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Das Team vom Brucker ASP (v.l.):Gernot Welsch, Petra Stief und Regina Dasch.

40 Jahre ASP

Ein Spielplatz mit Anspruch

Fürstenfeldbruck - Rutschen, buddeln, klettern, schaukeln: All das können Kinder auf dem Brucker Abenteuerspielplatz (ASP) machen. Anders als auf anderen Plätzen werden sie dort aber von Pädagogen betreut. Seit 40 Jahren gibt es das Konzept bereits.

Hinter der Abkürzung ASP versteckt sich nicht irgendeine dubiose Versicherungsgesellschaft oder eine neue Software. Nein, die Abkürzung steht für den Fürstenfeldbrucker Abenteuerspielplatz in der Theodor-Heuss-Straße. Täglich wird er von dutzenden Kindern besucht, die hier das große Abenteuer suchen – und auch finden.

Zum pädagogischen Konzept gehört auch gemeinsames Basteln.

Denn der ASP ist alles andere als ein gewöhnlicher Spielplatz. Neben Klettergerüsten, Spielsachen und Sandkasten, finden sich auch ein Pizzaofen, eine Bastelwerkstatt und eine Lagerfeuerstelle. „Wir versuchen, den Kindern ein wahnsinniges Erlebnis zu bieten“, erklärt Regina Dasch (27), die den ASP leitet. Durch pädagogische Betreuung beim Spielen für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren wird sichergestellt, dass der Nachwuchs hier gut aufgehoben ist.

Inzwischen gibt es den Brucker Abenteuerspielplatz seit 40 Jahren. Begonnen hat das Projekt 1976, als das Gebiet um den jetzigen Spielplatz noch komplett unbebaut war. Heute ist rundherum eine Wohnsiedlung entstanden, Hort und Kindergarten grenzen direkt an den Spielplatz.

Ein großes Fest wird es zum Jubiläum allerdings nicht geben. „Wir hatten erst den Tag der offenen Tür und nachdem hier immer etwas los ist, ist gar keine Zeit für ein Fest“, meint Gernot Welsch, Leiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Fürstenfeldbruck. In den kommenden Jahren soll der Spielplatz komplett erneuert und umgebaut werden. Die Einweihung soll dann gebührend gefeiert werden.

„Die Arbeit hier ist einerseits eine pädagogische, andererseits auch eine körperliche“, sagt der 42-jährige Welsch mit Blick auf die Instandhaltung der vorhandenen Spielgeräte: „Zu unseren Tätigkeiten gehört auch eine vollbeladene Schubkarre von A nach B zu fahren.“ Des Weiteren verlangen auch die zahlreichen oft stattfindenden Sonderaktionen im ASP ein großes Maß an Organisation.

„Als Kind war ich hier sehr oft zum Spielen“, erinnert sich ASP-Leiterin Regina Dasch, die auch gelernte Erzieherin ist. „Man weiß nie, was einen hier Tag für Tag erwartet“, erzählt sie. Denn die Arbeit unterscheide sich doch wesentlich von der im Kindergarten oder Hort, da man immer wieder mit anderen Kindern und keinen festen Gruppen zu tun habe. Bereut habe sie den Wechsel aber nie, so Dasch.

Gleiches gilt für Petra Stief. Die 27-Jährige ist zwar erst seit wenigen Wochen hier, aber bereits festes Mitglied im Team. Mit den Kindern ist sie auf einer Wellenlänge, sie hat Spaß an der Arbeit und kommt fast nie dazu, einmal kurz zu verschnaufen.

Der Abenteuerspielplatz wird auch deshalb zum Paradies für Kinder, weil es hier immer aktuelle Veranstaltungen gibt. So werden Theater- und Zirkusworkshops, ein Streichelzoo und Ausflüge angeboten. In den vergangenen Wochen waren die Kinder im Bereich „Upcycling“ tätig. Aus vermeintlich schrottreifen Gegenständen wurden neue Gerätschaften gebastelt.

Das Programm ist dabei immer auf die Jahreszeiten zugeschnitten, wie Leiterin Dasch erzählt: „Im Frühjahr werden Blumen und Gemüse gesät, im Sommer unternehmen wir Ausflüge und im Winter backen wir Plätzchen.“ Allgemein wird auf dem Spielplatz in der eigenen Küche viel gekocht. Und alles wird selbst gemacht. Wie zum Beispiel Spaghetti oder die Kürbissuppe zu Halloween.

Dann und wann kommt es auch vor, dass sich Besuch von anderen Abenteuerspielplätzen ankündigt. Im Gegenzug besucht eine Gruppe des Brucker ASP dann wiederum deren Spielplätze. „Die ASP-Szene hier ist sehr gut vernetzt“, erzählt Welsch: „Wir treffen uns untereinander, geben Tipps und inspirieren uns gegenseitig.“ Und wenn die Ergebnisse dann auch noch für glückliche Kinder sorgen, lohne sich der Aufwand alle mal.

Der Abenteuerspielplatz ist im Sommer von 14 bis 18 und im Winter von 13.30 bis 17.30 sowie in den Ferien von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei.

von Matthias Kast

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