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Sohn übernimmt Traditionsgärtnerei

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An die mittlerweile fünfte Generation gibt Ulrich Würstle (l.) die Leidenschaft für das Gärtnern weiter. Sein Urgroßvater war einst Chef der Münchner Stadtgärtner. Seinen eigenen Betrieb gibt er jetzt an seinen Sohn Vitus weiter. © Peter Weber

In der Gärtnerei seiner Tante fing die Karriere von Ulrich Würstle einst an. Dann gründete er das Gartenland an der B 471. Nun hat er den Stab an seinen Sohn weitergereicht. Der Gärtnerberuf hat in der Familie seit über 100 Jahren Tradition.

Fürstenfeldbruck – Auf einer lauschig gelegenen Steinbank machen es Ulrich und Vitus Würstle gemütlich. Stolz erzählen sie von ihrem Gartenland, das Vater Ulrich aufgebaut hat. Seit diesem Jahr ist sicher, dass es weitergehen wird. Vitus wird die lange Familientradition weiterführen.

Der Urgroßvater von Ulrich Würstle war Chef der Stadtgärtner in München. Sein Sohn Joseph Rothmund studierte in Weihenstephan und gründete 1911 den Bezirksgarten Fürstenfeldbruck, der früher dort zu finden war, wo heute das Landratsamt steht. Dort fing 1932 Georg Würstle (Ulrichs Vater) als Gehilfe an und verliebte sich in Rothmunds Tochter Hildegard.

Während des Zweiten Weltkriegs war Georg Würstle fast die gesamte Zeit in britischer Gefangenschaft, dennoch konnten er und Hildegard per Ferntrauung heiraten. Die Hochzeit war nötig, damit Hildegard Land erwerben konnte. Zusammen mit ihrer Schwester, Ulrich Würstles Tante, begann sie, Gemüse anzubauen.

1946 gründete die Tante dann an der Dachauer Straße eine eigene Gärtnerei. Dort machte Ulrich Würstle seine Lehre. Im Frühjahr 1977 übernahm er das Geschäft.

Die Gärtnerei wuchs und Würstle konnte sechs Jahre später das heutige Grundstück an der Flurstraße erwerben. „Unser Gartenland ist genauso alt wie mein Sohn. Er ist am Wochenende vor der Eröffnung geboren“, erzählt Ulrich Würstle.

Nach einer Ausbildung als Baumschulgärtner und Aufenthalten in Spanien, Italien, Japan und Holland fing Vitus 2010 im Gartenland an.

2014 leiteten Vater und Sohn dann die Übergabe ein. Seit diesem Jahr gehören dem 34-Jährigen 50 Prozent der Gärtnerei und er ist froh darüber. „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, sagt Vitus.

Ulrich Würstle betont aber, dass er seinen Sohn nicht gedrängt hat, in seine Fußstapfen zu treten. „Ich hätte auch zugesperrt, hätte er nicht gewollt“, sagt der 66 Jahre alte Seniorchef ganz nüchtern. So ist es ihm aber auch recht. Jetzt hat er mehr Zeit für seinen Blumen- und Gartenfreundeverein. Außerdem hat er vor, mit seiner Vespa in die Pyrenäen zu fahren.

Um die Zukunft des Gartenlands machen sich Vater und Sohn kaum Sorgen. „Mit unserer Qualität und dem Fachwissen können wir gegen Baumärkte und das Internet bestehen“, sagt Ulrich Würstle.

Den Nachwuchs begeistern

Seine Liebe zum Gärtnern hat Ulrich Würstle nicht nur an seinen Sohn weiter gegeben. Er bildet derzeit drei angehende Gärtner aus, und seit vielen Jahren nimmt der Betrieb an den „Tagen der Kindergärtnerei“ teil. Bisher kamen 289 Gruppen bestehend aus fast 8000 Kindern ins Gartenland, um sich den Alltag eines Gärtners und die verschiedenen Pflanzen hautnah erklären zu lassen. Im Herbst 2017 wurde das Gartenland Würstle dafür ausgezeichnet. Ulrich und Vitus Würstle nahmen in Berlin den TASPO-Award, verliehen von einer großen Gartenbau-Fachzeitschrift, für ihre langjährige Arbeit mit Kindergarten- und Schulkindern entgegen.

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