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Ein Hoch auf unsere Bus-Musiker: Die Seitl-Saiten-Musik spielt im fahrenden Bus groß auf.

Musik im Shuttle-Bus 

Nächster Halt: Kulturnacht

Die Kulturnacht war auch in diesem Jahr ein Gesamtkunstwerk. Nicht nur, dass es an mehr als einem Dutzend Schauplätzen Musik, Poesie, Theater, Geschichte und Kunst zu erleben gab. Auch der Weg von einem Veranstaltungsort zum anderen wurde zum Kulturerlebnis – vorausgesetzt, man saß im richtigen Bus.

Fordern zum Mitsingen auf: Jutta Winckhler und Katharina Mundorff geben moderne Songs zum Besten.

Fürstenfeldbruck – Zwei Formationen begleiteten heuer die Besucher auf den Fahrten durch die Stadt, zum Jexhof und zur Furthmühle. Im schwankenden Bus zwischen Anfahren und Abbremsen, in Kurven und beim Rumpeln über Gullideckel nicht nur die Melodie, sondern auch das Gleichgewicht zu halten, war für die Münchner Seitl-Saiten-Musik eine neue Erfahrung – aber eine, die Petra Böhm, Elfriede Eberl und Günter Wagenpfeil mit Bravour meisterten. Meistens zumindest.

Irische Folklore und alpenländische Volkswaisen bei der Brucker Kulturnacht

Dort, wo sonst Platz für Kinderwagen ist, platzierten sich die drei mit Gitarre und Schwegelpfeifen, der Urform der Querflöte. „Den Kontrabass haben wir wohlweislich zu Hause gelassen“, sagt Elfriede Eberl.

Ist der Platz noch frei? Im Sitzen spielt Elfriede Eberl das Raffele und Petra Böhm die Gitarre.

Doch auch mit abgespecktem Instrumentarium begeisterte das Trio die Fahrgäste auf dem Weg zum Jexhof mit seinen alpenländischen Volkswaisen und irischer Folklore. Dazu gab es unfreiwillige Situationskomik, als Günter Wagenpfeil augenzwinkernd kundtat, jeder Schwarzfahrer müsse „60 Euro an die Musik“ bezahlen. Sprach’s und stürzte, weil der Bus in diesem Moment scharf bremsen musste. „Das kommt davon, wenn man so lügt“, kommentierte eine Mitfahrerin.

Bei modernen Popsongs werden Mitfahrer zu Mitsängern

Getan hatte sich der Musiker zum Glück nichts, und auch seine Gitarre blieb intakt. Später ließen sich die drei lieber auf einem Vierersitz nieder. Hier konnte Elfriede Eberl ihr Raffele auspacken, eine Vorform der Zither. Seinen vollen Klang entfaltet das Instrument zwar nur, wenn es auf dem Tisch gespielt wird, aber auf dem Schoß geht es auch, wenn es sein muss.

Im Bus zwischen Kloster, Hauptplatz und Landratsamt stimmten derweil Jutta Winckhler und Katharina Mundorff modernere Töne an. Die Sängerin und die Gitarristin hatten ein Repertoire aus aktuellen Popsongs, Schlagern und zeitlosen Hits im Gepäck. Da wurden viele Mitfahrer schnell zu Mitsängern – genauso, wie Winckhler und Mundorff es sich wünschten. Und die meisten bedauerten, dass sie schon nach wenigen Minuten am Ziel waren.

von Ulrike Osman

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