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Sparkassen-Fusion: Politiker diskutieren das Für und Wider

Mehr als eine kleine Richtungsweisung war die Abstimmung im Kreisausschuss über die denkbare Sparkassenfusion noch nicht. Es wurden aber einige Argumentationslinien klar – und mögliche Abstimmungskonstellationen.

Fürstenfeldbruck – Das wichtigste Untergremium des Kreistags votierte am Donnerstag mit 9:6 Stimmen für die Fusion der Sparkassen Fürstenfeldbruck/Landsberg und Dachau. Klar dabei ist: Bevor es wirklich zu einem Zusammenschluss der drei Häuser kommen könnte, stehen weitere Entscheidungen in Dachau und Landsberg an, genau wie in der Stadt Fürstenfeldbruck und eben im 70 Köpfe starken Brucker Kreistag. Die CSU hat hier keine eigene Mehrheit, verfügt aber inklusive Landrat über 32 Stimmen. Das heißt: Sie braucht vier Stimmen aus anderen Fraktionen, um sich durchsetzen zu können.

Die SPD (13 Stimmen) kündigte an, gegen die Pläne zu votieren, wobei im Kreisausschuss Ulrich Schmetz aus Fürstenfeldbruck gegen seine Fraktion für die Fusion stimmte. SPD-Sprecher Peter Falk wollte die Beweggründe der Befürworter zwar anerkennen. Ihnen gehe es wirklich um ein gutes Sparkassenwesen. Bei ihm selbst aber überwiege die persönliche Skepsis. Die Brucker Sparkasse könne, aber müsse nicht fusionieren, betonte Falk. Er befürchtet, dass eine neue Sparkasse Amper-Lech weniger örtlich sein werde und es langfristig zu einer Entwurzelung kommen könnte. Außerdem glaubt er, dass die Vorbereitungsphase nicht abgeschlossen ist, die Beschlussfassung in den Gremien des Kreistags daher zu früh komme.

Landrat Karmasin wies das zurück. Es sei viel diskutiert worden, es gebe mehrere Gutachten und irgendwann müsse eben abgestimmt werden. Karmasin hatte sich zuvor mehrfach für die Fusion stark gemacht. Er hält sie für sinnvoll (aber nicht für absolut unumgänglich), um die Sparkasse zukunftsfit zu machen. Es gebe Unterschiede zwischen den Häusern auch in der Unternehmenskultur, sagte Landrat Karmasin. Vielleicht sei eine Mischung aber ja genau das Richtige. „Wir werden ja nicht feindlich übernommen.“

Für die ÖDP befürchtete Max Keil, dass eine neue Sparkasse die regionale Verhaftung verlieren könnte. Außerdem erinnerte er an die Kosten eines Zusammenschlusses. Keil: „Wir sollten die Finger davon lassen.“ Für die Grünen kritisierte Martin Runge die Pläne. Er vermisste Aussagen darüber, warum Fürstenfeldbruck bei verschiedenen Kennzahlen schlechter als die anderen Häuser dastehe und Aussagen über die Rolle von Derivaten. Die Grünen (zehn Stimmen) seien von der Notwendigkeit einer Fusion nicht überzeugt, die Brucker Sparkasse könne auch alleine weiter bestehen. Runge sieht die Gefahr, dass die Sparkasse originäre Aufgaben nicht mehr erfüllen könnte. Außerdem betonte er, dass nach einer Fusion die mittelgroßen Fraktionen in den Sparkassengremien nicht mehr vertreten sein werden. Die Freien Wähler etwa würden einfach rausfliegen. „Es gibt dann weniger Pluralität.“ Es käme zur Dominanz der CSU oder einer anderen Partei mit gleichem Wahlerfolg. Außerdem warnte er vor der Gefahr, dass Mitarbeiter längere Arbeitswege auf sich nehmen müssten. Runge kritisierte eine gewisse „Fusionitis“ und forderte: „Werden Sie nicht zum Totengräber des Sparkassenwesens.“

Michael Leonbacher (FW) betonte, dass es den freien Wähler nicht um Sitze in den Sparkassengremien gehe. „Egal ob wir einen Sitz haben, oder nicht, uns geht es um eine Sparkasse, die zukunftsfähig ist.“ Das Kreis-Gutachten habe klar ergeben, dass ein Zusammenschluss sinnvoll sei. Er werde daher für die Fusion stimmen, wobei er auch sagte, dass es innerhalb der FW-Fraktion (acht Köpfe) unterschiedliche Meinungen gebe und infolge dessen auch unterschiedlich abgestimmt werden werde. Für die UBV (vier Köpfe) kündigte Alfred Streicher aus Germering eine klare Ablehnung an. Die Sparkasse stehe gut genug da und weise selbst noch Einsparpotential auf. „Sie kann allein.“ Emanuel Staffler (CSU) indes glaubt, dass nach der Abwägung zwischen Pro und Contra die Dafür-Argumente überwögen. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Wir stimmen zu.“ Alle Gründe dafür werde die CSU dann im Kreistag vorbringen. Die FDP (zwei Köpfe) war im Ausschuss nicht anwesend.

Die Sitzung des Kreistags

findet am Donnerstag, 3. Mai, um 15 Uhr im Landratsamt statt. Die Sitzung ist öffentlich, zu Beginn dürfen Bürger Fragen stellen.

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