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Wohnungslosigkeit kann jeden treffen: Immer wieder bleiben Bürger stehen und setzen sich für ein Gespräch auf das Sofa.

Fürstenfeldbruck

Sofa-Gespräche über Obdachlosigkeit

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Couch, Sessel, Tisch und Lampe: Es steht ein kleines Wohnzimmer in der Innenstadt an diesem sonnigen Spätsommertag. Die gemütlichen Sitzgelegenheiten sollen die Passanten aber nicht nur zum Platz nehmen einladen, sie sollen aufmerksam machen auf ein Problem: Wohnungslosigkeit.

Fürstenfeldbruck –  Die Caritas Fürstenfeldbruck hat am Mittwoch zum ersten Mal diesen ungewöhnlichen Infostand aufgebaut und will sich mit den Bürgern unterhalten, das Thema länger ansprechen und nicht nur Flyer verteilen.

Anlass der Aktion ist der Tag der Wohnungslosigkeit. „Es soll darauf aufmerksam machen, dass es eine große Personengruppe gibt, die keinen eigenen Wohnraum haben“, erklärt Patrick Fissel (31) von der Caritas. Der sehr große Teil der Wohnungslosen schläft aber nicht direkt auf der Straße. Wer in Wohnheimen, Notunterkünften, übergangsweise bei Freunden oder in Frauenhäusern übernachten muss, weil er kein eigenes Dach über dem Kopf hat, gilt ebenso als wohnungslos.

Obdachlosigkeit: Immer weniger Sozialwohnungen

Fissel betont, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Fürstenfeldbruck bei den Unterbringungen sehr gut ist. Insgesamt lebten in Deutschland aber zum Beispiel 2017 circa 650 000 Menschen unter solchen Umständen. Die Caritas möchte, dass das Thema von der Politik stärker angegangen wird, sagt Fissel: Es gebe immer weniger Sozialwohnungen, die Mieten steigen, die Schere zwischen Arm und Reich gehe auseinander. „Eine einkommensschwächere Schicht entsteht, die sich keinen Wohnraum leisten kann.“ Im teuren Ballungsraum München haben Menschen, die nicht so gut verdienen wie andere, zum Beispiel weniger Chancen bei den Vermietern.

Das kann zum Beispiel auch für Rentner ein Problem sein, wenn sie keine anderen Einkommensquellen haben, weiß Roland Hasse. Der 66-jährige Starnberger hat früher lange in Bruck gelebt.

Gerade ist er zu Besuch in der Stadt und hat den Stand gesehen. „Ich dachte mir schon so etwas, dass es um Wohnungslosigkeit geht“, sagt der Rentner, der sich dann lange mit den Caritas-Mitarbeitern unterhält – wie andere Bürger auch, die auf die Sitzgruppe am Sparkassenvorplatz aufmerksam werden. Hasse war früher selbst in der Baubranche, deswegen hat er eine dezidierte Meinung, was der Staat tun sollte: „Die einzige Lösung wäre sozialer Wohnungsbau.“ Der Staat müsse Grundstücke in Erbbaurecht vergeben und vernünftige Bindungsfristen für die Sozialwohnungen festlegen. „Der totale Wegfall nach 25 Jahren ist auch zu extrem.“ 

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