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Eine Solaranlage wird montiert.

Fürstenfeldbruck

Stadt baut Solaranlagen auf Kita und Schule

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Die Stadt will auf öffentlichen Dächern Photovoltaik-Anlagen betreiben. Los geht es am Kindergarten Frühlingstraße und an der Schule Mitte. Weitere Solarzellen sollen folgen – womöglich im Pachtmodell.

Fürstenfeldbruck– Den Anstoß für die Photovoltaik (PV)-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden hatte Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) in einem Antrag gegeben. Demnach soll bei allen Neubauten und Sanierungen öffentlicher Gebäude die Machbarkeit von PV-Anlagen und Solarthermie geprüft werden. Das segnete der Stadtrat einstimmig ab. „Ich strahle wie ein Honigkuchenpferd“, meinte sie ob der breiten Zustimmung.

Eigenverbrauch am Kindergarten zu gering

Matthias Beuter, Projektmanager für Energieleistungen bei den Stadtwerken, hatte die Dächer am Kindergarten Frühlingstraße und an der Schule Mitte untersucht. Sein Fazit: PV-Anlagen sind dort möglich. Von einer Verpachtung riet er ab. Für den Kindergarten empfahl er, eine 130 kWp große Anlage selbst zu betreiben. Die Dächer wurden im Rahmen der Sanierung bereits entsprechend hergerichtet. „Man kann direkt auf dem Dach bauen.“ Kosten würde das rund 132 000 Euro, die CO2-Einsparung liegt bei 56 000 Kilo pro Jahr. Eine Pachtung der Anlage würde sich nicht rechnen, da der Eigenverbrauch im Kindergarten zu gering sei.

Anders sieht es bei der Schule Mitte aus: Auch hier könnte man auf dem Gebäudeteil von Gymnastikraum, Kita und Archiv sofort mit einer 55 kWp großen Anlage loslegen. Das Dach des Westflügels mit Hort, Mittagsbetreuung und Lehrerbereich müsste erst für rund 150 000 Euro saniert werden. Ungeprüft ist auch, ob das Kupferdach im Südflügel die Solaranlage trägt. Bestenfalls könnte man auf allen drei Gebäudeteilen eine 220 kWp große Anlage betreiben – und damit im Jahr 104 000 Kilo CO2 einsparen, führte Beuter aus. Er empfahl ein Pachtmodell für alle drei Flächen. Aufgrund des hohen Eigenverbrauchs sei das mit einem Gewinn von rund 159 000 Euro rentabel.

Weitere geeignete Dächer

Ebenfalls geeignet sind Dächer des Gemeinschaftshauses Puch, des Jugendzentrums West, der Schule West und des Sportheims an der Klosterstraße. Auch bei der Rathaus-Sanierung wird eine PV-Anlage geprüft. Beuters Empfehlung an den Stadtrat: „Die Stadt sollte an Stellen, an denen sich ein Pachtmodell nicht lohnt, selbst in Anlagen investieren.“ Zudem solle sie Geld in die Dachertüchtigung stecken.

Die Stadträte waren sich einig, in diese Richtung zu gehen. „Das sollte man auch Bauwerbern im Industriegebiet nahe legen“, meinte Andreas Lohde (CSU). Darüber, welche Variante man wählt, herrschte weniger Einigkeit. Herwig Bahner (FDP) beantragte, die Anlage auf beiden Dächern des Kindergartens und am geeigneten Dach der Schule selbst zu errichten. „Das bringt den meisten Ertrag.“ 

Pachtversion?

Kämmerin Susanne Moroff favorisierte bei der Schule die Pachtversion – ein Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und CO2-Ersparnis. „Dafür brauche ich keinen Euro städtische Mittel.“ Zumal man die zu pachtenden Anlagen auch schrittweise bauen könnte, bestätigte Beuter. „Auch die Stadtwerke können nur auf dem Dach bauen, das geeignet ist“, entgegnete Bahner.

Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) schlug dagegen vor, die Schule Mitte extra anzugehen. Auch Jan Halbauer (Grüne) sprach sich für die maximale CO2-Einsparung aus. „Wir können nicht alle Dächer betreiben, irgendwann ist eine Pacht nötig.“

Markus Droth (FW) regte an, die Schule Mitte noch einmal im zuständigen Ausschuss zu beraten. Doch die Stadträte entschieden sich gegen zehn Stimmen für Bahners Antrag. Damit wird die Stadt beide Anlagen bauen und die außerplanmäßigen Kosten im Haushalt zusammen suchen. Die übrigen Dachflächen der Schule sollen schnellstmöglich überprüft werden. Philipp Heimerl (SPD) wollte noch einen Zeitplan für künftige Projekte sehen. Das könne sie vor der Wahl nicht versprechen, meinte die Kämmerin.

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