Immer mehr Sparkassenkunden machen Online-Banking. Auch das ist ein Grund für eine mögliche Ausdünnung des Filialnetzes des Geldinstituts. DPA-Beispielfoto

Umstrukturierung angekündigt

Sparkasse: Droht jetzt die Schließung von Filialen?

Fürstenfeldbruck – Die Sparkasse Fürstenfeldbruck organisiert ihre Kundenbetreuung und ihre Filialstruktur neu. Das kündigte das Geldinstitut nun an. Bereits im Juni sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Knörr, dass Standortschließungen nicht ausgeschlossen seien.

Was genau passieren soll, wird noch nicht verraten. Weder Vertreter der Sparkasse noch aus Verwaltungs-, Aufsichts- und Personalrat wollten sich auf Nachfrage dazu äußern und verwiesen auf eine für nächsten Freitag angekündigte Pressekonferenz. Verwaltungsrat-Mitglied Margit Quell sagte immerhin: „Der Verwaltungsrat wird darauf achten, dass die Kunden nicht zu stark belastet werden.“

Laut Sparkassen-Sprecher Dirk Hoogen gibt es derzeit 25 Filialen im Landkreis, in denen Mitarbeiter tätig sind. In Hattenhofen, Jesenwang und Schöngeising teilt man sich bereits seit längerem den Standort mit der Volksbank Raiffeisenbank. „Zwei Tage wir, zwei Tage die, und mittwochs ist keiner drin“, erklärt Hoogen das Konzept. Mobile Filialen, also, dass ein Bus an einem Tag in den Ort kommt, seien derzeit bei der Sparkasse Fürstenfeldbruck kein Thema, so Hoogen.

„Es wäre sehr bedauerlich, wenn das Filialnetz ausgedünnt werden würde“, sagt Michael Schanderl, Emmeringer Bürgermeister und Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags, auf Nachfrage. Grundsätzlich sei es wichtig für ein Gemeindeleben, dass eine regionale Bank – egal ob Sparkasse oder Volksbank – im Ort vorhanden sein. Vor allem auch in Hinblick auf den demographischen Wandel. „Je älter die Bevölkerung wird, umso wichtiger ist es, dass Serviceleistungen wie Bank, Einkaufen und Ärzte in der Nähe der Menschen bleiben.“

Dass die Geldinstitute an der Kostenschraube drehen müssen, ist kein Geheimnis. Das liegt vor allem an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, aber auch am veränderten Kundenverhalten. Denn viele Kunden nutzen für Überweisungen Online-Banking und holen sich Bargeld am Automaten.

Wie Knörr im Sommer sagte, habe der Sparkassenverband deshalb Empfehlungen erarbeitet, welche Kriterien für die Bewertung von Filialstandorten herangezogen werden können. Das Brucker Haus hat diese Prüfung nun offenbar abgeschlossen und zieht Konsequenzen. An manchen Standorten könnten nun Leistungen abgebaut, an anderen ausgebaut werden – das hatte Knörr zumindest im Sommer angekündigt.

Bereits seit längerem fährt die Sparkasse an manchen Standorten bestimmte Service-Leistungen zurück. So gibt es teilweise keine Überweisungsautomaten mehr, so dass die Kunden ihre Überweisungen wieder mit der Hand ausfüllen müssen.

Von der Umstrukturierung könnten aber auch die Vertriebswege und Geschäftsfelder betroffen sein. Laut Knörrs Worten vom Juni will das Brucker Haus im Provisionsgeschäft wachsen. (ed)

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