Im Februar 2016 war Max Mannheimer zuletzt am Graf-Rasso-Gymnasium. Hier mit Schulleiterin Doris Hübler. 

Gedenkveranstaltung

Schüler erinnern an KZ-Überlebenden Max Mannheimer

Viele Jahre lang hat der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer regelmäßig das Graf-Rasso-Gymnasium besucht. Der jüdischstämmige Zeitzeuge berichtete von seinen furchtbaren Erlebnissen während des nationalsozialistischen Regimes. 

Fürstenfeldbruck– Generationen von Schülern lauschten seinen traumatischen Erinnerungen – doch am 23. September vergangenen Jahres ist Max Mannheimer im Alter von 96 Jahren verstorben.

„Wir hätten ihn sehr gerne auch für dieses Jahr wieder eingeladen“, sagt Wolfgang Seufert, Leiter der Fachschaft Geschichte am Graf-Rasso-Gymnasium. Weil das aber nicht mehr möglich war, haben Lehrer und Schüler zu Ehren Mannheimers eine kleine Feier organisiert. Über 400 Schüler haben an die außergewöhnliche Persönlichkeit und den Leidensweg des Shoa-Überlebenden erinnert.

Zum Auftakt der Veranstaltung wurden Au

sschnitte aus dem Dokumentarfilm „Der weiße Rabe“ gezeigt, der die Qualen nachzeichnet, die Mannheimer während seiner jahrelangen Inhaftierung in den Konzentrationslagern erlebt hat. Der Film zeigt ihn während seiner ersten Wiederbegegnung mit dem früheren Vernichtungslager Au–schwitz und auch bei einem Besuch in seiner tschechischen Heimatstadt Neutitschein. Ergänzt wurden die Ausschnitte durch Passagen aus Mannheimers Biographie „Drei Leben“. Schüler der Q11 haben ausgewählte Passagen daraus vorgelesen, um die Erinnerungen des KZ-Überlebenden dennoch möglichst lebendig wirken zu lassen. In dem Buch wird auch seine Befreiung beschrieben.

Andere Schüler haben die Gedenkveranstaltung musikalisch unterstrichen. Ein Instrumentalensemble spielte Klezmer-Musik und gab leicht tänzerische Rhythmen zum besten. Die Klänge sollten die Freude am Leben symbolisieren, die Max Mannheimer trotz des Holocaust nie verloren hatte.

In der Vergangenheit hatte er hunderten Schülern am Graf-Rasso-Gymnasium von seiner Zeit in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern in Auschwitz-Birkenau, Warschau, Dachau, Karlsfeld und Mettenheim bei Mühldorf berichtet. Stets gebannt haben die Schüler ihm gelauscht. Die Präzision, mit der er sich an kleinste Details aus seiner Haftzeit erzählen konnte, zeigten, wie unauslöschlich sich die Erlebnisse in Mannheimers Gedächtnis eingebrannt hatten.

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