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Warn-App Nina: Mit ihrer Hilfe können jetzt lokale Rettungs-Koordinatoren genaue Informationen auf Smartphones schicken, damit Bürger im Katastrophenfall über die Entwicklungen vor Ort informiert sind.

Unwetter, Katastrophen, Gefahr

Smartphone-App Nina warnt bald auch im Landkreis Fürstenfeldbruck

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In großen Teilen der Republik warnt die Smartphone-App „Nina“ bereits vor Unwettern, Hochwasser, Großbränden, Bombenfunden oder Amokläufen. Jetzt soll auch im Landkreis der Probetrieb aufgenommen werden.

Fürstenfeldbruck – Ermöglicht werden die lokalen Warnungen vom „Modularen Warnsystem“ (MoWaS) des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Es ist seit kurzem an die Integrierte Leitstelle (ILS) Fürstenfeldbruck angeschlossen. In seiner jüngsten Versammlung stimmte der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Fürstenfeldbruck als Träger der ILS einem Probebetrieb ab dem Frühjahr zu.

Bislang wurden Landkreisbürger über Rundfunkdurchsagen gewarnt, die die örtliche Polizei herausgab, berichtet Michael Ott, Kommandant der Brucker Feuerwehr und Vize-Chef des ZRF. Das soll so bleiben, aber gleichzeitig macht es sich der Zweckverband zu Nutze, dass viele Menschen ihre Smartphones fast immer bei sich haben.

Wohl ab 2020 soll das modulare Warnsystem im Regelbetrieb laufen. Geht dann in der Leitstelle Bruck ein Alarm der Katastrophenschutzbehörde im Landratsamt ein, gibt ihn der Schichtführer über das Warnsystem an die Apps weiter. So schlagen sie nicht wie bisher nur bei überörtlichen Gefahren, sondern auch bei lokalen Ereignissen Alarm – etwa beim Austritt von Gefahrstoffen, dem Fund einer Bombe oder einer Amoklage. Einen weiteren Vorteil sehen die Verantwortlichen darin, Falschmeldungen in sozialen Netzwerken schnell berichtigen zu können. Beim Amoklauf am Münchner OEZ versetzten solche falschen Mitteilungen große Teile der Stadt in Angst und Schrecken.

Die Warnung via Smartphone punktet mit Geschwindigkeit

Ein großer Vorteil der Warnung via Smartphone sei zudem die Geschwindigkeit. Gibt die ILS Alarm, ploppt nach wenigen Sekunden eine Meldung auf dem Handy auf. „Außerdem können wir den Text individuell anpassen und zum Beispiel eine Nummer angeben, bei der man anrufen kann“, sagt Brucks Feuerwehrkommandant Michael Ott.

Michael Ott hofft, dass viele Kommunen mitmachen.

Dass Bürger des Landkreises bald digital vor lokalen Extremlagen gewarnt werden, hatte Dachaus Landrat Stefan Löwl angeregt. Sein Landkreis gehört zum Bereich der Leitstelle, die auch für die Kreise Fürstenfeldbruck, Starnberg und Landsberg zuständig ist. Die Mitarbeiter koordinieren zentral die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst. „Daher hat es sich angeboten, das Warnsystem gleich für alle vier Landkreise einzuführen“, sagt Ott.

Damit ein Smartphone im Extremfall klingelt oder aufblinkt, muss „Nina“ freilich installiert sein. „Nina“ steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-App. Der Freistaat will die kostenlose Software des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe überall in Bayern etablieren. Nutzer können sie im Google-Play-Store (für Android-Handys) oder im Apple-App-Store (für iOS-Geräte) herunterladen.

Die Anwender können ihre jeweilige Region einstellen

In den Apps können Anwender einstellen, für welche Regionen sie Warnungen erhalten wollen. „Die ILS kann sie für große Bereiche, aber auch für einzelne Städte oder Gemeinden herausgeben“, so Michael Ott. Wer das Handy-GPS einschaltet, erhält dank Ortung Meldungen für seinen aktuellen Standort.

Früher machte ein bundesweit fest installiertes Sirenennetz Bürger auf Bedrohungen aufmerksam. Doch nach Ende des Kalten Kriegs wurden viele Anlagen abgebaut. Heute gibt es im Landkreis vier mobile Sirenen. Sie ertönen aber nur selten. Denn nur wenige Leute wissen, was bei den verschiedenen Tonfolgen zu tun sei.

Läuft das Modulare Warnsystem im Regelbetrieb, fallen jährlich Kosten von 3000 Euro für den ganzen ILS-Dienstbereich an – voraussichtlich. „Beteiligen sich genug Kommunen, kann es sein, dass wir es kostenlos nutzen dürfen“, sagt Ott.

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