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Landsberg zieht sich zurück

Dreier-Fusion bei Sparkassen geplatzt: Kommt jetzt ein Duo?

Die geplante Fusion der Sparkassen Bruck, Dachau und Landsberg ist nach dem ablehnenden Votum des Kreistags am Lech geplatzt. Denkbar wäre nun eine Zweier-Verbindung von Bruck und Dachau.

Fürstenfeldbruck – „Ich bin enttäuscht. Es ist schade.“ So kommentierte Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin am Donnerstag die Nachricht. Am Tag zuvor hatte der Kreistag in Landsberg mit 41:10 Stimmen beschlossen, aus den Fusionsgesprächen auszusteigen. Eine große Mehrheit in Landsberg folgte damit offenbar ihrem Landrat Thomas Eichinger (CSU), der vorher schon angekündigt hatte,gegen den Zusammenschluss zu stimmen. Eichinger führte vor allem Sorgen um die Regionalität einer deutlich vergrößerten Sparkasse ins Feld.

Brucks Landrat Karmasin hält die Gründe Eichingers allerdings für nicht ganz nachvollziehbar. Alles was der Landsberger Landrat befürchte, wäre via Vertrag ausgeschlossen gewesen, sagte Karmasin. Er kann sich nun eine Fusion mit Dachau vorstellen. Auch der Dachauer Landrat Stefan Löwl stellt die Landsberger Mehrheits-Argumente in Frage. Die Regionalität der Sparkasse, so Löwl, wäre auch in einem gemeinsamen Institut durch eine Drei-Säulen-Sparkasse gewährleistet gewesen. Schwierige Entscheidungen, wie die Frage, ob Filialen geschlossen werden müssen, hätten gemeinsam besser gelöst werden können, da eine gemeinsame Sparkasse wirtschaftlich mehr Spielräume gehabt hätte.

Fusionsgegner Martin Runge (Grüne) reagierte dagegen mit „großer Freude und Erleichterung“ auf das Nein aus Landsberg. Die Kreisräte dort hätten nicht unreflektiert den Ansagen der Sparkassen-Nomenklatura von der Großartigkeit einer Fusion folgen wollen, sagte er offenbar auch als Spitze gegen den Brucker Kreistag, der ja mehrheitlich für die Fusion gestimmt hatte.

Auch Martin Runge sieht die Gefahr wachsender Anonymität und sinkender Mitwirkungsmöglichkeit bei einer Fusion. Er hofft, dass die Stadt Fürstenfeldbruck nun auch Nein zu einer Fusion mit Dachau sagt.

Brucks Sparkassenchef Klaus Knörr indes reagierte mit Enttäuschung auf das Nein aus Landsberg. Die Dreier-Fusion wäre optimal gewesen sagte er, einen Plan B in der Schublade gebe es nicht. Ob es nun Gespräche mit Dachau über einen Zweier-Bund geben solle, müssten die entsprechenden Sparkassen-Gremien entscheiden.

Thomas Karmasin betont in diesem Zusammenhang, dass er für weitere Gespräche eigentlich wissen müsste, wie sich die Stadt Bruck verhalten werde. Diese wollte eigentlich am heutigen Donnerstag über die Auflösung des Zweckverbands als Voraussetzung für eine Dreier-Fusion abstimmen, sagte die Sitzung wegen des Votums aus Landsberg aber kurzerhand ab. Es müsse neu verhandelt werden, begründete OB Raff diesen Schritt. Die Stadt hatte zuletzt auch noch Klärungsbedarf in Personalfragen gesehen. Raff geht davon aus, dass das Thema so schnell nicht wieder aufs Tapet kommt. Knörr und Karmasin dagegen sind überzeugt, dass neue Gespräche relativ bald möglich wären. Denn die nötigen Zahlen dafür lägen ja auf dem Tisch. (st/imu/no)

Die Fusion angestrengt hatten die Verantwortlichen, um trotz Niedrigzinsphase und Digitalisierung zukunftsfit zu bleiben. Mehrere Gutachten kamen zu dem Schluss, dass die Fusion für alle Häuser Vorteile brächte. (st,imu,no)


Kommentar: 

Das Verhalten des Landsberger Landrats ist kaum zu verstehen. Warum begleitet er die Fusionsgespräche so lange, um am Ende mit einem eher emotionalen als faktenträchtigen Argument Nein zu sagen? Gutachten hätte er für die vage Aussage, die Regionalität könnte leiden, jedenfalls keine gebraucht. 

Wenn er wirklich in Sorge um die örtliche Verbundenheit ist, dann hätte er die Gespräche über eine größere Sparkasse schon ganz am Anfang ablehnen müssen, wobei es schon ein wenig altbacken wirkt, wenn man das Land im Münchner Nord-Westen nicht als eine Region zu betrachten bereit ist.

 Seltsam übrigens: Der angedachte Zusammenschluss der Kliniken Bruck, Landsberg und Weilheim-Schongau scheiterte ebenfalls plötzlich und aus wenig stichhaltigen Gründen am Landsberger Landrat. Hat da jemand Angst, über den Tellerrand seiner Verwaltungseinheit hinaus zu handeln?

 Die Fusionsgegner im Brucker Landkreis freuen sich jetzt über die Schützenhilfe vom Lech. Daher sei erinnert: In den bisher hierzulande erfolgten, durchaus niveauvollen politischen Debatten, haben sie stets verloren. (st)


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