OB-Wahl: Kritik an anderen Kandidaten

Brucker SPD geht in den Kampfmodus

Fürstenfeldbruck – Die SPD hat bei der Vorstellung ihrer Jahresplanung heftige Kritik am möglichen CSU-Kandidaten, dem amtierenden Bürgermeister Erich Raff, geäußert.

Vor allem Raffs Umgang mit dem Sportzentrum im Brucker Westen stößt Stadtrat Walter Schwarz sauer auf. Umstritten ist, ob dort auch eine Sporthalle entstehen soll. Der Stadtrat hatte zuletzt beschlossen, auch eine kleine Lösung ohne Halle weiter zu verfolgen. „Ich habe im Rathaus nachgefragt: Offenbar hat der amtierende Bürgermeister die Verwaltung sogar angewiesen, das nicht zu tun“, sagte Schwarz. Uli Schmetz ergänzte: „Das widerspricht der Beschlusslage.“ Schwarz will erst abwarten, wie sich die Situation am Fliegerhorst entwickelt. Sollte die Stadt die dortigen Sporteinrichtungen bald übernehmen können, will er eine Halle beim Sportzentrum III eher außen vor lassen: „Dann kommen auch Folgekosten für den Unterhalt auf uns zu.“ Dieses Geld würde er lieber in andere Projekte stecken – zum Beispiel in eine Eishalle. 

In Sachen B 2 verwies der designierte OB-Kandidat Philipp Heimerl auf den Antrag, die Bundesstraße auf die Oskar-von-Miller- und Fürstenfelder Straße zur äußeren Schöngeisinger Straße und weiter zur B 471 zu verlegen. Eine neue Trasse lehnte Heimerl strikt ab: „Wir wollen nicht die alte Verkehrspolitik aus den 1970er-Jahren aufleben lassen und neue Flächen zubetonieren.“ In Sachen Verkehr will die SPD außerdem das Radfahren weiter stärken. Martin Haisch, Vizevorsitzender des Ortsvereins, schweben Radwegeverbindungen abseits der Hauptverkehrsadern vor – zum Beispiel über den Viehmarktplatz und die Lände oder eine Brücke bei St. Magdalena. Im Bereich Bildung ist sich die SPD laut Stadträtin Claudia Calabro weitgehend einig, dass eine neue Grundschule in den Brucker Westen kommen muss. „Die Richard-Higgins-Grundschule hat schon jetzt große Raumnot.“ Die dann nötige Sprengeländerung sei allerdings eine sensible Angelegenheit. Derzeit gebe es fünf Varianten, die im Februar diskutiert werden sollen. Es werde aber wohl keine Variante geben, die alle Schulen und Eltern zufrieden stellt. „Am Ende wird man einen Kompromiss eingehen müssen.“

Möglicher Kandidat Martin Runge sei „Bankrotterklärung der BBV“

Generell will die Fraktion darauf achten, dass Beschlüsse zügiger umgesetzt werden. Schwarz: „Von elf Millionen Euro, die wir für Baumaßnahmen in den Haushalt eingestellt haben, waren Ende November nicht einmal die Hälfte verbraucht.“ Bruck habe noch nie eine so schlechte Quote gehabt. „Und das, obwohl wir die Verwaltung personell aufgestockt haben“, ergänzte Schmetz. Heimerl: „Die Stadtspitze setzt keine erkennbaren Signale, dass angestoßene Projekte umgesetzt werden.“

Die Konkurrenz im Kampf um den OB-Stuhl sieht die SPD eher gelassen. Dass die BBV eventuell Martin Runge ins Rennen schicken will, bezeichnete Claudia Calabro als Bankrotterklärung. Der designierte SPD-Kandidat Philipp Heimerl sagte, es mute seltsam an, wenn eine Brucker Bürgervereinigung mit einem Kandidaten aus Gröbenzell ins Rennen gehen wolle, der Fürstenfeldbruck bislang wohl nicht unbedingt im Blick hatte und mit einem Auge noch auf den Landtag schiele. „Ich wage zu bezweifeln, dass das der richtige Kandidat ist.“ Dass bei der CSU der amtierende Bürgermeister Erich Raff als aussichtsreichster Kandidat gilt, bezeichnete Schwarz als „Armutszeugnis“, zumal Markus Droth schon seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt habe. „Aber er hat offenbar keinen Rückhalt in der Partei.“ Für Schwarz ist Raff nur „eine Notlösung“.

von Andreas Daschner

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