Austausch im Büro der Kreishandwerkerschaft: Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer und der Landtagsabgeordnete Hans Friedl.
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Austausch im Büro der Kreishandwerkerschaft: Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer und der Landtagsabgeordnete Hans Friedl.

Kreishandwerksmeister berichtet über Situation der Branchen und Betriebe

So geht es dem Handwerk in der Krise

Die Corona-Krise trifft das Handwerk hart, zumindest in Teilen. Es gibt aber auch Lichtblicke. Diese Bilanz zog Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer jetzt bei einem Besuch des FW-Landtagsabgeordneten Hans Friedl aus Alling in den Räumen der Kreishandwerkerschaft.

„Mit am schlimmsten hat es die Friseurbetriebe getroffen“, schilderte Höfelsauer dem Landtagsabgeordneten, der auch verbraucherschutzpolitischer Sprecher der Freien Wähler im Landtag ist. „Meist sind dies kleine, inhabergeführte Betriebe, die jetzt etwas aufatmen können, da sie seit 1. März wie die Floristen, Gärtnereien, Kosmetik und Nagelstudios wieder Kunden bedienen dürfen. Und wieder etwas zuversichtlicher in ihre Zukunft blicken können.“

Die Veränderungen durch die Krise führen auch zu Verschiebungen. Gerade die regionalen Metzgereien würden am Einkaufsverhalten spüren, dass die Gastronomie wegen Corona komplett geschlossen sei, sagte Höfelsauer. Ihre Ware werde gut nachgefragt, es werde zuhause gekocht. Bei den Bäckereien verhalte es sich ähnlich, erläuterte Höfelsauer, der selbst Bäckermeister ist. Allerdings würde den Bäckereien der Umsatz ihrer geschlossenen Cafés und Bestellungen für Veranstaltungen und Partyservice fehlen.

Das Bau-, Ausbau- und Schreinerhandwerk könne sich über Aufträge auch in der Pandemie nicht beklagen, sagte Höfelsauer. Der schon vor Corona begonnene Boom halte aktuell an. Hier mangele es eher an qualifizierten Arbeitskräften.

Thema bei dem Treffen war zudem die Ausbildung während der Corona-Krise. Als problematisch sieht Höfelsauer die Situation bei den von Schülern zu absolvierenden Praktika. „Ohne Praktika der Schüler fehlt häufig die Orientierung für den Berufseinstieg. Und daraus ergibt sich im kommenden Jahr ein massiver Rückgang der besetzten Ausbildungsplätze. Damit wird die Situation für die Wirtschaft weiter kritisch bei fehlenden Fachkräften“, sagte Höfelsauer. Die Handwerksbetriebe würden derzeit nur ungern Praktikanten beschäftigen, aus Angst, sich das Coronavirus in den Betrieb einzuschleppen. Abstandsregeln würden das Durchführen von Praktika erschweren.

„Vor diesem Hintergrund gehört der Dreiklang aus Impfen, Schnell- und Selbsttest auf den Prüfstand“, sagt Hans Friedl. Praktikable, lokale Lösungen müssten her. Die 2021 anstehende Freisprechungsfeier der Auszubildenden, so hoffen Höfelsauer und Friedl, könne dann hoffentlich wieder als feierliche Präsenzveranstaltung stattfinden.

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