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Diamantene Hochzeit: Seit 60 Jahren genießen sie gemeinsam das Leben

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60 Jahre später können sich Marianne und Hermann Seifert (r.) über die Glückwünsche zur Diamanthochzeit freuen, unter anderem von Stadtrat Franz Höfelsauer.
60 Jahre später können sich Marianne und Hermann Seifert (r.) über die Glückwünsche zur Diamanthochzeit freuen, unter anderem von Stadtrat Franz Höfelsauer. © Weber

„Wenn der Herrgott nicht will“, singt man in Österreich. Der Fürstenfeldbrucker Hermann Seifert drückt das Glück über 60 Diamantene Ehejahre mit „seiner“ Marianne ein klein wenig anders aus. „Ohne Herrgott geht gar nichts“, erklärt er und lächelt dabei. Seine Frau weiß das zu erwidern. „Er ist mein Goldschatz“, sagt sie mit viel Temperament.

Fürstenfeldbruck – Begonnen hat das Glück für den heute 85-Jährigen und die heute 90-Jährige mit ein paar zufälligen Begegnungen auf der Straße, später kam ein weiteres Treffen bei Bekannten hinzu. Und Marianne Seifert war die etwas Aktivere, als es galt, der Liebe auf die Sprünge zu helfen. „Er hat mir gefallen, dann hab ihn nicht mehr ausgelassen“, sagt sie schmunzelnd. Es folgte die eine oder andere Einladung zum Kaffeetrinken und schließlich am 23. November 1961 die standesamtliche Trauung in München.

„Heiraten war damals Voraussetzung für eine Wohnung.“ Die zu bekommen, war dann fast weniger schwierig als im Jahr 1962 eine kirchliche Trauung nach Wunsch. „Nicht samstags und nicht in weiß, weil ihr schon in Sünde gelebt habt“, beharrte der Pfarrer im Münchner Stadtteil Ramdersdorf zunächst. „Er hat aber dann doch noch nachgegeben“, erzählt die in Reichersbeuren (Landkreis Tölz) geborene Marianne Seifert.

Das Hochzeitsfoto zeigt die Eheleute Seifert am Tag der Trauung im Jahr 1961.
Das Hochzeitsfoto zeigt die Eheleute Seifert am Tag der Trauung im Jahr 1961. © mm

Ihr Mann ist ein geborener Münchner, der als Junge die Bombenangriffe und die Evakuierung der Kinder aufs Land miterlebte. Später absolvierte er eine Ausbildung unter anderem zum Hubschrauber- und Instrumentenmechaniker sowie in Norddeutschland die Grundausbildung bei der Bundeswehr. Schließlich landete er am Fliegerhorst, der Grund für den Wohnortwechsel der kleinen Familie, zu der seit 1963 Sohn Hermann gehörte, der heutige Leiter der ÖPNV-Stabsstelle im Landratsamt.

Ein Haus in der Kreisstadt war schnell gefunden, doch war es von den Vorgängern nicht besonders pfleglich behandelt worden. „Wir haben da viel Zeit und Geld hineinstecken müssen“, erzählt der 85-Jährige. Aber es habe sich jeder Handgriff gelohnt.

Gleichwohl hat das Paar es schon auch verstanden, das Leben zu genießen. „Wir sind viel nach Italien, Rimini war so etwas wie unsere zweite Heimat“, sagt die Ehefrau und aus der Erinnerung heraus leuchten ihre Augen. „Ich wollte ja erst gar nicht ins Ausland und dann hatten wir dort so viele schöne Erlebnisse.“

Mit einem Augenzwinkern erzählen beide von einem Urlaubserlebnis am dortigen Strand, von einem Volleyballmatch mit ein paar leicht bekleideten Schwedinnen. „Mein Mann hat mitgemacht, weil ein Team nicht komplett war.“ Ein Spaß, den sie ihrem Mann gönnte. „Das waren richtig hübsche Mädels dabei.“

Bestimmt 50 Mal sei man in Rimini gewesen, zählen beide zusammen – immer in der gleichen Pension, in der man sich willkommen und wie zu Hause gefühlt habe. Auch deshalb können Marianne und Hermann Seifert mit Zufriedenheit auf 60 Ehejahre zurückblicken. Am Tag der Diamantenen Hochzeit gratulierte ihnen Stadtrat Franz Höfelsauer. Die Familienfeier wollen sie wegen der Corona-Pandemie erst im Sommer 2022 nachholen.

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