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Erst einmal in Ruhe untersuchen : Dr. Rainer Ewers mit Patientin Margarethe Bickel. 

Am Klinikum Fürstenfeldbruck

Sie helfen, wenn der Hausarzt frei hat

100 000 Patienten haben sich in der Brucker Bereitschaftspraxis seit dem Jahr 2002 behandeln lassen. Sie ist geöffnet, wenn die Hausärzte längst ihre Türen abgeschlossen haben. Geschäftsführer Dr. Rainer Ewers erzählt aus seinem Alltag.

Fürstenfeldbruck – Herzrasen. Unwohlsein. Und das am Samstag. Alle Ärzte haben zu. Doch wegen der Beschwerden gleich den Notarzt rufen? Das wollte Margarethe Bickel aus Germering dann doch nicht. Wie gut, dass es im ersten Stock der Bucker Klinik die so genannte Bereitschaftspraxis gibt, die auch am Wochenende Sprechstunden anbietet.

Dort sitzt Margarethe Bickel am Sonntag. Und lässt sich von Dr. Rainer Ewers eingehend untersuchen. Alleine das beruhigt. Der Facharzt für Allgemeinmedizin misst erst einmal den Blutdruck der Patientin. „Jetzt fühle ich mich schon sicherer“, sagt sie anschließend. Dass im Klinikgebäude eine solche Praxis untergebracht ist, wusste sie von einem früheren Krankenhaus-Aufenthalt ihres Mannes. „Ich bin darüber sehr froh, sonst hätte ich womöglich in die Notaufnahme gemusst.“

Genau die wird durch die Bereitschaftspraxis seit ihrer Gründung 2002 entlastet. „Zu uns kommen Menschen mit unklaren Beschwerden, aber auch mit ungefährlichen und nicht akuten Problemen wie Halsschmerzen“, sagt Dr. Rainer Ewers. Er ist Geschäftsführer der so genannten Bru-Prax GmbH, die momentan aus elf Ärzten besteht. „Diese Patienten müssen dann nicht in der Notaufnahme behandelt werden.“

Die Bereitschaftspraxis hat dann offen, wenn die Hausärzte schon Feierabend haben. Nämlich auch samstags, sonn- und feiertags zwischen 9 und 19 Uhr (siehe Kasten). Dann sind jeweils ein Arzt und seine Helferinnen zehn Stunden lang im Dienst.

„Es ist eine große Herausforderung, die uns ja größtenteils unbekannten Patienten genau zu untersuchen und eine Diagnose zu stellen“, sagt Ewers. Sicherlich habe er schon Patienten in die Klinik weitervermittelt, bei denen sich eine schlimmere Krankheit wie etwa ein Herzinfarkt oder eine Hirnblutung abzeichnete.

Meist aber könne der Arzt sofort zumindest vorerst weiterhelfen. „Im Winter und Frühjahr kommen viele Patienten mit Erkältung“, erklärt Ewers. Häufig suchten auch Bürger mit oft chronischen Schmerzen an diversen Körperstellen Hilfe, aber auch solche mit Erkrankungen des Verdauungstraktes. Weiter gebe es Patienten, die sich nach einem Sturz behandeln lassen. Oft komme es aber auch vor, dass sich Menschen wegen eines Zeckenbisses oder einer Blasenentzündung untersuchen lassen.

Die meisten Patienten sind zwischen 30 und 50 Jahren alt. „Dann nimmt die Kurve ab“, sagt Ewers. Eventuell könne das daran liegen, dass die ältere Generation weniger mobil ist und doch lieber einen Termin beim vertrauten Hausarzt wahrnehme.

Zusätzlich zur Bereitschaftspraxis gibt es auch noch den so genannten Bereitschaftsdienst und den Blaulichtarzt. Beide besuchen die Patienten im Notfall zu Hause.

Die Ausstattung ist aber natürlich in der Bereitschaftspraxis besser. In den Räumen, die außerhalb der Sprechzeiten Chirurgen nutzen, gibt es ein Ultraschall-, sowie ein EKG-Gerät. Zudem können Wunden genäht werden. Besonders ist, dass innerhalb von etwa einer Stunde auch einige Laborwerte ermittelt werden können. „Da arbeiten wir mit dem Krankenhaus zusammen“, sagt Ewers.

Die tätigen Allgemeinmediziner und Ärzte für innere Medizin, die allesamt zusätzlich eine eigene Praxis betreiben, geben ihre Krankschreibungen allerdings nur für das Wochenende raus. „Wir sind eine Akutpraxis. Am nächsten Wochentag können unsere Patienten dann wieder zu ihrem Hausarzt gehen.“

Und kommen denn einige nur für den Zettel in die Praxis? „Es gibt bestimmt den ein oder anderen“, sagt Ewers. „Aber der absolute Großteil hat echte Beschwerden.“ (akk, vu)

Was man über die Bereitschaftspraxis wissen sollte

1. Die Bereitschaftspraxis befindet sich im ersten Stock der Kreisklinik an der Dachauer Straße 33. 

2. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch und Freitag, jeweils von 18 bis 20 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 9 bis 19 Uhr, am Heiligen Abend von 9 bis 15 Uhr, an Silvester von 9 bis 15 Uhr. Am Faschingsdienstag ist von von 14 bis 17 Uhr geöffnet. 

3. Telefonisch erreichen Sie die Bereitschaftspraxis unter der Nummer (0 81 41) 99 37 00. Es empfiehlt sich, vorab einen ungefähren Termin zu vereinbaren.

 4. Die Internetseite der Praxis ist zu finden unter der Adresse www.bereitschaftspraxis-ffb.de. 

5. Im Brucker Tagblatt stehen die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxis in jeder Ausgabe auf der Seite 2 unter Tipps und Termine

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