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So werden die Klassenzimmer digital

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Von: Fabian Dilger

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Tablets statt Tafel: Immer mehr Schulen in der Stadt sollen digital ausgestattet werden. © Symbolfoto: Panthermedia

Fürstenfeldbruck gibt sich eine eigene digitale Agenda. Damit setzt sich die Stadt Ziele, wo und wie sie die Chancen der Digitalisierung nutzen will. Zwei Beispiele aus dem Bildungs- und Verwaltungsbereich zeigen, was das für die Stadt und die Bürger bedeuten könnte.

Fürstenfeldbruck – Digitale Agenda – dieser Begriff klingt erst einmal riesig. Damit will die Stadt das ganz große Thema Digitalisierung besser in den Griff bekommen. Ein Antrag der SPD-Stadtratsfraktion zielte darauf ab, dass die Stadt Ziele formuliert: Was soll digitalisiert werden? Wo ist schon etwas digitalisiert? Mit wem kann die Stadt dabei zusammenarbeiten?

„Zusammenführen, um ein gezieltes Vorgehen zu ermöglichen“, das solle die Agenda ermöglichen, sagte SPD-Fraktionschef Philipp Heimerl. Diese Zukunftsstrategie wird Bruck jetzt erst einmal auf dem Papier entwerfen, denn der Stadtrat nahm den Antrag einstimmig an. Die Ausarbeitung soll sich an einer Smart City Charta orientieren, welches das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung erarbeitet hat.

Digitale Klasse

Lernen mit und mithilfe von Tablets, Computern, Internet und Beamern ist in aller Munde. „Das haben wir schon lange im Fokus“, sagt Michael Maurer, der im Rathaus das Sachgebiet für Bildung, Familie, Jugend und Sport leitet. An der Grund- und Mittelschule Nord läuft zum Beispiel im dritten Jahr ein Modellprojekt. Es gibt Medienwägen auf jedem Stockwerk, auf denen Tablets bereitliegen, Beamer und Dokumentenkameras in den Klassenzimmern. „Je nach Bedarf und Unterrichtsstoff“ werde damit gearbeitet. Den Schülern gefällt es, die Lehrer finden es toll, das Direktorium steht dahinter, sagt Maurer. 2019 wird sich die Kommunalpolitik mit ähnlichen Konzepten für die anderen städtischen Schulen beschäftigen.

Ganz klar für Maurer: Die Digitalisierung wird bei der Planung der neuen Grundschule im Westen berücksichtigt. „Auf jeden Fall eine digitale Projektionsfläche für jedes Klassenzimmer“ komme zum Beispiel, erklärt Maurer, ergänzend oder in Kombination mit Schiefertafel oder Whiteboard. Es werden aber nicht alle Grundschüler in Zukunft einen Computer im Schulranzen haben: „Wir werden nicht jeden Schüler mit einem Laptop oder Tablet ausstatten können“, sagt Maurer. Es wird wohl so wie in der Schule Nord ablaufen.

Die Frage, wer die ganze digitale Ausstattung in Zukunft bezahlt und unterhält, ist noch offen. Ungeklärt ist zum Beispiel: Ist ein Tablet Ausstattung der Schule wie eine Tafel? Dann müsste die Stadt Reparaturen übernehmen und neu anschaffen. Oder ist ein Tablet ein Lehrmittel wie ein Schulbuch? Dann müsste der Freistaat zahlen. „Über die Kosten kann ich noch überhaupt nichts sagen“, meint Maurer.

Die Betreuung und Wartung des Equipments an den Schulen durch Fachkräfte wird ebenfalls Thema werden. „Ohne eine Systembetreuung an den Schulen wird es nicht gehen“, sagt Maurer. Man müsse abwarten, was die Stadt an Zuschüssen bekomme. Zurzeit verhandeln auch Bund und Länder über dieses Thema, die Große Koalition will in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Euro in die Digitalisierung der Schulen stecken.

Digitales Rathaus

Estland oder Dänemark sind die Traumländer von Bürgern, die Behördengänge vor dem Bildschirm erledigen wollen. Dort kann man fast alle Formalien über das Internet regeln. Die deutsche Verwaltung ist noch lange nicht soweit. Im Rathaus gibt es aber erste Schritte. Spätestens 2019 muss die Verwaltung zum Beispiel elektronische Rechnungen annehmen. Dazu verpflichtet das sogenannte E-Government-Gesetz des Freistaates die Kommunen in Bayern.

Die SPD hätte gerne noch mehr solcher Möglichkeiten, wie zum Beispiel den Pass neu beantragen oder sein Gewerbe melden. Das eine ist rechtlich gar nicht möglich. Will man einen neuen Pass muss man persönlich erscheinen, eine Unterschrift aufgeben und die Fingerabdrücke nehmen lassen. Gewerbemeldungen über das Internet kann sich die Verwaltung aber vorstellen, sie will prüfen, wie das technisch umsetzbar ist.

Die Frage, wer das alles bezahlt, ist ebenfalls noch unklar. Im letzten Jahr hatten die Stadträte beschlossen, Geld vom Freistaat zu fordern. Denn mit dem E-Government-Gesetz entstehe der Kommune ein Mehraufwand. Wer solche Leistungen bestellt, müsse auch dafür zahlen, so die Meinung der Stadträte. Bis jetzt gibt es dazu aber keine Neuigkeiten.

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