiges hat sie seither schon an den Mann gebracht. „Manche kamen direkt nach dem Aufbau und haben sich nach einigen Sachen erkundigt“, berichtet die 37-Jährige. Besonders Elektrogeräte seien gefragt. Auch jetzt gehen einige Kunden an Isabelle Pawletkos Decke vorbei und erfragen die Preise der Dekorationsstücke.

Anstrengend ist der Vormittag für die 37-Jährige schon. Müde ist sie jetzt aber kaum, während sie auf Kundschaft wartet. Aber aufs Ausruhen am Nachmittag freut sie sich trotzdem.

Währenddessen wird das Wetter immer schlechter, dicke Tropfen prasseln auf die Besucher und Verkäufer ein. Innerhalb von ein paar Minuten haben einige Standlbesitzer die Segel gestrichen und alle ihre Angebote in Taschen gepackt oder ins Auto verfrachtet. Damit nichts richtig nass wird, muss es schnell gehen – ein Glück für Joshua Krohn. Denn weil die Verkäufer besonders Bücher loswerden wollen, bevor die klatschnass und unbrauchbar werden, hat der 22-Jährige für ein paar Euro einige dicke Schmöker erstanden.

Viele Verkäufer wollen eigentlich wieder zusammenpacken und ihre Sachen ins Trockene bringen, aber trotzdem wenigstens noch ein paar Dinge verkaufen. An einem Standl steht schon fast das Wasser in den Tassen und Töpfen, die verkauft werden sollen. Joshua Krohn schlägt zu und bekommt einen großen, gusseisernen Wok für fünf Euro. Aber verglichen mit einem anderen Schnäppchen, das der Eichenauer ausgeschlagen hat, ist das nichts: „Vorhin hat mir jemand seinen ganzen Tisch mit allen Sachen für 15 Euro angeboten.“

von Maria-Mercedes Hering

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