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Elektroschrott hat noch einen gewissen Wert.

Fürstenfeldbruck

Sie stahlen Elektro-Schrott vom Wertstoffhof: So urteilt das Amtsgericht

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Rund 500 Kilo Elektroschrott haben zwei Männer bei Diebestouren auf Wertstoffhöfen gestohlen. Wert der Beute: rund 32 Euro. Die Strafe, die das Duo jetzt vor Gericht kassierte, liegt um ein Vielfaches höher. 

Fürstenfeldbruck – Im vergangenen Jahr gingen in der Zeit von April bis September insgesamt zwölf Einbrüche in die Wertstoffhöfe in Olching und Fürstenfeldbruck auf das Konto eines 38-jährigen Anlagentechnikers und eines 42-jährigen Klinik-Angestellten. Haupttäter war der 38-Jährige. Er war an allen Diebstählen beteiligt. Sein Komplize war lediglich bei rund fünf Aktionen dabei. Die beiden Angeklagten zeigten sich von Beginn an geständig. 

Wertstoffhof-Diebstahl aus Bastel-Leidenschaft?

Sie beteuerten jedoch, sich nicht finanziell bereichert zu haben. Der Anlagentechniker habe die defekten Elektrogeräte nur reparieren und an ihnen herumbasteln wollen. Brachte er sie wieder zum Laufen, verschenkte er sie an Freunde und Arbeitskollegen. Vereinzelt habe er sie auf dem Flohmarkt gegen andere defekte Elektrogeräte getauscht, um an denen weiter zu basteln. Der 42-jährige Klinik-Angestellte habe nur Spielzeug für seine Kinder mitgenommen – eine Spielzeug-Gitarre sowie einen DVD-Spieler. Weil der jedoch defekt und nicht zu reparieren war und außerdem die Fernbedienung fehlte, entsorgte er das Gerät wieder – auf dem selben Wertstoffhof, auf dem er ihn gestohlen hatte. Die Sammelwut des 38-jährigen Angeklagten nahm dagegen gewaltige Ausmaße an, wie sich bei der Hausdurchsuchung der Polizei offenbarte. Sie fanden ein ganzes Lager voller alter Elektrogeräte, darunter Bildschirme, Spielkonsolen und Haushaltsgeräte. Allein elf Staubsauger, 18 Kaffeeautomaten und zehn Bügeleisen zählten die Beamten. 

Wert des Diebesguts war gering

Nicht alles davon sei Diebesgut gewesen, erklärte der Angeklagte. Vieles habe er über die Jahre angesammelt. Bei genauerer Untersuchung stellte sich allerdings heraus, dass lediglich sieben der 106 gefundenen Geräte, dem 38-Jährigen gehörten. Der Wert des Diebesguts war allerdings lächerlich gering. Weil es sich um Elektroschrott handelt, wird der Preis der Geräte pro Tonne bemessen – rund 65 Euro. Die erbeuteten 500 Kilogramm ergaben somit eine Schadenssumme von rund 32 Euro. Auch der Leiter des Olchinger Wertstoffhofs merkte an: „Am meisten ärgert mich, dass wir am Tag darauf den Saustall wieder aufräumen mussten, weil der Schrott aus den geöffneten Container-Türen gefallen war.“ Dem Duo auf die Schliche gekommen, war die Polizei, nachdem sich der Betreiber des Wertstoffhofes in Fürstenfeldbruck gemeldet hatte. Am Zaun gab es Spuren, die darauf hindeuteten, dass jemand darüber geklettert sei und die Türen des Elektroschrott-Containers waren geöffnet. 

Kamera-Überwachung am Wertstoffhof

Weil es nicht der erste Vorfall dieser Art war, entschloss sich die Polizei, eine Kameraüberwachung zu installieren, ebenso wie einen Bewegungsmelder, der direkt bei der Polizei einen Alarm auslöst. Und tatsächlich. Noch am selben Abend ging der Alarm los. Die Polizeibeamten ertappten die beiden Diebe auf frischer Tat. Die konnten zwar zuerst noch über den Zaun flüchten, wurden aber kurz darauf in der Nähe des Tatorts festgenommen. Wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs wurden die beiden Männer jeweils zu empfindlichen Geldstrafen verurteil. Der 38-jährige Haupttäter, der bereits zweimal einschlägig vorbestraft ist, muss 7200 Euro zahlen. Sein Komplize kommt mit einer Geldbuße von 800 Euro davon.

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