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Die Sparkasse legte den Bericht heuer schriftlich vor.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Sparkasse schließt Filialschließungen wegen Corona derzeit aus

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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  • Andreas Daschner
    Andreas Daschner
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In der Coronapandemie muss die Sparkasse zwar weiter auf Sicht fahren, Filialschließungen sind aber nicht angedacht. Vielmehr konnte das Kreditinstitut im vergangenen Jahr den Gewinn sogar steigern. Die Bilanzsumme durchbricht damit erstmals die Schallmauer von vier Milliarden Euro.

Fürstenfeldbruck - Die Sparkasse habe frühzeitig auf die Entwicklungen der Pandemie reagiert, heißt es in der Vorstellung des Geschäftsjahres, die das Unternehmen coronabedingt heuer nicht bei einer Pressekonferenz, sondern schriftlich abgegeben hat. Eine der Maßnahmen war die vorübergehende Schließung von Außenstellen. Neun kleine Filialen sind derzeit geschlossen, die zehn größeren haben geöffnet.

Termine telefonisch vereinbaren

„Das heißt aber nicht, dass in den geschlossenen Filialen niemand da ist“, sagt Sparkassensprecher Dirk Hoogen. Telefonisch könnten Beratungstermine ausgemacht werden. Auch immer wieder laut werdenden Befürchtungen, dass die geschlossenen Filialen, wie beispielsweise die in Emmering, gar nicht mehr aufmachen könnten, tritt der Unternehmenssprecher entgegen: „Dazu gibt es keine Planungen.“

Der Virus bestimmt auch die Arbeit in den Bankräumen. Es ist genau definiert, wie viele Personen sich dort aufhalten dürfen. Und natürlich gelten die derzeit vorgeschriebenen Hygieneregeln. „Das klappt sehr gut“, so der Sprecher. Außerdem hat das Kreditinstitut laut dem Vorstandsvorsitzenden Peter Harwalik rund 300 mobile Arbeitsplätze geschaffen, um den Mitarbeitern Homeoffice zu ermöglichen. Dennoch verzeichnete das Kreditinstitut in den ersten beiden Monaten dieses Jahres zwei Coronafälle.

Viele Zugriffe auf Internet-Seite

Eines wurde im vergangenen Jahr sehr deutlich: Die Kunden nutzen die neuen Kommunikationskanäle verstärkt. Die Internetseite, auf der alle Kontaktmöglichkeiten gebündelt zu finden sind, wurde 2019 noch sechs Millionen mal aufgerufen, 2020 waren es bereits 7,3 Millionen Aufrufe. Die Zahl der E-Mails hat sich laut Hoogen von rund 18 000 auf etwa 21 325 vergrößert. Auch die Möglichkeit von Whatsapp-Nachrichten werde genutzt – allerdings noch nicht von dem größten Teil der Kunden, so Hoogen.

Beim Kreditgeschäft macht sich die Krise aus Sicht der Sparkasse nicht allzu dramatisch bemerkbar. Zwar gewährte die Bank Corona-Kredite in Höhe von 28,2 Millionen Euro und knapp 1000 Tilgungsaussetzungen. Aber Harwalik sagt auch: „Eine Insolvenzwelle können wir bis dato nicht feststellen.“ Insgesamt betrachtet sei man bis jetzt recht gut durch die Coronapandemie gekommen.

Corona verleitet zum Sparen

In nackten Zahlen heißt dies, dass die Sparkasse ihren Jahresüberschuss auf 6,2 Millionen Euro steigern konnte. Die Bilanzsumme liegt bei 4,23 Milliarden Euro. Niedriger fiel indessen der Zinsüberschuss aus, der aufgrund der Niedrigzinsphase um 1,1 Millionen auf 53,3 Millionen Euro gesunken ist. Das konnte laut Sparkasse aber durch einen höheren Überschuss bei den Provisionen kompensiert werden.

Corona verleitet die Menschen außerdem offenbar zum Sparen. Die Kundeneinlagen bei der Bank sind nämlich um 4,8 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro gestiegen. Peter Harwalik führt dies auf ein „Vorsichts- beziehungsweise Zwangssparen vieler Kunden während der Pandemie“ zurück.

Obwohl der Trend in der Pandemie also zum Sparen geht, gibt es dennoch auch vermehrt Menschen, die in Aktien investieren. Beim Wertpapiergeschäft verbucht die Sparkasse laut Hoogen nämlich ein „historisch gutes Ergebnis“. In Zeiten der Niedrigzinspolitik würden sich die Kunden da eine deutlich höhere Rendite versprechen.  

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