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Mit zwei Beinen auf der Slackline zu balancieren, war den Bruckern zu langweilig.

Erfolgreiche Jungunternehmer

Slackline 2.0: Vier Brucker entwickeln Trendsport weiter

Fürstenfeldbruck - Die Slackline ist beliebt. In Parks und Privatgärten – überall spannen Hobbysportler die Gurte zwischen zwei Bäume und tänzeln auf den dicken Seilen herum. Vier Brucker bauen nun Bretter, mit denen man auf der Slackline balancieren kann.

Die Idee kam den Gründern Andreas Mall (24), Felix Brach (24) und den Brüdern Sari (24) und Sami Sigl (26) am Mammendorfer Badesee. Im Sommer vor zwei Jahren hatten die vier Jungunternehmer dort eine 40 Meter-Slackline aufgespannt. Nachdem sie mehrmals auf zwei Beinen über das Seil spaziert waren und verschiedene Sprünge geübt hatten, suchten sie nach einer neuen Herausforderung. Einer der vier hatte ein Longboard dabei, das sie spontan quer über den Gurt legten und versuchten, darauf zu stehen. Aus dieser Spielerei am Badesee entwickelte sich die Geschäftsidee.

Auf dem Sportfest in Esting zeigte Jungunternehmer Felix Brach den Kindern, wie das Balancieren auf Board und Slackline funktioniert. Das neue Sportgerät kam beim Nachwuchs sichtlich gut an.

Eine Woche später hatte Sari Sigl, der in seiner Freizeit bereits Longboards gebaut hatte, bereits das erste „Slackdeck“ konstruiert und stand damit vor der Tür von Andreas Mall. „Aber das erste Board ist nach 25 Minuten gebrochen“, erinnert sich Mall an die Versuche, damit zu Balancieren. Doch so schnell gaben die vier nicht auf. Denn die Freunde spürten: In ihrer Idee steckt Potenzial – obwohl es sich beim Slacklinen um eine Randsportart handelt. Also kontaktierten sie die Industrie- und Handelskammer und ließen sich von den Experten beraten.

Im Frühjahr 2015 liefen die vier dann mit fünf „Slack-Boards“ bei der Jungunternehmer-Messe in Fürstenfeldbruck auf – und räumten prompt den ersten Preis ab. Klar, dass die jungen Männer ihren Traum von der eigenen Firma „Almighty Boards“ weiter verfolgten. Almighty ist Englisch und heißt soviel wie allmächtig. Die Jungunternehmer sagen, dieses Wort beschreibe das Gefühl, wenn man auf dem Brett steht, am besten.

Beim Bayerischen Gründerpreis der Sparkassen wurden Andreas Mall (2.v.l.), Sari Sigl (3.v.l.), Sami Sigl (2.v.r.) für ihr Konzept geehrt.

Auf weiteren Messen knüpften die jungen Unternehmer Kontakte und räumten sogar eine weitere Auszeichnung ab: Beim Bayerischen Gründerpreis wurden die Brucker als einer der drei Nominierten im Bereich Konzept ausgezeichnet. Sie hätten mit einem fundierten Geschäftsplan und markttauglichen Ideen überzeugt, erzählt Mall. Der 24-Jährige hat als ehemaliger Bankkaufmann und BWL-Student den Businessplan für das Unternehmen erstellt. Die vier ergänzen sich perfekt: Mall ist der Wirtschaftler, Sari Sigl der Tüftler, Sami Sigl deckt den Bereich Sportmanagement ab, Felix Bach kennt sich mit dem menschlichen Körper aus, er ist Physiotherapeut. „Das ist die perfekte Aufteilung“, sagt Mall, „aber es war echt Zufall.“ Hinzu kommt: „Wir sind alle Outdoor-Junkies“, so Mall.

In wenigen Wochen soll es nun so weit sein: Das erste marktfertige Produkt wird produziert. Die Firma will sich auf drei verschiedene Slack-Boards konzentrieren. Da ist zum einen das „Slackdeck Pro“, mit dem man Tricks und Sprünge auf der Slackline ausführen kann. „Wir haben aber gemerkt, dass es nur etwas für eine kleine Zielgruppe ist.“ Mehr Absatz sollen dagegen die beiden anderen Entwicklungen finden: Ein Board für die Physiotherapie, mit dem man nach Verletzungen trainieren kann, sowie ein Board, das man im Alltag schnell und leicht für Trainingsübungen benutzen kann.

Das Potenzial ist groß, glauben die Gründer. Es gebe nichts Vergleichbares auf der ganzen Welt und der Preis spreche für sich, sagt Mall: „Andere Produkte sind sehr teuer.“ Die Arbeit an dem Unternehmen fordert viel Einsatz. „Ich bin nie in der Uni“, bekennt Mall. Aber durch seinen praktischen Einsatz im Büro und auf Messen in ganz Deutschland lerne er sowieso viel mehr. Das Ziel ist klar: Irgendwann wollen die vier Jungunternehmer vom Absatz ihrer Firma leben können. Und: Sie wollen den Trendsport Slacklinen auf eine neue Ebene führen.

von Fabian Dilger

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