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Schlüsselübergabe (v.l.): Stadtrat Georg Stockinger, Philip III. und Kim I. mit Gildemeister Daniel Brando.

Silvestergala Heimatgilde

Gute Vorsätze von Prinzenpaar und Gildevolk

  • VonHans Kürzl
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Bei der Silvestergala der Heimatgilde lässt sich das neue Jahr gut und gepflegt begrüßen: 2019 mit einem Kinderprinzenpaar und guten Vorsätzen, die sich oft wiederholen. Doch die gehören zum Rutsch nicht zwingend dazu.

Fürstenfeldbruck Roswitha Stadler und Erhard Höhn nehmen sich zum Jahreswechsel stets nur eines vor: „Wir fassen grundsätzlich keine Vorsätze zu Neujahr“, sagt die 66-Jährige aus Gernlinden, die mit ihrem Lebensgefährten Erhard Höhn die Gala im Veranstaltungsforum besucht hat. Sie bevorzugen Überraschungen oder nette Aufmerksamkeiten. „Gute Vorsätze müssen spontan kommen“, bestätigt das der 69-Jährige. Dann gebe es auch kein Problem, sie einzuhalten. Beide finden: „Man soll nicht alles an bestimmten Tagen festmachen.“

Kleine Ziele hat sich auch Clara Degner gesetzt. „Mit den großen bin ich immer wieder gescheitert“, gesteht die 48-jährige Neu-Bruckerin. „Mehr Sport und mehr Gelassenheit habe ich mir immer wieder vorgenommen.“ Doch wie bei so vielen anderen Menschen sei das schnell im Alltag untergegangen. „Man setzt sich da vielleicht selbst zu sehr unter Druck, weil das neue Jahr ein Symbol sein soll.“

Ähnlich sieht das Gildemeister Daniel Brando. Gefragt nach den guten Vorsätzen für 2019 schmunzelt er ein wenig. „Ich habe mir immer wieder vorgenommen, ein wenig mehr auf mein Privatleben zu achten. Hat mal mehr geklappt, mal nicht ganz so.“ Denn zu seinem Alltag gehört auch die Heimatgilde, die Verpflichtungen und die Verantwortung als Vorsitzender. Ein Jubiläum wie das 70-jährige des Vereins zu organisieren oder sich um Datenschutzrichtlinien kümmern, erfordere eben Zeit. Das habe er akzeptiert. „Also lieber erst keine Vorsätze.“ Ziele setzen, die man einhalten könne, sei besser.

Nur einen Vorsatz, nämlich keine Vorsätze fassen, haben Roswitha Stadler und Erhard Höhn.

So etwa die Inthronisation des Kinderprinzenpaares Kim I. und Philip III. Die Elfjährige aus Bruck und der 14-jährige Prinz aus Mammendorf starteten mit viel Temperament und Fantasie durch. Wie zwei verfeindete Welten zueinander finden – das erzählt ihre Geschichte, die sie mit dem Nachwuchs der Heimatgilde unter dem Motto „Zwei Welten – eine Freundschaft“ tanzend erzählen. Aufgeregt seien sie bei den ersten Schritten ins Scheinwerferlicht schon gewesen, gestehen sie. „Als Prinzenpaar ist das schon noch etwas anderes als mitten in der Gruppe“, so die Realschülerin, die in Bruck die 6. Klasse besucht.

Kim Kampfrath tanzt das fünfte Jahr bei der Gilde, während Philip Klein seine Premierensaison gleich als Kinder-Prinz feiert. Doch wie sich Auftritte vor Publikum anfühlen, kann er nicht nur durch seinen Lieblingsverein Real Madrid nachempfinden. Er weiß es auch von seiner Schwester, die nur Fredi genannt wird und Trainerin bei der Heimatgilde ist. Sie hat mit Isi Koschny die Choreografie des Auftritts zusammengestellt. „Das hat echt Spaß gemacht“, erinnert sich der Kinder-Prinz an die vielen Trainingsstunden, bei denen sich herausgestellt hat, dass er mit „seiner“ Prinzessin bei den Tanzfiguren gut harmoniert. „Er dreht sie gerne“, hat Brando beobachtet.

Gepflegt tanzen, das wurde bei der Silvestergala im Stadtsaal eifrig genutzt.

Der Gildemeister hat auch im Auge, dass der Schulbesuch von Kim I. und Philip III. nicht unter den Auftritten leidet. Die meisten Termine seien aber ohnehin am Wochenende. Brando weiß bis jetzt nur von einem Termin, für den sie vom Schulunterricht befreit werden müssen: „Beim Treffen der Prinzenpaare beim Landrat.“ Sein Schmunzeln verrät, dass diese Situation schon ein wenig kurios ist. „Aber das ist jedes Jahr so“, sagt er. Wie die guten Vorsätze.

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