Veranstaltung im Bürgerpavillon

Posse um abgesagten Vortrag

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Dieser Tage hätte es einen Vortrag zum Thema Fusion der Brucker, Dachauer und Landsberger Sparkassen geben sollen. Doch er wurde abgesagt - von wem, das ist unklar.

Fürstenfeldbruck – Eigentlich hätte der Sparkassen-Kritiker Rainer Gottwald dieser Tage im Bürgerpavillon sprechen sollen. Geplant war ein Vortrag zum Thema Fusion der Brucker, Dachauer und Landsberger Sparkassen mit Diskussion. Doch die Veranstaltung von Sozialforum Amper und Kulturraum FFB mit dem Sprecher des Bürgerforums Landsberg am Lech wurde abgesagt.

Von wem, da scheiden sich die Geister. Wie Sparkassenchef Klaus Knörr auf Nachfrage bestätigt, hat er am Tag vor der Veranstaltung bei der Stadt angerufen. Der Grund: Er hatte Flyer in dem Gebäude an der Hauptstraße gefunden, die auf den Termin hinwiesen. Diese waren – von wem ist unbekannt – ohne Erlaubnis ausgelegt worden. „Darin wird nicht informiert, es handelt sich um Agitation“, so Knörr. In dem Flyer, der dem Tagblatt vorliegt, ist die Rede von Klüngeleien. Außerdem spricht Gottwald im Zuge der Fusion von „menschenverachtender Geldgier“.

Knörr habe nie gefordert, dass die Veranstaltung abgesagt wird

Als Knörr bei der Stadt anrief, weilte der amtierende Bürgermeister im Urlaub. Knörr wurde zum zuständigen Verwaltungs-Mitarbeiter durchgestellt. Der Sparkassenchef beklagte gegenüber diesem unter anderem, dass die Sparkasse nicht zur Diskussion eingeladen worden war. „Ich habe gefragt: Ist eine einseitige Meinungsbildung in dieser städtischen Einrichtung erlaubt? Ich habe aber nie gefordert, dass die Veranstaltung abgesagt werden soll.“

Von Seiten der Stadt, der der Bürgerpavillon gehört, heißt es, dieser sei eine Einrichtung der ganzheitlichen Bildung und Toleranz. Dieses Selbstverständnis sei dem Veranstalter bei zwei vorangegangenen Terminen mitgeteilt worden. Im Programm sei die Diskussion auch neutral angekündigt worden, nicht so auf den Flyern. Davon habe die Verwaltung erst von Knörr erfahren. In dem polarisierenden Flyer sei zudem CSU-Landrat Thomas Karmasin erwähnt worden, „so dass eine parteipolitische Orientierung nicht ausgeschlossen werden konnte.“

Der Sparkassenchef lässt nun rechtliche Schritte prüfen

Aus diesen Gründen habe die Verwaltung Harald Buwert vom Sozialforum mitgeteilt, dass die Veranstaltung so nicht stattfinden könne. „Ich hätte genau so entschieden“, sagt der amtierende Bürgermeister Erich Raff dazu auf Nachfrage. Buwert sah in dem Anruf eine Absage. Die Stadt sagt, er habe den Termin gestrichen und die Verwaltung per Mail davon in Kenntnis gesetzt. „Die Tatsache, dass der Raum mietvertraglich dem Verein Eine-Welt-Zentrum – ihm gehört das Sozialforum an – für Veranstaltungen seiner Mitglieder zur Verfügung steht, wurde nicht als Gegenargument anerkannt“, sagt Buwert.

Man habe keinen Sparkassen-Vertreter eingeladen, weil klar gewesen sei, dass dies ins Leere gelaufen wäre. Nun soll die Veranstaltung an einem anderen Ort nachgeholt werden. Die Stadt erlaubt einen neuen Termin im Bürgerpavillon wegen des politischen Hintergrunds nicht. „Wir laden Stadt- und Kreisräte sowie die Sparkasse ein“, sagt Buwert. Knörr allerdings meint: „Wir stehen für einen Diskurs mit legitimierten Vertretern wie Kreisräten zur Verfügung. Würden wir mit Gottwald diskutieren, würden wir ihn dadurch aufwerten.“ Außerdem lässt der Sparkassenchef rechtliche Schritte wegen des Flyers prüfen.

Rubriklistenbild: © dpa

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