Das Motiv auf dem Baustoff-Silo erregt die Gemüter.
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Das Motiv auf dem Baustoff-Silo erregt die Gemüter.

Fürstenfeldbruck

Sexismus an der Kirchen-Baustelle?

Eine spindeldünne Frau mit langen Beinen, großer Oberweite und wenig Bekleidung – dazu der Spruch „Gut gebaut“: So wirbt das Baustoff-Unternehmen Ganser aus Brunnthal (Kreis München) für seine Produkte.

Fürstenfeldbruck – Zu sehen ist die ein wenig aus der Zeit gefallene Werbung derzeit auf einem Silo des Unternehmens auf der Baustelle an der Kirche St. Bernhard in Fürstenfeldbruck.

Das gelbe Silo dürfte der Debatte um Sexismus neues Futter geben. Weltweit setzen sich Aktivisten unter anderem dafür ein, Frauen nicht länger als sexualisierten Blickfang ohne Bezug zum Produkt auszunutzen. Genau das ist bei dem Silo an der Rothschwaiger Straße der Fall. Bei dem Unternehmen kann man die Aufregung um die Werbung nicht verstehen. Motiv und Spruch stammten aus den 1970er Jahren, erklärt die kaufmännische Leiterin Anna Both. „Bis vor Kurzem war das kein Thema“, sagt Both. Die neuen Silos würden die Werbung aber nicht mehr tragen, versichert Both.

Sogar einen Preis hat die Firma schon bekommen – den Un-Gleichstellungspreis „Schwarze Petra“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Der Bezirks-Frauenausschuss Bayern teilt dazu mit: „Das zugrunde liegende Frauenbild der Ganser Gruppe zeigt die antiquierte und stupide Machokultur des Unternehmens in aller Deutlichkeit.“ Friedrich Deschauer aus der Kirchengemeinde erheitert vor allem der Spruch „Gut gebaut“. „Die Kirche wurde eben nicht gut gebaut. Deshalb muss sie jetzt ja saniert werden.“  tog

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