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Radeln in Amsterdam: In den Niederlanden sind die Radwege rot markiert. So wissen die Verkehrsteilnehmer, wo die Drahtesel unterwegs sind. Nun springt auch Bruck auf den Zug auf – schrittweise. 

Bei neuen und umgebauten Strassen

Stadt Fürstenfeldbruck lässt Radwege rot einfärben

Bruck radelt rot. Immer, wenn Straßen neu gebaut oder ausgebessert werden, sollen Schutz- und Radfahrstreifen sowie Radwege farbig gestaltet werden. Ein erster Test wird in der Ganghoferstraße gemacht.

Fürstenfeldbruck– Es gab sie schon einmal, die bunten Radstreifen. Bei einem Freinachtscherz wurden einmal am Marktplatz blaue Radwege markiert. Nun wird der Scherz bald Wirklichkeit. Denn der Verkehrsausschuss hat entschieden, künftig die Fahrradverkehrswege mit rotem Epoxidharz zu versehen.

Die bunten Radstreifen sind noch ein Wunsch von Ex-OB Klaus Pleil (BBV). Alexa Zierl, Florian Weber (Die Partei & Frei) und Karl Danke (BBV) hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Zierl sprach von einer „selbsterklärenden Straße“. Jeder wisse, Rot gehöre den Radfahrern. Als Beispiel nannte sie die Kommunen Erlangen und Münster. Auch in Holland sind farbige Radwege üblich.

Die Mehrheit der Politiker war sich einig, etwas für die Drahtesel-Fans tun zu wollen. „Der Radverkehr und die Akzeptanz des Radl als innerstädtisches Verkehrsmittel wird an Bedeutung gewinnen“, sagte Vize-Bürgermeister und Sitzungsleiter Christian Götz (BBV). Danke sprach von einem klaren Signal für den Radverkehr.

Tiefbauamtsleiter Walter Doll empfahl das Epoxidharz als günstigste Lösung. Die Fläche werde dann noch abgestreut und halte fünfmal länger als farbige Markierungen. Allerdings ist das Material für Spritzdecken nicht geeignet. Die Mehrkosten belaufen sich pro Quadratmeter auf rund 50 Euro. Allerdings ist das Projekt zu 50 Prozent förderfähig – was Doll zumindest als mündliche Zusage erfahren hat. Als erstes Projekt kommt die Straße Am Sulzbogen in Frage, die heuer hergerichtet wird.

Hermine Kusch (BBV) fand den Belag zu rau. Sie fürchtet, dass sich die Radler bei Stürzen verletzen. Auf Dolls Vorschlag wird an der Ganghoferstraße ein Teil mit dem Belag versehen – als Test. Sollte der Belag den Räten wirklich zu rau sein, könne man noch einmal umentscheiden. Allerdings trage sich das Material im Laufe der Zeit ab.

Franz Höfelsauer (CSU) nannte das Ansinnen einen Scheinantrag. Man brauche keinen Grundsatzbeschluss, schließlich könne man bei jedem Um- oder Neubau der Straße die Farbe beschließen. Fraktionskollege Martin Kellerer warf die Frage auf, welche Kosten man mit der Entscheidung in den nächsten Jahren verursache. Bei Grundsatzbeschlüssen könne man auch Ausnahmen machen, entgegnete Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne). Sie sagte mit Blick zur CSU: „Jetzt gebt euch einen Ruck und macht mal was Neues für die Stadt.“

Einige Stadträte wollten nur die Schutzstreifen und Fahrradstreifen farbig gestalten. „Ich mache doch nicht alle Radwege rot“, rief Gabriele Fröhlich (SPD) entsetzt. Doch die Antragsteller setzten sich mit 8:6 Stimmen durch. Bei der Farbfrage wählte die Mehrheit rot. Im Gespräch war auch grün gewesen. Die Streifen werden durchgängig rot gestaltet, nicht nur im Kreuzungsbereich. Bundes- und Staatsstraßen werden nicht farbig, kündigte Ordnungsamtsleiterin Birgit Thron an. Das habe das Staatliche Bauamt Freising angeordnet.

Die Antragsteller hatten auch gefordert, die Fußgängerüberwege in einer anderen Farbe zu gestalten. Hier fällte der Ausschuss noch keine Entscheidung. Darüber wird noch einmal beraten.

Von Ingrid Zeilinger

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