Buchen stehen bei Sonnelicht in einem Wald.
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Ein Bebauungsplan soll einen Wald in Fürstenfeldbruck schützen. (Symbolbild)

Aus dem Planungs- und Bauausschuss

Ein Bebauungsplan, um keine Häuser zu bauen - so wollen Stadträte einen Wald schützen

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Um ein Haus zu bauen, braucht es einen Bebauungsplan. In einem Fall in Bruck ist es umgekehrt: Der Stadtrat stellt jenen Plan auf, um gerade keine Häuser zu bauen.

Fürstenfeldbruck – Drei Häuser mit gut 50 neuen Wohnungen und einer Tiefgarage sollen in einem Dreiecks-Grundstück zwischen der Hubertusstraße und dem Rothschwaiger Feldweg entstehen. Um den angrenzenden Wald zu schützen, soll dort ein Bebauungsplan aufgestellt werden – nicht jedoch für das Baugrundstück selbst.

Es klingt ein wenig paradox: Dort, wo gebaut werden soll, braucht es keinen Bebauungsplan. Für den Wald, wo eben genau keine Häuser errichtet werden sollen, hingegen schon. Wie Stadtplaner Markus Reize im Planungs- und Bauausschuss (PBA) erläuterte, liegt das daran, dass das von der Firma Walser Projektmanagement geplante Projekt nicht verzögert werden soll. Deshalb wird dort die Bebauung nach dem Paragrafen 34 des Baugesetzbuches genehmigt.

„Der Wald hat sich hochwertig entwickelt und enthält mittlerweile sogar ein kartiertes Biotop“, meint Christian Götz (BBV).

Dieser Paragraf besagt, dass sich eine Bebauung in Bereichen ohne Bauleitplanung in die Umgebung einpassen muss. Allerdings könnte der Paragraf in der Folge auch für die angrenzenden Flächen herangezogen werden – zumal der Wald westlich im Flächennutzungsplan noch als mögliches Wohngebiet ausgewiesen ist. Und das ist wiederum gar nicht im Sinne der Stadt.

Dies könne man heute so nicht mehr stehen lassen, meinte Christian Götz (BBV). „Der Wald hat sich hochwertig entwickelt und enthält mittlerweile sogar ein kartiertes Biotop.“ Mit einem Bebauungsplan könne der Wald laut Reize erhalten werden. Südlich des diskutierten Grundstücks hält der Stadtplaner eine Bebauung hingegen für denkbar. Allerdings sagte er auch: „Um dort etwaige Fehlentwicklungen bei der Bebauung zu verhindern, empfehlen wir, einen Bebauungsplan aufzustellen.“

Mit dem Bau der drei Wohngebäude waren die PBA-Mitglieder grundsätzlich einverstanden. Allerdings wollen die Stadtpolitiker noch bei der Gestaltung und Positionierung mitreden. Hierfür wird nun ein Fachbeirat eingesetzt. Nach Wunsch von Alexa Zierl (ÖDP) soll dabei auch besprochen werden, wie die jüngst verabschiedeten Ziele der Stadt zum klimaneutralen und verkehrsarmen Bauen berücksichtigt werden können.

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