Zahlreiche Händler erweitern ihr Sortiment mit dem Angebot von Corona-Selbsttests
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Zahlreiche Händler erweitern ihr Sortiment mit dem Angebot von Corona-Selbsttests.

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Schulen warten auf Corona-Selbsttests

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Auf freiwillige Selbsttests setzt der Freistaat bei der Pandemiebekämpfung an den Schulen. Wann diese geliefert werden, ist aber noch nicht klar. Außerdem gibt es auch kritische Stimmen zur Bayerischen Teststrategie.

Fürstenfeldbruck – Freiwillige Corona-Selbsttests für Lehrer und Schüler ab einem Alter von 15 Jahren sollen möglichst bald dabei helfen, die Pandemie an weiterführenden Schulen einzudämmen. Vorgesehen ist, dass sich Lehrer und andere an der Schule tätige Personen zweimal wöchentlich, Schüler einmal wöchentlich auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen sollen. Der zunächst gelieferte Vorrat soll bei den Lehrern für fünf, bei den Schülern für zehn Wochen reichen.

Die Ausgabe der Tests hat der Freistaat auf die örtlichen Verwaltungsbehörden übertragen. Boris Hackl, Schulleiter des Gymnasiums Gröbenzell, hat vom Landratsamt Fürstenfeldbruck erfahren, dass die Selbsttests möglicherweise ab Mitte nächster Woche ausgeliefert werden könnten. „Sobald sie da sind, werden wir den Schülern eine Einführung geben, wie die Tests anzuwenden sind“, sagt er. Danach sollen sich die Schüler, wie vom Freistaat vorgesehen, zuhause testen.

Der Puchheimer Realschulleiter Herbert Glauz sieht jedoch den einen oder anderen Pferdefuß bei dieser Teststrategie. „Damit ist natürlich keine Momentaufnahme möglich“, sagt Glauz. Man wisse schließlich nicht, wann der Schüler den Test durchführe.

Außerdem hält der Puchheimer Realschulleiter es für problematisch, dass die Tests zunächst nur für Schüler ab einem Alter von 15 Jahren zur Verfügung stehen. Er verweist darauf, dass die Corona-Mutanten besonders auch jüngere Menschen betreffen. Deshalb hat Glauz ein Schreiben an die Eltern herausgegeben, in dem er bittet, dass sich die jüngeren Schüler regulär testen lassen sollen. „Die müssen dann natürlich zu einem Testzentrum fahren“, sagt Glauz, der das bei der großen Zahl an Schülern aber für schwierig hält.

Das Puchheimer Realschul-Kollegium konnte sich übrigens schon vor der neuen Strategie des Freistaats testen lassen. „Wir bieten für die Lehrer zweimal wöchentlich PCR-Tests an“, berichtet Glauz – natürlich ebenfalls auf freiwilliger Basis.

Im benachbarten Gymnasium Puchheim konnte man noch nichts zum weiteren Vorgehen sagen. Auf Tagblatt-Nachfrage hieß es, man warte sowohl auf die Lieferung der Tests als auch auf weitere Informationen vom Landratsamt.

Eine ähnliche Situation beschreibt Schulleiterin Doris Hübler für das Graf-Rasso-Gymnasium. Noch fehlte am Donnerstag die Lieferung. „Wir gehen aber davon aus, dass wir sie demnächst bekommen“, sagte Hübler. Erst dann werde man das weitere Vorgehen besprechen. Dass die Tests dabei helfen können, das Infektionsgeschehen einzudämmen, glaubt die Schulleiterin schon - sofern die Schüler das Angebot auch nutzen. „Es hängt natürlich davon ab, wie viele mitmachen“, sagt sie. Ob es auch zu Schummeleien dahingehend kommen könnte, dass positiv Ergebnisse nicht beachtet werden, wollte Hübler nicht beurteilen. „Wir hoffen es natürlich nicht.“

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