Fastengottesdienste im Pfarrverband Fürstenfeld

So verstehen Kinder Karfreitag und Ostern

Tod und Auferstehung: Für Kinder sind diese Begriffe nur schwer greifbar. Und doch gehören sie genauso zu Ostern wie das Nest und die Eiersuche. In der Fastenreihe der katholischen Kirchen im Pfarrverband erleben die Kinder die Ostergeschichte – und verstehen, was die Erwachsenen in diesen Tagen feiern.

Fürstenfenfeldbruck – In den Fastengottesdiensten haben sich die Mädchen und Buben mit Ostern beschäftigt. In diesen Tagen erfahren sie, dass auch Jesus leiden musste – und dass er dabei aber nicht allein gelassen wurde. Und dass es nach dem Tod weiter geht. Für die Kleinen eine ganz wichtige Botschaft. Schließlich müssen sie verstehen, was in diesen Tagen in der Kirche zelebriert wird.

Kindergottesdienste gibt es das ganze Jahr über in St. Magdalena und St. Bernhard. Doch in der Fastenzeit kommt die Gruppe vom Kleinkind bis zum Drittklässler jede Woche in den Pfarrsaal. Das Thema lautet: „Gottes Freundschaft begleitet uns.“ Die Kinder gestalten gemeinsam einen Regenbogen. „Jede Woche kommt eine neue Farbe dazu“, erklärt Gemeindereferentin Simone Kuhbandner, die im Pfarrverband für die Kinderpastorale zuständig ist. „Wir hören aus dem Leben von Jesus und wollen ihm begegnen.“ In dieser Zeit entsteht auch die große Kerze für die Kindergottesdienste. Und jedes Kind gestaltet eine kleine Osterkerze – jede Woche mit einem neuen Stück Wachs in der jeweiligen Regenbogenfarbe.

Seit sechs Jahren betreut Kuhbandner die Fastenreihe im Pfarrverband, das Konzept hat sie von ihrer Vorgängerin übernommen. Auch ihre Kinder haben die Zeit miterlebt, als sie noch kleiner waren. „Darüber konnten wir gut ins Gespräch kommen.“ Die 47-Jährige weiß: Auch wenn die Themen Trauer, Leid, Tod und Auferstehung schwere Kost sind, kann man dies den Kindern gut vermitteln. Durch Gespräche, aber auch durch Aktionen. „Wichtig ist immer ein Bezug zum Hier und Jetzt.“

Deshalb dürfen die Kinder wie die Großen am Gründonnerstag das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern eingenommen hat, nachfeiern. Sie bekommen die Hände gewaschen. „Wir teilen das Brot und trinken Traubensaft.“ So lernen die Kleinen Gemeinschaft und das Teilen kennen. Am Karfreitag treffen sich die Kleinen dann zum Kreuzweg. Kleine Figuren aus Draht lassen die einzelnen Stationen des Leidensweges lebendig werden.

Die Kinder erfahren, was Jesus passiert ist und können es nachvollziehen. Etwa an der ersten Station, wo Jesus gefangen genommen und verspottet wird. Etwas, das manche Mädchen und Buben auch schon erlebt haben. „Kinder können verstehen, dass es Spott unter den Menschen gibt“, erklärt Kuhbandner. „Wir beten dann eine Fürbitte für die Menschen, die heute verurteilt und gequält werden.“

An den nächsten Stationen erfahren die Kinder, was es bedeutet, ein Kreuz zu tragen – eine lange Krankheit, Leid oder Sorgen. Und dass man unter der Last auch zusammenbrechen kann, wie Jesus unter dem Kreuz. Zu schwerer Stoff? Keineswegs, sagt Kuhbandner. „Die Kinder spüren, dass es ein schwieriger Stoff ist, sie sind voll bei der Sache.“ Und sie erfahren, dass ihnen in der Not auch geholfen wird – wie es Simon getan hat. Denn er hat das Kreuz für Christus getragen.

An der letzten Station, an der Jesus am Kreuz stirbt, wird die Osterkerze ausgeblasen. „Wir schweigen für kurze Zeit.“ Doch im Gegensatz zur kirchlichen Liturgie ist der Karfreitag noch nicht vorbei. „Für Kinder ist es wichtig, dass sie nicht in dieser Trauer stecken bleiben“, erklärt Kuhbandner. „Daher bleibt Jesus für sie nicht tot.“ Sie erfahren, dass es am nächsten Tag weitergeht. „Der Karfreitag drückt sie so nicht nieder, die Aussicht auf die Auferstehung gehört dazu.“

Schon am Karsamstag treffen sich die Kinder am Osterfeuer: Sie tragen ihre Osterkerze in den Pfarrsaal und stellen sie zur großen Kerze ans Kreuz. „Jesus will nicht, dass wir tot bleiben“, erklärt Kuhbandner. Anhand der Ostergeschichte erfahren die Mädchen und Buben, dass er deshalb auferstanden ist, und so seinen Jüngern – den Freunden im heutigen Leben – wieder begegnen konnte. Diese Freude fühlen die Kleinen, beim Gloria und beim Ostertanz. (imu)

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