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Die Sparkasse rät zum Immo-Kauf.

Fürstenfeldbruck

Die Preise steigen weiter: Corona-Folgen befeuern Immobilienmarkt

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Die hohen Materialpreise wegen Corona können Käufer kaum abschrecken: Die Immobilienpreise steigen. Das sagen die Experten der Sparkasse und der LBS. Ihr Tipp: Wer Wohneigentum erwerben will, der sollte das jetzt tun.

Landkreis – Nur kurz habe die Pandemie den Immobilienmarkt in eine Schockstarre versetzte, sagte Erwin Bumberger, Vorstandsvorsitzender der LBS Bayern vor der Presse in der Brucker Sparkasse. „Zwei Wochen lang wusste zu Beginn des ersten Lockdowns keiner, wie es weitergeht.“ Doch dann habe der Markt seinen Weg von vor Corona wieder aufgenommen. Und der führt laut Bumberger sowohl bei den Preisen als auch bei der Nachfrage weiter steil bergauf.

Vor allem die Folgen der Pandemie hätten den Markt in Bewegung versetzt. Durch Home Office und Home Schooling habe das eigene Zuhause noch einmal an Bedeutung zugelegt. „Die Menschen wollen mehr Wohnfläche für das eigene Büro, den eigenen Hobbyraum, den eigenen Garten“, sagt Bumberger.

Die Folgen des Home Office

Dies mache sich besonders im Münchner Umland bemerkbar. Wegen Home Office ist auch die Bereitschaft gestiegen, an den wenigen Tagen, an denen man ins Büro nach München muss, weiter zu pendeln. Soll heißen: Zweitwohnungen in der Stadt werden aufgegeben. „Dadurch ist die Preisentwicklung im Umland höher, als in der Stadt“, so der LBS-Vorstandsvorsitzende.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen wird durch die Veränderungen in der Arbeitswelt nach Bumberger Ansicht hingegen sinken, eher sogar Immobilien auf den Markt kommen, die in Wohnraum umgewandelt werden. Allerdings steht diese Entwicklung bislang offenbar noch aus. Frank Opitz, Vorstandsmitglied der Brucker Sparkasse, sagt jedenfalls: „In der Region ist das noch nicht spürbar.“

Wohl aber der Preisdruck, der auch durch den Wohnungsmangel entsteht. Zwischen 693 und 1041 Wohneinheiten werden jedes Jahr im Landkreis fertiggestellt – zu wenig, um die Nachfrage zu decken. Die Folge sind steigende Preise, wobei nach Opitz’ Ansicht vor allem der westliche Landkreis künftig eine deutliche Entwicklung nach oben machen wird. Derzeit werden dort zum Beispiel für ein unbebautes Grundstück im Schnitt 780 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, für ein Einfamilienhaus 820 Euro oder für eine Eigentumswohnung 4400 Euro – deutlich weniger als im mittleren oder östlichen Landkreis. Noch.

Die Bahnlinien

Die Immobilienexperten der Sparkasse richten ihr Augenmerk laut Opitz verstärkt auf den Westen des Landkreises, insbesondere im Bereich der Bahnlinien. Bauwillige würden in den Bereich drängen. Der Grund: „In Stadtnähe ist Eigentum unter einer Million Euro fast nicht mehr zu realisieren.“

Wegen der hohen Materialpreise ist derzeit zu hören, dass manche Bauträger nur geringere Quadratmeter-Preise bezahlen wollen. Nach Ansicht der Experten ist das aber ein vorübergehendes Problem. „Es kann sein, dass ein Verkauf sich mal etwas verzögert“, sagt Bumberger. Und Opitz ergänzt: „Die Materialpreise werden sich auch wieder beruhigen.“

Auf jeden Fall gehen Opitz und Bumberger davon aus, dass die Immobilienpreise auch 2021 weiter steigen werden – bei gleichzeitig niedrigem Zinsniveau von rund einem Prozent bei der Baufinanzierung. Deshalb sagt Bumberger: „Man sollte lieber heute als morgen den Wunsch nach Wohneigentum realisieren.“

„Je rechtzeitiger man anfange, Eigenkapital dafür aufzubauen, desto besser“, ergänzt Frank Opitz. Die alten Werte „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ würden zunehmend wieder an Bedeutung gewinnen. Denn Immobilien seien nach wie vor die solideste Altersvorsorge.

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