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Von der Monokultur hin zum Mischwald: Der Umbau des Forstes soll im Staatswald schneller vonstatten gehen. 

Landkreis Fürstenfeldbruck

So beeinflusst der Holzpreis den Waldumbau

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Der Staatswald soll künftig nicht mehr primär als Geldquelle für den bayerischen Haushalt dienen. Klima- und Naturschutz sollen in den Vordergrund rücken. So will es die Staatsregierung. Für private Waldbauern ist diese Lösung aber kaum umsetzbar.

Fürstenfeldbruck – Die Flächen, auf denen neue Bäume gepflanzt werden, könnten sich um bis zu 30 Prozent pro Jahr vergrößern, schätzt Forstbetriebsleiter Robert Bocksberger von den Bayerischen Staatsforsten. Der Umbau von Fichten-Monokulturen hin zum resistenten Mischwald soll sich so beschleunigen.

Die ökonomische Nutzung des Waldes, also das Fällen von Bäumen und der Verkauf des Holzes, werde aber nicht beendet. Das wäre sogar kontraproduktiv, sagt Günter Biermayer, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürstenfeldbruck. Denn mit einem natürlichen Wald habe der heutige Forst nicht mehr viel zu tun. Für den wegen des Klimawandels dringend notwendigen Umbau der Bestände sei es nötig, weiter Bäume zu fällen, um Platz für neue zu schaffen. Zudem seien die Monokulturen anfällig für Schädlinge – vor allem für den Borkenkäfer. „Wenn wir gar nichts machen würden, würde der Wald bald vor die Hunde gehen.“ Ein natürlich gewachsener Wald hingegen brauche keine Pflege für den Fortbestand.

Biermayer spricht sich aber auch dafür aus, die vielen privaten Waldbesitzer in Deutschland stärker zu unterstützen. „Das wäre fair“, sagt er. Denn der Wald sei ja für alle da.

Probleme der privaten Waldbauern

Das hört Paul Högenauer gerne. Der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Fürstenfeldbruck kennt die Probleme der privaten Waldbauern. Die befänden sich in einer höchst prekären Lage. Denn in weiten Teilen des Freistaates– der Landkreis war heuer weniger betroffen – hat der Borkenkäfer dieses und vergangenes Jahr extrem stark gewütet. Das befallene Holz muss raus aus dem Wald und anschließend möglichst schnell verkauft werden. Das Überangebot auf dem Markt führt aber zu einem Preisverfall.

Die Folge: „Es bleibt so gut wie nichts übrig“, sagt Högenauer. Die Erlöse würden gerade so die Kosten für den Einschlag decken. Aufforstungen müssten dann allerdings aus eigener Tasche finanziert werden. Diese schlagen dem Diplom-Forstwirt zufolge mit 10 000 bis 15 000 Euro pro Hektar zu Buche – auch wenn die jungen Bäume selbst vom Staat bezahlt werden.

Diese Konstellation hat Folgen: Die Kettensägen werden heuer in den meisten Forst-Revieren schweigen. Wer nicht muss, wird erst einmal keine Bäume fällen, da sich damit momentan kaum etwas verdienen lässt. Damit stockt aber auch der dringend nötige Umbau des Waldes der sich in den Händen privater Eigentümer befindet.

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