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Im Ruhestand und neu im Amt: Nina Vallentin mit Ex-Chef Walter Müller.

Feierstunde im Churfürstensaal

Stabwechsel in der Brucker Polizeiinspektion

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Bei einer Feierstunde im hochherrschaftlichen Churfürstenfesaal in Fürstenfeld ist Brucks früherer Polizei-Chef Walter Müller am Donnerstag offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. In der übernächsten Woche übernimmt seine Nachfolgerin Nina Vallentin (42) die Leitung der Inspektion.

Fürstenfeldbruck – Mehrere Redner nahmen Bezug auf die Besonderheit des Saals. Dass er gewählt wurde, sei ein Indiz dafür, dass es hier um mehr gehe als nur den Wechsel in einer Dienststelle, meinte etwa Landrat Karmasin. „Eine Ära geht zu Ende“ sagte er über Müller, der die Inspektion 20 Jahre lang geleitet hatte. Der Rahmen gelte der Person Müller, seiner Leistung, aber auch der Wertschätzung der Polizei insgesamt gegenüber.

Müller wurde in den Reden vor rund 60 Gästen aus (Asyl-)Verwaltung, Politik und Polizei teils unter Spontanapplaus vielfach gelobt. Als besonnen und mit viel Fingerspitzengefühl agierend, beschrieb ihn der Landrat, als ebenso besonnen und als jemand, der ein geordnetes Haus hinterlässt Polizeipräsident Günther Gietl. Brucks Vize-Inspektionsleiter Michael Fischer sprach von einem lachenden und weinenden Auge: „Wir hätten unseren Chef gerne behalten, freuen uns aber auch auf die neue Leiterin.“ Fischer erhielt seinerseits von Applaus gefolgte Gietl-Dankesworte, weil er die Inspektion mit täglichen Asyl-am-Fliegerhorst-Einsätzen seit nunmehr zwei Monaten stellvertretend leite.

Müller selbst fühlte sich angesichts der Situierung wie bei einer Oskar-Verleihung, wie er schmunzelnd sagte, allerdings ein Oskar nicht für eine Rolle, sondern für die Lebensleistung. Der Stellenwert der Polizei in der Gesellschaft sei gut, sagte Müller. Den Personalschwund („Varus, gib mir meine Legionen wieder“) bezeichnete er als dramatisch, weitere Verschiebungen seien nicht möglich. Als die größte Herausforderung bezeichnete er die Themen Migration und Asyl. Seiner Nachfolgerin wünschte er eine „glückliche Hand in nicht ganz leichter Zeit“.

Die Allingerin Nina Vallentin hat die Polizeischule in Bruck und die Polizeihochschule in Münster absolviet und war zuletzt in diversen Instanzen tätig. Sie empfindet ihre Berufung wie einen Weg nach Hause zurück, wie sie sagte. Die Inspektion Bruck wolle bürgernah, ansprechbar und leistungsstark sein, kündigte sie an, nachdem Gietl zuvor erwähnt hatte, dass die unterbesetzte Brucker PI im September (drei) zusätzliche Beamte erhalten werde.

Karmasin gab den Verantwortlichen trotzdem noch eine deutliche Aufforderung mit auf den Weg. Es könne nicht sein, dass die Polizei jeden Tag Asyl-Einsätze in der Unterkunft am Fliegerhorst fahren müsse – und das bei dieser Personallage, sagte er mit Hoffnung auf eine Reaktion aus dem Innenministerium. Karmasin sah Müller übrigens nicht am Ende seiner Schaffenskraft: „Vielleicht finden wir ein Ehrenamt. Es würde uns freuen, wenn wir uns wiedersehen.“th. steinhardt

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