Fürstenfeldbruck

Zum Schutz für Parkett oder Fliesen: Tüftler erfinden Hausschuhe für Bierbänke

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Bierbänke werden bei Festen nicht nur im Freien oder in Garagen benutzt, sondern auch in Wohnräumen aufgestellt. Dabei können sie hässliche Kratzer auf Parkett oder Fliesen hinterlassen. Ein Brucker und ein Emmeringer haben nun die Lösung für dieses Problem erfunden: die muuvis. Das sind quasi Hausschuhe für die Biergarnitur.

Fürstenfeldbruck Der Weg zum Patent war nicht einfach. „Feierst Du schon, oder klebst Du noch?“ Mit diesem abgewandelten Spruch eines schwedischen Möbelhauses beschreibt Stefan Figl (51), Flugzeugbauer aus Fürstenfeldbruck, das Problem: Wenn man in seinem Haus mit einer Biergarnitur feiern will, gilt es erst einmal die Metallbeine der Tische und Bänke zum Beispiel mit Styropor oder Schaumstoff abzukleben. Sonst nimmt der Boden Schaden.

Die Bierbank-Idee entstand in einer Bierlaune

Abkleben ist aber eine lästige und zeitaufwendige Arbeit. „In einer Bierlaune habe ich deshalb zu Stefan Ernst gesagt, dass wir was erfinden müssen – so eine Art Gummistiefel für den Biertisch“, erzählt Figl. Sein 47-jähriger Spezl und Namensvetter aus Emmering war durchaus angetan. Die fixe Idee ruhte zunächst jedoch – bis Figl den Geburtstag seiner Frau wegen schlechtem Wetter im Haus feiern musste.

Wieder folgte der Griff zum Klebeband. „Da habe ich dann gesagt: Bis zum nächsten Fest muss was passieren.“ In der Arbeit bastelte Figl einen Prototyp: eine Holzschiene mit einer Aussparung für die Tisch- und Bankbeine, an der Unterseite mit Filz. „Der Stefan hat mir ein Video von der Holzleiste geschickt“, berichtet Ernst. Das Teil sei zwar ziemlich sperrig gewesen. „Aber trotzdem war ich begeistert.“ Auch aus dem Freundeskreis gab es viel positives Feedback. „Unsere Euphorie wurde immer größer“, erzählt Ernst, der für einen Großhandel für Spengler- und Dachdeckerbedarf arbeitet.

Bierbank-Idee als Patent angemeldet

Schnell kam die Idee auf, die Schiene zum Patent anzumelden. Mit einem Prototyp, der auch noch einen Magneten enthielt, der die Konstruktion am Tischbein festhielt, ging es zum Patentamt. Dort folgte erst einmal die Ernüchterung. „Es hieß, dass es gut möglich ist, dass sich diese Idee bereits jemand hat sichern lassen“, berichtet Ernst. Die Aussage des Patentamts-Angestellten: „Des werd nix.“ Und das bestätigte sich prompt bei einer langen Internet-Recherche. „Da habe ich genau diese Schiene gefunden“, sagt Ernst.

Die Idee des Bodenschoners für die Biertischgarnitur hat den 47-jährigen Emmeringer aber nicht mehr losgelassen. Darum forderte er seinen Spezl lapidar auf: „Lass Dir was anderes einfallen.“ Figl wusste zunächst aber nicht, was er noch verbessern sollte. Beim Betrachten des Schoners kam ihm dann doch noch der rettende Einfall. „Die Schiene war ja relativ groß.“ Jetzt wollte er versuchen einfach aus der Mitte ein Stück herausnehmen und ein Gummiband einsetzen.

Bierbank-Idee bekommt einen Namen

Als er das Ernst zeigte, meinte dieser nur: „Wir sind wieder da.“ Und prompt war das tatsächlich die entscheidende Verbesserung, um ein Patent anmelden zu können. Seitdem entwickelt sich das Projekt „muuvi“ rasant weiter. Über einen Nachbarn stellte Ernst den Kontakt zur Vertriebsfirma „EckArt Design Werbemittel“ aus Wolfratshausen her, an den Figl und Ernst die Lizenz verkauften.

Von dem Unternehmen stammt auch der Name „muuvi“ – „eine Ableitung aus dem Finnischen für bewegen“, erklärt Figl. Einen Schub bekamen die „muuvi“ bei der PSI 2019, einer Werbeartikelmesse im vergangenen Januar in Düsseldorf. Figl und Ernst waren einige Zeit vor Ort und rührten die Werbetrommel. Mit Erfolg. Denn als das Duo schon wieder zuhause war und die weitere Messearbeit dem Vertriebsunternehmen überließ, kam die freudige Nachricht: Ihr Produkt hatte den Innovationspreis „PSI First“ gewonnen.

Schampus für die Bierbank

„Wir haben gleich eine Flasche Schampus aufgemacht, als wir davon erfuhren“, erzählt Figl. Jetzt startet die große Werbeoffensive für die „muuvi“. Ein Film ist bereits abgedreht. Aber noch ist für Ernst und Figl alles ein großes Abenteuer, wie sie sagen. Denn bislang mussten sie viel Geld in ihre fixe Idee investieren. „Noch sind wir Zahlmeister, aber irgendwann zahlt es sich hoffentlich aus“, sagt Stefan Figl.

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