Baerbock + Habeck
+
Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen die K-Frage zunächst untereinander klären.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Die Grünen und die Kanzler-Frage: Das sagen örtliche Vertreter der Partei

Alle Autoren
    schließen
  • Tobias Gehre
    Tobias Gehre
  • Kathrin Böhmer
    Kathrin Böhmer
  • Helga Zagermann
    Helga Zagermann
  • Andreas Daschner
    Andreas Daschner
  • Thomas Steinhardt
    Thomas Steinhardt

Annalena Baerbock oder Robert Habeck: Wen schicken die Grünen ins Rennen um die Kanzlerschaft? Die Partei will diese Frage am 19. April beantworten. Das Tagblatt hat bei Grünen-Politikern im Landkreis schon jetzt einmal nachgefragt, wen sie am liebsten im Kanzleramt sähen.

Fürstenfeldbruck - „Mein Herz schlägt für Annalena Baerbock und auch mein Verstand sagt dazu ja“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer. Sie kenne Baerbock aus der Fraktion und wisse, wie „gescheit, kämpferisch, leidenschaftlich“ sie für grünen Ziele kämpfe. Die Partei-Vorsitzende sei sympathisch, unaufgeregt und pointiert. Zudem passe es zu einer feministischen Partei, eine Frau ins Rennen zu schicken.

Pro Baerbock

Auch Bezirksrätin Gina Merkl favorisiert Baerbock. Sie sei konsequent und mutig. „Und als junge Frau würde ich natürlich gerne eine Frau an der Spitze sehen“, sagt Merkl. Schließlich gehört die 1998 geborene Grünen-Politikerin zu der Generation, die zumindest bewusst noch keine andere Regierungs-Chefin als ihre Beinahe-Namensvetterin Angela Merkel erlebt hat.

Doch nicht nur weibliche Grüne favorisieren Baerbock. „Der Tradition der Grünen entspricht Annalena Baerbock eher“, sagt der Grünen-Politiker aus Grafrath, Thomas Prieto Peral. Zwar traue er Habeck das Amt auch zu. „Er ist aber eher der Philosoph unter den Politikern.“

Eher diplomatisch

Der Gröbenzeller Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge gibt sich bei der K-Frage diplomatisch: „Ich sehe tatsächlich beide als prima Kandidaten. Die letzten gut 15 Jahre haben gezeigt, dass Deutschland mit einer Kanzlerin gut fahren kann.“ Konkreter wird Runge nicht.

Andreas Birzele, einer der beiden Sprecher des Grünen-Ortsverbands FFB Nordwest und für die Ökopartei im Gemeinderat Althegnenberg, war bisher von Habeck „in den Bann gezogen“. Doch nun habe Baerbock aufgeholt. Auch als Gegengewicht zu den Kanzlerkandidaten Söder/Laschet und Scholz wünscht er sich, eine Frau ins Rennen zu schicken.

Sabeeka Gangjee-Well, Gemeinderätin in Türkenfeld, stimmt Birzele zu. Auch sie hätte gerne eine Kanzlerin. Baerbocks „direkte, bodenständige, handfeste Art“ gefalle ihr. Aber auch Habeck sei ein exzellenter Kandidat. Letztlich gehe es um „gute Politik für das Land“. Die Grünen müssten nun entscheiden, wer mehr Stimmen an Land ziehen könnte.

Pro Habeck

Für Ingrid Jaschke, Fraktions-Chefin der Grünen im Olchinger Stadtrat sind beide „hervorragende Kandidaten“. Jaschke nennt sich selbst eingefleischte Feministin, dennoch ist das Frau-Sein allein für sie kein Grund, für eine Kanzlerin zu sein. Sie sieht es pragmatisch: „Unter Frauen gibt es genauso Nieten wie unter Männern.“ Das will sie aber nicht auf die K-Frage der Grünen bezogen wissen.

Jan Halbauer, Kreisrat und Stadtrat in Bruck spricht sich hingegen klar für Habeck aus. Er habe Regierungserfahrung als Landesminister in Schleswig-Holstein und habe sich beispielsweise beim so genannten Muschelfrieden im Norden bewährt. Er könne unterschiedliche Interessen zusammenbringen, vermitteln und Lösungen finden. Halbauer: „Nichtsdestotrotz haben wir ein Luxusproblem: Beiden traue ich es zu und ich freue mich auf den 19. April“.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare