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Konversionsausschuss holt sich Anregungen

So kann aus dem Fliegerhorst ein buntes Stadtviertel werden

Während des Moratoriums wird auf dem Fliegerhorst-Gelände nichts geplant. Die Brucker Stadträte des Konversionsausschusses holen sich währenddessen Inspirationen auf anderen umgewandelten Arealen. 

Fürstenfeldbruck – In den vergangenen sechs Wochen haben sie zwei Gelände in München besichtigt: den Domagkpark und das Werksviertel am Ostbahnhof. Während der Domagkpark, die ehemalige Funkkaserne, schon umgewandelt wurde, läuft dieser Prozess beim ehemaligen Pfanni-Gelände gerade auf vollen Touren.

Konversionsmanager Serge Schimpfle fasste Erkenntnisse und Ideen aus den beiden Exkursionen im Ausschuss zusammen. Obwohl beide Areale deutlich kleiner sind als der Fliegerhorst und mitten in der Stadt liegen, hob Schimpfle einige Punkte hervor. Etwa, was das Thema Zeiträume angeht: Schimpfle zeigte am Beispiel des Werksviertels, wie lange es von ersten Ideen bis zur tatsächlichen Umwandlung dauern kann. „Auch eine Stadt München zaubert so etwas nicht aus dem Hut.“ Schimpfle sprach von einem Entwicklungszeitraum von insgesamt 20 Jahren, die man auch am Fliegerhorst erwarten könne. „Ich hoffe, wir brauchen nicht so lang, weil wir von den anderen lernen können“, sagte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU).

Weil die Konversion lange dauern kann, ist laut Schimpfle ein starres Beharren auf den Anfangsideen kontraproduktiv. Zwar müsse man mit einer „Vision und Leitidee“ schon wissen, wo man ungefähr hinwolle. Doch im Laufe der Jahre sei eine „flexible und lernende Planung“ notwendig. Die Ziele müssten fortlaufend angepasst werden. CSU-Fraktionschef Andreas Lohde war dieser Punkt wichtig. Der erste Entwurf dürfe nicht in Stein gemeißelt sein: „Sonst entsteht eine statische Playmobil-Stadt, wo sich am Ende nichts bewegt.“

Bei der Umsetzung der Konversion könne es zudem verschiedene Geschwindigkeiten geben, sagte Schimpfle. Man müsse nicht das ganze Gelände zeitgleich fertig bekommen: Es könne auch ein Teil schon benutzt werden, der andere noch in Planung sein. In diesem Zusammenhang eine wichtige Erkenntnis: Zwischennutzung fördert die Konversion. Das heißt zum Beispiel: In die alten Gebäude könnten Gewerbe mit kurzen Mietverträgen einziehen. Ein Gedanke, den auch Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV) bei der Besichtigung des Werksviertels mitgenommen hatte: Man dürfe dann „nicht immer Angst davor haben, dass man die Leute nicht mehr los wird“.

Besonders gefallen hatte einigen Stadträten und auch Schimpfle die Lebendigkeit des Werksviertels, wo sich Versicherungsbüro, Künstler und Kneipe im selben Gebäude einmieten. Sein Fazit: „Kunst und Kultur sind der Motor einer lebendigen Quartiersentwicklung und nicht jede Nutzung muss sich rechnen.“ Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) sagte, man dürfe diesen Gedanken aber nicht als klassische Kultursubvention begreifen. Es gehe um die Kreativwirtschaft, bei der Leute auch ihren Lebensunterhalt damit verdienen.

Die Stadt hat beim Fliegerhorst das Endziel eines bunten Stadtteils, bei dem Wohnen, Leben und Arbeiten zusammenkommen, sagte Lohde. Für diese langfristige Entwicklung sei die Eigentümer-Frage beim Fursty-Gelände ganz wichtig, ergänzte Stadtbaurat Martin Kornacher. Für den jetzigen Eigentümer, die Bundesbehörde Bima, sei ein Verkauf an Wohnungsbaugesellschaften wahrscheinlich das Leichteste. Fürstenfeldbruck müsse deswegen den Kauf im Auge behalten, sagte Kornacher. fd

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