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Engelbert Jais (links) mit Lehrlingen.

In Bruck

So könnte es weitergehen: Die Metzger wollen mit anpacken

Die Weiterführung des Schlachthofs unter anderen Vorzeichen wird wahrscheinlicher. So hat Landrat Karmasin bei einem Treffen am Freitag dem Chef der Metzgerinnung, Engelbert Jais, Unterstützung beim Bemühen um einen Neuaufbau zugesagt.

Fürstenfeldbruck - Wichtig für Jais unter anderem: Die Aussicht darauf, dass der Landkreis bei einem neuen Schlachthof wiederum als Finanz-Teilhaber (150 000 Euro) mit an Bord sein könnte. Dafür trete er tatsächlich ein, bestätigte Karmasin. Das letzte Wort allerdings hätten hier die Kreisgremien.

Nun komme es natürlich auch auf die anderen rund 70 Teilhaber der Schlachthof GmbH an, sagte Jais. Deren Einlagen betragen rund 500 000 Euro. Wenn die Hälfe ihre Beteiligung herausnähme, wäre der Schlachthof am Ende, so Jais. Er gehe aber nicht davon aus, dass dies geschehen werde. Die Einladung zu einer Versammlung soll demnächst verschickt werden.

Jais, der nach dem Aus für den Schlachthof dessen Wichtigkeit unterstrichen hatte, will insgesamt nicht blauäugig in eine neue Zukunft starten. Er berichtet von einer Zusage der Innungsbetriebe. Demnach werde jeder von ihnen einen Metzger für den neuen Schlachthof zur Verfügung stellen. Auch er selbst wolle wieder schlachten. Vorher aber gelte es, entsprechende Kurse zu absolvieren. Nach den Umbaumaßnahmen am Schlachthof solle bei einem Weiterbetrieb ein zusätzlicher Tierarzt vor Ort sein. Jais: „Wir unterscheiden zwischen einem reinen und einem unreinen Bereich und ein Veterinär kann wegen der Hygienebestimmungen nicht einfach in beiden Bereichen hin- und hergehen.“ Jais betont: Noch ist die Fortführung nicht in trockenen Tüchern. Das werde dauern.

Das Landratsamt fordert die Benennung eines zuverlässigen und sachverständigen Tierschutzbeauftragten, die vollständige Erstellung von Standardarbeitsanweisungen für die einzelnen Arbeitsschritte, eine entsprechende Schulung aller Mitarbeiter und bekanntermaßen die Beseitigung baulicher Mängel.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Reinhold Bocklet, der vor Jahren als Landwirtschaftsminister die Weichen für regionale Schlachthöfe gestellt hatte, hatte in der vergangenen Woche schon angeführt, dass mit den Enthüllungen und durch das Versagen Einzelner ja nicht das System als solches in Frage gestellt sei. Die Idee des Regio-Schlachthof-Konzepts sei mitnichten gestorben, vielmehr sei sie sehr gut.  akk/st

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