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Hubschrauber kreist über dem Bahnhof

Sie fliegen die Bäume weg

Ein Hubschrauber als Holztransporter – ungewöhnlich aber nicht unmöglich. Seit gestern fliegt ein Helikopter Bäume und Büsche weg, die am Hang am Brucker Bahnhof gefällt wurden. Die Rodung war nötig, weil sonst Züge in Gefahr gewesen wären.

Fürstenfeldbruck – Es dröhnt und rattert mächtig, als der Hubschrauber über dem Brucker Bahnhof schwebt. So laut, dass man das Vorbeirauschen der Züge fast nicht mehr hört. Immer wenn der Heli aufsteigt, um Holz aus dem Hang zu befördern, werden fleißig die Handykameras gezückt. Und die Blicke von Passanten, Fahrgästen und Schaulustigen richten sich gebannt nach oben. Ob die dicken Baumstämme an dem Seil in schwindelerregender Höhe auch sicher verankert sind?

In den Tagen zuvor haben Arbeiter auf dem Grund der Deutschen Bahn viele Bäume gefällt. Etwa 500 Festmeter Holz, darunter viele kranke Eschen, wurden bei den so genannten Vegetationsarbeiten aus dem Hang genommen. Weil das Gelände schwer zugänglich ist, setzt die Bahn einen Hubschrauber ein, der die Stämme und Äste abtransportiert. Kein Einzelfall, erklärt Bernd Honerkamp, DB-Sprecher für Bayern. „Gerade in schwierigem Gelände kommt der Hubschrauber öfter zum Einsatz.“ Ziel sei es, den Eingriff in die Natur zu minimieren. „Deshalb wollen wir den Hubschraubereinsatz auch kurz halten.“

Die Arbeiten führen die österreichischen Helikopterfirma Wucher und der Maschinenring Oberland durch. Wie dessen Geschäftsführer Georg Heindl berichtet, kann der Hubschrauber, der in Bruck zum Einsatz kommt, pro Flug, in der Fachsprache heißt das Rotation, eine Last von bis zu einer Tonne transportieren. „Etwa 300 dieser Rotationen absolviert er am Tag.“

Zunächst fixieren Heindls Mitarbeiter im Hang die dicken Stahlseile am Geäst und an den schweren Baumstämmen. Damit der Pilot möglichst viel Gewicht auf einmal rausfliegen kann, hat der Helikopter immer nur relativ wenig Treibstoff im Tank. Daher muss er entsprechend oft landen. „Nach etwa 20 Minuten ist dann immer eine Tankpause nötig“, erklärt Heindl.

Vom Aufgreifen der Stämme bis zum Abladen auf einen Lagerplatz direkt am Bahnhof braucht der Pilot etwa zwei Minuten. Das Aushängen erfolgt automatisch. Wenn ein Zug durch den Brucker Bahnhof fährt, macht der Heli kurz Pause. Eine Sicherheitsmaßnahme, erklärt Christoph Galler, Teamleiter für Südbayern bei DB Fahrwegdienste. „Die Sicherheit für den Bahnbetrieb und die Fahrgäste ist unsere größte Verantwortung.“ Ansonsten ist der Pilot im Einsatz, bis es dämmert.

Läuft alles nach Plan, hat der Hubschrauber bis Freitag das Totholz aus dem Hang geflogen. Die Stämme werden dann mit Lkw abtransportiert und weiter verwertet, sagt Galler. „Daraus werden Hackschnitzel gemacht.“

Die Abholzaktion war unumgänglich, betont Galler. „70 Prozent der Bäume waren geschädigt.“ Er verspricht, dass man bis Juni wieder Bäume am Hang sehen wird – allerdings keine Eschen, sondern Buchen und Ahorne.

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