Mit Klemmbrett die wahre Liebe finden: Dieses Projekt verfolgt Falk, gespielt von Philip Schultheiss. Mediha (Anne Distler) schaut wenig begeistert. 

Neue Bühne Bruck 

„Shoppen“ ist zum Schießen

Zehn Großstadt-Singles werden beim Speed-Dating aufeinander losgelassen – große Egos mit hohen Ansprüchen, für welche die Suche nach Liebe so ist wie „Shoppen“. Die Neuen Bühne Bruck bringt eine Beziehungskomödie auf die Bühne, die zum Schießen ist. 

Fürstenfeldbruck – Attraktive, erfolgreiche Menschen, die alles haben, nur nicht den passenden Partner, sind die komischen Helden dieser Beziehungskomödie. Der Film war 2007 ein großer Erfolg, und die Theaterversion der Neuen Bühne Bruck (NBB) hat es verdient, ebenfalls einer zu werden. „Shoppen“ ist zum Schießen. Unter den Darstellern begegnet der NBB-Fan alten Bekannten, aber auch neuen Gesichtern.

Intendant und Regisseur Harald Molocher sah den Film vor einem Dreivierteljahr und war so begeistert, dass er sich auf die Suche nach einer Theaterversion machte. Und tatsächlich gibt es eine, geschrieben von Jürgen Popig, Dramaturg und Autor aus Esslingen. Popig hat sich gehütet, die brillanten Dialoge anzufassen. Er hat lediglich die Zahl der Figuren von 18 auf zehn reduziert. Und er beweist, dass „Shoppen“ auch ohne Filmschnitte und reale Schauplätze funktioniert. Ein Podest mit zwei Stühlen, auf denen sich die wechselnden Paarungen gegenübersitzen – das reicht vollkommen.

Man glaubt Harald Molocher aufs Wort, wenn er erzählt, dass es Spaß gemacht habe, die verschiedenen Typen herauszuarbeiten. Man erkennt sie alle wieder – den präpotenten Aufreißer im weißen Blazer, die plappernde Kosmetikerin, den ganzen Kerl vom Lande, die gelassene Yoga-Lehrerin. Die naive Krankenschwester, die nicht merkt, wenn man sie auf den Arm nimmt. Die vegane Sportgranate, die jeden Kerl am liebsten gleich flachlegt („Sex ist mein Hobby“). Und den netten Normalo, der mal ein guter Familienvater wird. Da prallen die Temperamente aufeinander, dass es eine wahre Freude ist. Man stößt sich gegenseitig vor den Kopf, gerät nach zwei Sätzen in Streit, redet aneinander vorbei, macht sich an, törnt sich ab, erwischt sich auf dem falschen Fuß und tritt zielsicher ins Fettnäpfchen. Der andere soll alle Erwartungen erfüllen, wie widersprüchlich sie auch sein mögen. („Eifersüchtig muss er sein, das ist gut fürs Selbstbewusstsein. Und tolerant, falls mir doch mal ein Ausrutscher passiert.“) Aber es gibt auch die Momente, in denen spontane Harmonie aufblinkt. Wer wird hinterher wen wiedersehen wollen? Ist Speed Dating tatsächlich der schnelle Weg ins Glück?

Zehn Darsteller in der richtigen Altersgruppe zu finden – das gab das bestehende NBB-Ensemble nicht her, doch Molocher wusste sich zu helfen. Er holte zwei Schauspielerinnen aus der Familienpause zurück und lockte einen seiner Techniker aus dem Hintergrund ins Rampenlicht. Und was für eine Entdeckung. Großartig spielt Philip Schultheiss den hölzernen Falk, der sich dem Projekt „Einzig-wahre-Liebe-Finden“ mit Klemmbrett und Fragenkatalog nähert. Willst du mal Kinder? Hast du irgendwelche Allergien?

Ein begeistertes Publikum feierte die Premiere zurecht mit ausdauerndem Applaus.

Die nächsten Aufführungen 

Die nächsten Termine von „Shoppen“ sind am kommenden Freitag und Samstag (22. und 23. September). Weitere Termine sind für Oktober und November geplant. Daten und Karten gibt es online unter www.buehne-bruck.de.

von Ulrike Osman 

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