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Viele Dächer eignen sich für Photovoltaik-Anlagen. Der Landkreis hat daher eine Initiative gestartet.

Photovoltaik

Solar-Initiative stößt auf großes Interesse

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Die Photovoltaik-Kampagne des Landkreises stößt auf wesentlich mehr Nachfrage als erwartet. Damit die Beratungen vor Ort weitergehen können, wurde sogar das Budget aufgestockt.

Fürstenfeldbruck – Seit der Auftaktveranstaltung im Januar haben über 900 Personen einen der 18 Vorträge besucht, die in den verschiedenen Gemeinden angeboten wurden. Allein bis Februar baten 100 Bürger um eine konkrete Beratung durch einen Solar-Spezialisten unter anderem von Ziel 21. Damit war das Budget eigentlich schon ausgeschöpft. Das Klimaschutzmanagement im Landratsamt aber hat finanzielle Mittel umgeschichtet, um weitere Beratungen anbieten zu können. Dabei kommen die Experten zu einem Interessenten für rund eine Stunde nach Hause und geben kostenlos Tipps, ob und wie dessen Dach für eine Photovoltaik-Anlage geeignet wäre.

Fünf Solar-Anlagen gebaut

Bis Anfang Mai folgten weitere 218 Beratungen. 46 Prozent der begutachteten Dächer hätten sich als sehr gut geeignet herausgestellt, 39 Prozent als gut, zehn als bedingt und nur fünf Prozent als ungeeignet, wie es im Zwischenbericht des Klimaschutzmanagements heißt. Fünf Bürger hätten sich außerdem gemeldet, die aufgrund der Kampagne wirklich schon Solaranlagen gebaut haben – dies in Olching, Aich, Gröbenzell, Moorenweis und Unterlappach. Fachbetriebe signalisierten außerdem, dass die Nachfrage seit Kampagnenbeginn spürbar zugenommen habe. Mit an Bord sind auch die Stadtwerke aus Bruck, Olching, die Strom Germering GmbH und die Komm-Energie.

Im Rahmen der Kampagne wurde auch untersucht, welche Gebäude des Landkreises für Solar-Anlagen in Frage kämen. Ergebnis: Alle geeigneten haben bereits eine.

Einschätzungen zur Kampagne

„Wir liefern genau das, was die Bürger jetzt brauchen“, lobte Jakob Drexler (UBV) jetzt in der kurzen Aussprache zu dem Thema im Energieausschuss des Kreistags. Max Keil (ÖDP) gestand, nicht an einen solchen Erfolg geglaubt zu haben. Die Stadtwerke seien praktisch ausgelastet durch die PV-Offensive. Und auch Johann Wörle (CSU) nannte die Kampange „super erfolgreich“. Nur Jan Halbauer (Grüne) kritisierte, dass die Mittel für die persönlichen Beratungen zu gering angesetzt gewesen seien. Außerdem fragte er sich, ob es das richtige Feedback sei, wenn nur fünf von 300 Beratenen wirklich eine Anlage bauen. „Es muss schon mehr passieren“, meinte Halbauer, wobei Jakob Drexler zu mehr Geduld riet. Die Firmen hätten viele Anfragen, das dauere dann eben etwas. „In einem halben Jahr wissen wir mehr.“

Die Kampagne unter dem Titel „Mein Dach hat´s drauf“ läuft bis in den Spätherbst hinein. Ursprünglich war als Titel mal der Slogan „Zusammen schlau – FFB setzt auf PV“ angedacht gewesen. Wegen des doch etwas gewagten Reims war er aber auf Kritik gestoßen.

Die Anmeldung

zum „Eignungs-Check PV“ ist sowohl telefonisch beim Energiewendeverein Ziel 21 unter der Telefonnummer (08141) 51 92 25 als auch über E-Mail an die Adresse info@ziel21.de möglich. Mehr zum Thema findet man hier.

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