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Aus der Gespräche auch mit Dachau

Sparkasse beerdigt Fusionspläne komplett

Die Idee einer Sparkassen-Fusion ist gescheitert. Auch die Gespräche zwischen Bruck und Dachau wurden beendet.

Fürstenfeldbruck - Nach dem Scheitern der geplanten Dreier-Fusion Landsberg, Fürstenfeldbruck und Dachau reiften Überlegungen, wonach Fürstenfeldbruck und Dachau sich zusammenschließen könnten. „Der Verwaltungsrat der Sparkasse Fürstenfeldbruck hat in seiner Sitzung am 20. Juni 2018 auf der Grundlage der erarbeiteten Fusionsarchitektur und Anteilsbewertung Verhandlungen mit Dachau zu einer möglichen Zweier-Fusion beschlossen“, berichtet nun Brucks Vorstandsvorsitzender Klaus Knörr. Am 28. Juni 2018 hätten sich der Vorstand und der Verwaltungsrat der Sparkasse Dachau intensiv mit dieser Frage beschäftigt und einstimmig beschlossen, die Fusionsgespräche insgesamt zu beenden, heißt es weiter in einer Mitteilung vom Freitag Vormittag. „Vorstand und Verwaltungsrat der Sparkasse Fürstenfeldbruck bedanken sich bei allen Beteiligten über alle drei Landkreise hinweg für die sehr engagierte und konstruktive Mitarbeit. Die Sparkasse Fürstenfeldbruck freut sich auf eine weiterhin kollegiale Zusammenarbeit mit den Sparkassen in Dachau und in Landsberg-Dießen“, heißt es weiter.

Die Sparkassen Landsberg-Dießen, Fürstenfeldbruck und Dachau hatten im IV. Quartal 2016 Fusionsgespräche mit dem Ziel aufgenommen, aus den drei selbständigen Sparkassen die „Amper-Lech-Sparkasse“ im Format einer sogenannten „Drei-Säulen-Sparkasse“ zu bilden. In der Zwischenzeit wurden umfangreiche Analysen und Bewertungen durchgeführt. Drei namhafte Beratungsfirmen haben die Sparkassen auf diesem Weg begleitet. In der Zeit von Juli 2017 bis April 2018 wurden die zuständigen Gremien in vier großen Informationsveranstaltungen informiert. Das II. Quartal 2018 stand anschließend im Zeichen der Entscheidungen. Insgesamt galt es, 18 Gremienbeschlüsse (Vorstände, Verwaltungsräte, Verbandsversammlungen, Kreistags-, Stadtrats- und Gemeinderatsbeschlüsse) vorzubereiten. In den ersten 10 Beschlüssen haben sich die jeweiligen Gremien für die Fusion der drei Institute ausgesprochen. Der 11. Beschluss (Kreistag Landsberg) ergab eine Ablehnung, mit der Folge, dass es zu keiner „Drei-Säulen-Sparkasse“ kommen würde. 

„Persönlich bin ich sehr enttäuscht. Es wäre eine Riesenchance gewesen. Sie wurde auf politischer Ebene vergeben“, kommentierte Fürstenfeldbruck Sparkassen-Chef Klaus Knörr am Freitagvormittag das Ende der Idee eines größeren Hauses. Zuvor hatte er über Aus der Gespräche mit Dachau berichtet. Der Vorstandsvorsitzende Knörr vermutet, dass Dachau sich in Erwartung einer negativen Entscheidung im dortigen Stadtrat aus den Gesprächen zurück gezogen habe. „Es gab die Einschätzung, dass eine Fusion nicht mehrheitsfähig ist.“ Wie Klaus Knörr gegenüber dem Tagblatt sagte, wäre die Situation wohl auch im Fürstenfeldbrucker Stadtrat schwierig geworden. Der Bankchef bedauert, dass es dort (anders als im Fürstenfeldbrucker Kreistag, der sich mehrheitlich für die Fusion aussprach) nie zu einer Entscheidung kam. Sonst hätte man die Verantwortlichkeiten für die oder jene Haltung benennen können. Die Sparkasse Fürstenfeldbruck werde sich nun auf sich selbst konzentrieren müssen, sagte Klaus Knörr. „Dass das keine Wohlfühlzone ist, ist klar. Wir werden hart am Wind segeln müssen.“

 Ein Gutachten hatte im Vorfeld ergeben, dass die Fürstenfeldbrucker Sparkasse auch alleine weiter bestehen kann. Eine Stärkung der eigenen Position sei durch verschiedene Maßnahmen möglich, hieß es dort. Unter anderem sahen die Gutachter im Sinne der Selbstoptimierung ein gewisses Potential im Abbau von Mitarbeitern, nicht nur, aber auch im Stabsbereich. Dabei solle der Mitarbeiterabbau an die natürliche Fluktuation geknüpft sein.

 Klaus Knörr glaubt, dass dieser Schrumpfungsprozess im Falle einer Fusion wesentlich sanfter vor sich gegangen wäre als es nun der Fall sein werde. Potentiale gebe es außerdem im Wertpapiergeschäft und im Private Banking, hieß es weiterhin im Fusionsgutachten, das einen Zusammenschluss von Landsberg, Fürstenfeldbruck und Dachau in Summe als für alle Häuser vorteilhaft beurteilt hatte. Als Gründe für die Fusionspläne waren stets die steigende Regulatorik (von Gegnern in Frage gestellt), die niedrigen Zinsen, die fortschreitende Digitalisierung und die Chance auf mehr Expertentum genannt worden.

 Landrat Thomas Karmasin ist vom Aus der Fusionsidee nicht erfreut. „Ich bedauere das Ergebnis, hatte aber nach dem Ausstieg Landsbergs keine große Hoffnung mehr.“ In der Politik müsse halt leider nicht nur das Projekt richtig sein, sondern auch der Zeitpunkt. „In der Medizin gilt der Spruch „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Trotzdem gehen viele erst zum Arzt, wenn ihnen etwas weh tut.“ In der Politik seien auch viele erst bereit, zu handeln, wenn Probleme offensichtlich seien. Der jetzt eingeschlagene Weg sei wesentlich härter für die Sparkasse, aber gangbar.

 Die Grünen, die den Prozess der geplanten Fusion kritisch begleitet und am Ende strikt gegen die Fusion waren, begrüßten am Freitag das Aus. Die Fürstenfeldbrucker Sparkasse sei auch allein gut für die Zukunft aufgestellt, hieß es. 

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