Das Beherrschen der Sprache ist ein Schlüssel zur Integration: Ickinger Gymnasiasten geben Grundschülern mit Migrationshintergrund Nachhilfe. SymbolFoto: dpa
+
Das Beherrschen der Sprache ist ein Schlüssel zur Integration:

Landkreis Fürstenfeldbruck

Schritt für Schritt zu mehr Integration

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
    schließen

Damit Integration im Landkreis besser gelingt, soll ein breites Konzept ausgearbeitet werden. Für das große Aufgabengebiet haben die Verantwortlichen nun sechs Arbeitsbereiche definiert und präsentiert.

Landkreis – Vor rund neun Monaten hat der Kreistag einhellig für die Erarbeitung eines Integrationskonzeptes gestimmt. Die Kreisverwaltung und der Referent für Integration und Migration, Hans-Heinrich Sautmann, wurden beauftragt, das Konzept auszuarbeiten. Bei einer Auftaktveranstaltung wurde nun die Arbeit aus den vergangenen Monaten, zukünftige Ziele sowie das Kernteam des Projekts vorgestellt.

Bereits im vergangenen Jahr habe man zum Thema Integration viele Stimmen und Informationen eingeholt, berichtete Mirko Sfeir, Integrationsbeauftragter im Landratsamt. Dann habe er zusammen mit Sautmann Anfang des Jahres für das vierköpfige Kernteam des Projekts Andrea Gummert (Caritas Fürstenfeldbruck) und Michael Gumtau (AWO Eichenau) ins Boot geholt.

Mit sechs Arbeitsbereichen will man das „große Aufgabengebiet Integration“ angehen, so Sautmann. Diese sind: Bildung und Sprache; Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft; Kunst, Kultur und Religion; Interkulturelle Öffnung/ antirassistische Orientierung; Leben in der Gesellschaft; Lebensumfeld: Wohnen und Gesundheit.

Verstärkung erhält das Kernteam durch einen 23-köpfigen Entscheidungskreis. Dafür habe man kommunale Referenten für Integration oder Soziales im Landkreis kontaktiert und in das Projekt einbezogen. Wie Referent Sautmann berichtet, seien 13 Personen mit Einwanderungsgeschichte im Team dabei sowie zwölf Mitstreiter aus Institutionen und Verbänden, wie Jobcenter, Schulamt und Asylhelferkreis.

Der Entscheidungskreis tagt ab sofort alle zwei bis drei Monate. „Seine verantwortliche Aufgabe liegt in der Entscheidungsinstanz“, sagte Sautmann. Das Gesamtergebnis würde dann dem Kreistag zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

15 Prozent der Landkreisbürger haben einen Migrationshintergrund, sagte Landrat Thomas Karmasin. In den Grundschulen im Landkreis sei der Anteil noch höher, wie Projektleiter Sautmann erklärte. Hier seien es 40 bis 50 Prozent der Schüler. Erkennbar sei auch in Statistiken, dass die Kommunen, die näher an München sind, einen höheren Migrations-Anteil haben.

„Das Thema Integration hat an Bedeutung zugenommen“, sagte Landrat Thomas Karmasin. Mit dem Integrationskonzept wolle man das Beste aus der Situation machen.

Bis das Konzept für den Landkreis endgültig steht, dauert es noch. Bis Frühjahr 2023 soll die Erarbeitung abgeschlossen sein. Im Herbst 2023 will man es dem Kreistag zum Beschluss vorlegen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare