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Landgericht München

Schwere Vorwürfe gegen Asylbewerber

Die Vorwürfe wiegen schwer: Raub, vorsätzliche Körperverletzung und Bedrohung gegenüber Landsleuten nahe des Fliegerhorstes wirft die Staatsanwaltschaft München II zwei Männern (19 und 29 Jahre) aus Nigeria vor. 

Fürstenfeldbruck – Seit Dienstag müssen sich die beiden Hilfs-Schweißer vor dem Landgericht verantworten.

Zu Prozessauftakt legte der Jüngere ein Teilgeständnis ab. Finanzprobleme hatten die Asylsuchenden in die Kriminalität getrieben. Sie nahmen Marihuana, tranken und nahmen Ecstasy. Unklar blieb, ob der junge Mann seinen Alkoholkonsum absichtlich höher angab als er war, um eine potenzielle Berauschung vorzuspiegeln.

Die Vorsitzende Richterin Regina Holstein nahm sich viel Zeit, um die Lebensläufe der Geflüchteten abzuklopfen. Beide Angeklagte hatten trotz ihrer Jugend viel erlebt. Der Ältere war von daheim geflüchtet, um nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten zu müssen. Den beschrieb er als aggressiven Voodoo-Priester, der einer korrupten Regierung zuarbeitete. Er selber gab sich als verträumter Typ, der seine Frau unter einem Olivenbaum gefunden und vor der drohenden Prostitution gerettet hatte.

Beide Männer kamen mit Schlauchbooten übers Mittelmeer. Das Boot des Jüngeren kenterte, doch er wurde gerettet und nach Sizilien gebracht. Dort kam auch der Ältere an. Beide lernten sich aber erst in einer Einrichtung in Bruck kennen. Vor einem Supermarkt sollen sie um Geld für ihren Konsum gebettelt haben. Vor allem der Jüngere begann, Kummer und seine traumtischen Erlebnisse im Alkohol zu ertränken.

Als er 12 Jahre alt war, erschoss die Terrororganisation Boko Haram seine Eltern. Er flüchtete mit einer Kuh in den Busch und als 16-Jähriger nach Libyen. Der Prozess dauert an. wal

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