In der künftigen Einsatzzentrale beginnt der Rundgang mit Feuerwehrreferent und Brandhelfer Andreas Lohde, der den guten Blick von dort auf das Geschehen im Hof betont.
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In der künftigen Einsatzzentrale beginnt der Rundgang mit Feuerwehrreferent und Brandhelfer Andreas Lohde, der den guten Blick von dort auf das Geschehen im Hof betont.

Fürstenfeldbruck

So weit ist das zweite Feuerwehrhaus gediehen

  • Ingrid Zeilinger
    VonIngrid Zeilinger
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Im Mai soll das zweite Feuerwehrhaus an der Flurstraße eingeweiht werden. Noch haben die Handwerker auf der Baustelle das Sagen. Doch langsam lässt sich erahnen, wie die Brandhelfer dort arbeiten und wohnen werden. Ein Besuch im Rohbau.

Fürstenfeldbruck – Fahrzeughalle, Werkstatt, Umkleiden, Einsatzzentrale und acht Wohnungen entstehen auf dem Areal neben der Gärtnerei Würstle. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, kürzlich konnte Richtfest gefeiert werden. Nun folgt der Innenausbau.

Hinter dem großen grauen Übungsturm, der von der Straße aus ins Auge sticht, entsteht die Einsatzzentrale, in der die Handwerker schon Kabel ziehen. „So überblicken die Kollegen den Hof und sehen, wer ausrückt“, erklärt Feuerwehrreferent und Brandhelfer Andreas Lohde beim Rundgang. Ein weiterer Vorteil: Gleich nebenan ist der Bereitschaftsraum mit Teeküche. Hier halten sich die Feuerwehrleute auf und können auf Zuruf schnell ausrücken. In dem Raum ist auch Unterricht möglich, erklärt Lohde.

In der Fahrzeughalle ist Platz für einen ganzen Löschzug – sprich drei Fahrzeuge. Jedes erhält sein eigenes Tor, damit man nicht rangieren muss. Und auch eine extra Waschbox ist integriert. Denn wasche man ein Fahrzeug, würden die anderen automatisch dreckig, erklärt Lohde. Zudem müssten auch Geräte gereinigt werden.

Von den seitlich gelegenen Parkplätzen geht es direkt in die Umkleiden – getrennt für Frauen und Männer. Dahinter liegen Räume für Lager und Werkstatt – einzelne mit leichten Wänden unterteilte Kabinen.

Noch regieren die Handwerker, aber der Rohbau lässt bereits erahnen, wie es später mal aussehen wird.

In den beiden Stockwerken darüber werden künftig Feuerwehrleute leben. Je eine Zwei- und Vierzimmerwohnung sowie zwei Dreizimmerwohnungen entstehen. Licht flutet durch große Fenster in die Räume. Breite Balkone laden zum Sonnenbaden, Essen mit der Familie und auch Austausch mit den Kollegen ein. In kleinen Boxen lassen sich Sonnenschirm und Stühle verstauen. Während unten massiv mit Beton gebaut wurde, nimmt man für die Wohnungen Holz und Zellstoffdämmung – für den Klimaschutz. Aufs Dach kommt eine PV-Anlage. Feuerwehrhäuser seien ohnehin mit die energieeffizientesten Gebäude der Stadt, erklärt Lohde. Bessere Werte hat nur die Leonhardikirche.

Die Wohnungen waren ein Muss, sagt Lohde. „Jährlich wandern Leute ab, nicht weil sie keine Arbeit haben, sondern weil sie keine Wohnungen finden.“ Während in der Landsberger Straße überwiegend große Wohnungen vorhanden sind, hat man hier bewusst auch kleinere Appartements eingeplant – vom Single bis zur mehrköpfigen Familie kommen alle zum Zug. Und alle acht Wohnungen sind bereits vergeben.

Im großen Übungsturm sollen die Brandhelfer Anleitern und auch das Bergen von Personen trainieren. Dafür gibt es eine extra Drehleiter. Die Schläuche bleiben in der Landsberger Straße, wie auch der große Unterrichtssaal und Räume für die Jugendgruppen. Denn die waren finanziell nicht drin, zumal das Projekt nun bei rund 6,9 Millionen Euro liegt.

Ohnehin soll es vorerst keine Teilung der Brucker Feuerwehr geben. Vielmehr wird die Flurstraße der zweite Standort. Man müsse sehen, wie es sich entwickle, sagt Lohde. Vielleicht gebe es in einigen Jahren dann eine zweite Brucker Feuerwehr.

Bis dahin werden die Brandhelfer beide Wachen bespielen. 30 bis 40 zusätzliche Einsatzkräfte wären dafür gut. Diese können auch während der Arbeitszeit zur Flurstraße fahren und nach Feierabend von der Landsberger Straße aus ausrücken.

Mit zwölf Jahren kann man zur Jugendfeuerwehr gehen. Aber der Quereinsteiger Mitte 50 ist genauso willkommen. Oder die Frau im Homeoffice, sagt Lohde. Derzeit läuft in der ganzen Stadt eine große Werbeaktion. „Wir wollen gezielt Leute aus diesem Quartier finden.“ Menschen, denen der Weg in die Landsberger Straße vielleicht zu weit war.

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