Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Hans-Kiener-Stiftung 

Spediteur stiftet sein Vermögen

Hans Kiener war Brucker mit Leib und Seele. Und er war ein wohlhabender Mann ohne Nachkommen. Weil er sein Vermögen weder dem Staat noch der Kirche schenken wollte, gründete der Speditionsunternehmer neun Jahre vor seinem Tod eine Stiftung – und hinterließ den Bruckern damit ein wertvolles Geschenk.

Fürstenfeldbruck – Am 1. Juni 2015 starb Hans Kiener kurz vor seinem 80. Geburtstag. Die Stiftung erbte sein komplettes Vermögen, das hauptsächlich aus Immobilien besteht. Alles, was nicht in den Unterhalt der Gebäude und die vorgeschriebenen Rücklagen gesteckt werden muss, fließt sozialen Projekten zu.

Die Liste der Stiftungszwecke ist lang. Sie umfasst unter anderem die Förderung von Jugend- und Altenhilfe sowie von Erziehung und Bildung, die Unterstützung von Minderheiten wie Behinderten, Flüchtlingen und Opfern von Straftaten, aber auch die Fürsorge für Strafgefangene und Hilfsbedürftige mit körperlichen, geistigen oder seelischen Problemen. „Aufgrund dieses sehr breiten Spektrums sind wir mit großen Möglichkeiten ausgestattet“, sagt Vorstand Alexander Fink.

Räumlich ist die Hans-Kiener-Stiftung auf den Landkreis und die Umgebung begrenzt, wobei der Schwerpunkt ausdrücklich in Bruck selbst liegt. „Die Stadt war ihm wichtig“, weiß Fink. Er und sein Vater waren Kieners Steuerberater, aber keine persönlichen Freunde – der Unternehmer galt als unzugänglich. Es sei beeindruckend gewesen, wie er auch im höheren Alter noch die Spedition und seine diversen Bauprojekte stemmte. „Die Arbeit war sein Leben“, sagt Fink.

Damit in Bruck zunächst nichts bekannt wurde, habe sich Kiener für die Stiftungsgründung an einen Notar in Dachau gewandt. Sozialromantiker war er nicht – es sei ihm vor allem um den Erhalt seines Vermögens gegangen, sagt der 41-Jährige. Dass mit den Erträgen Gutes getan werden würde, „hat er wohlwollend zur Kenntnis genommen“. Dazu passt das Konzept, demzufolge die Stiftung nicht selbst Projekte ins Leben ruft, sondern vorhandene soziale Einrichtungen unterstützt – und zwar ganz nach Bedarf.

Die ersten profitieren bereits: Die Brucker Tafel ist seit Kurzem in stiftungseigenen Räumlichkeiten untergebracht. Und im Hans-Kiener-Haus an der Münchner Straße stehen Büroräume zur Verfügung, die von unterschiedlichen Einrichtungen genutzt werden können. Eine Beratungsstelle des Ambulanten Kinderhospizes München (AKM) bietet hier neuerdings eine wöchentliche Sprechstunde an, und auch die Opferhilfe Weißer Ring nutzt einen Raum für Beratungsgespräche. Andere Interessenten können sich melden, denn ab dem kommenden Frühjahr werden weitere Kapazitäten zur Verfügung stehen. Es handelt sich um Büros, die derzeit noch renoviert werden.

Neben Etablierten sollen auch kleine Einrichtungen unterstützt werden, die etwas Neues schaffen. Fink kann sich vorstellen, dass Projekte anfinanziert und dann von anderen weitergetragen werden. „Wir möchten eine Spirale in Gang setzen.“

Ab dem kommenden Jahr ist die Stiftung berechtigt, Spenden entgegenzunehmen. Auch eine Internetseite wird es dann geben. Zum Teil sollen auch die Wohnimmobillien sozial genutzt werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt werden Wohnungen an Menschen mit Berechtigungsschein vergeben. (os)

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