Sie koordinieren die Arbeit der Helferkreise: (v.l.) Andrea Gummert, Ulrike Bienemann und Claudia Lercher.

Fürstenfeldbruck

Sie helfen den Asyl-Helfern beim Helfen

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Vier Jahre sind seit der sogenannten Flüchtlingskrise vergangen. Seit dieser Zeit gibt es bei der Caritas in Fürstenfeldbruck die Ehrenamtskoordination für Asyl und Migration. An deren Spitze stehen von Beginn an drei Frauen, die über 600 freiwillige Flüchtlingshelfer betreuen. Für ihre Arbeit brauchen sie Stehvermögen und noch vieles mehr.

Fürstenfeldbruck – Langsam entsteht bei vielen Menschen der Eindruck, die dramatischste Phase der Flüchtlingsproblematik sei überstanden. Das stimmt aber nur zum Teil. „Die Geflüchteten-Zahlen werden nicht weniger“, sagt Andrea Gummert, Ehrenamtskoordinatorin für Asyl und Migration der Caritas in Bruck. Allerdings sind schon viele Asylbewerber hier. In der Dependance des Ankerzentrums am Fliegerhorst sind zwischen 800 und 1000 Flüchtlinge untergebracht. Im gesamten Landkreis sind es 2700 Asylbewerber.

600 freiwillige Helfer

Um dieser Menge an Menschen zu helfen, ist ein ganzes Heer von Ehrenamtlichen nötig. Im Augenblick engagieren sich um die 600 freiwilligen Helfer. Eine genaue Zahl kann Gummert nicht nennen, da es keine Mitgliederlisten oder ähnliches gibt, in der die Ehrenämtler eingetragen sind. Fest steht aber, dass es inzwischen 21 lokale Helferkreise gibt, die sich selbst organisieren und vor Ort den Geflüchteten helfen.

Die Organisation

Die Aufgaben der Ehrenamtskoordinatoren seien vielfältig, berichtet Andrea Gummert: „Wir sind hauptsächlich als Ansprechpartner für die Freiwilligen und die Helferkreise da.“ Die drei Frauen – zu Gummerts Mitstreiterinnen gehören Claudia Lercher und Ulrike Bienemann – helfen bei organisatorischen Fragen und bringen Menschen in Verbindung, die miteinander sprechen sollten.

Die drei Koordinatorinnen von der Caritas organisieren zum Beispiel Treffen mit allen Leitern der Kleiderkammern der Caritas, um gegenseitig Erfahrungen auszutauschen.

Oder sie vermitteln für Ehrenamtliche Kontakte zu Behörden und offiziellen Stellen. Dazu halten sie Informationsabende zu verschiedenen Themen ab, wie: Radikalisierung erkennen oder Wie läuft ein Asylverfahren ab?.

Redebedarf

Neben der organisatorischen Hilfestellung kommen die Ehrenamtlichen vor allem zu den Koordinatorinnen, wenn sie jemand zum Reden brauchen. „Wir sind in gewisser Weise auch Seelsorger“, sagt Bienemann. Die Schicksale vieler Geflüchteten gehen nicht spurlos an den Helfern vorüber. „Häufig müssen sie mit traumatisierten Personen umgehen, und das müssen die meisten erst einmal lernen“, erklärt Ulrike Bienemann.

Ein großer Bedarf an Ehrenamtlichen bestehe weiterhin im Anker-Zentrum am Fliegerhorst, meint Andrea Gummert. Sie vermutet, dass sich viele nicht trauen, dort zu arbeiten, wegen den immer wiederkehrenden Berichten über Auseinandersetzungen. „Aber es bestand bisher zu keiner Zeit Gefahr für die Helfer vor Ort.“

Das Ankerzentrum

Dabei sei die Arbeit im Ankerzentrum besonders wichtig. Durch die Sport- und Freizeitangebote sowie Kinderbetreuung und Sprachkurse werde den Menschen sehr geholfen. „Das fördert die Gemeinschaft“, sagt Bienemann. Vor allem seien die Geflüchteten dann ausgelastet und hätten eine Beschäftigung. Die Tage für Asylbewerber ohne und mit geringer Bleibeberechtigung seien sehr eintönig, da sie von vielen Integrationsmaßnahmen ausgeschlossen sind.

Wer Interesse hat,

bei den Asylhelfern einzusteigen, kann sich im Caritas-Zentrum Fürstenfeldbruck melden. Dort suchen die Koordinatorinnen mit dem Freiwilligen Einsatzmöglichkeiten und -orte. Auch wer wenig Zeit hat und helfen will, kann gerne kommen. Für die Geflüchteten sei auch eine kleine Hilfestellung schon viel wert.

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