Die Hauptwache des Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck. (Archivfoto)
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Die Hauptwache des Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck. (Archivfoto)

Ein Wettbewerb steht im Raum

Stadt hält an Plänen für den Fliegerhorst fest

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Der Stadtrat treibt den städtebaulichen Wettbewerb für die Fliegerhorst-Konversion weiter voran – auch wenn die Nachbarkommunen über das Vorgehen mehr als nur verstimmt sind.

Fürstenfeldbruck – Nachdem die Pläne eines gemeinsamen Zweckverbandes am Brucker Stadtrat gescheitert sind und die Gemeinden Maisach, Emmering und Olching die vorgeschlagene Arbeitsgemeinschaft ausgeschlagen haben, plant die Stadt nun alleine weiter. So soll 2021/22 ein städtebaulicher Wettbewerb in Auftrag gegeben werden. Er soll Impulse bringen, wie das künftige Stadtviertel einmal aussehen könnte. Der Wettbewerb ist daher auch im Antrag auf Städtebauförderung aufgelistet.

Die Nachbarkommunen aber verärgert dieses Vorgehen – vor allem, dass sie erst nach dem Wettbewerb die Ergebnisse erfahren sollen. Sie befürchten, dass Bruck alle Vorteile alleine abschöpfen will und sie nur mehr Verkehrsbelastung haben. Daher wollen sie selbst eine Verkehrsanalyse in Auftrag geben und notfalls juristisch gegen den Flächennutzungsplan vorgehen.

Auf diesen Unmut wies Klaus Wollenberg (FDP) im Stadtrat hin. „Ich kann die Kritik sehr gut nachvollziehen.“ Es sei eine vertrackte Situation entstanden, da man sich nicht geeinigt habe. Wollenberg regte an, vor dem Start des Wettbewerbs noch einen Versuch der Zusammenarbeit zu unternehmen. „So geht man nicht mit den Nachbargemeinden um.“ Daher wollte er dem Antrag auch nicht zustimmen.

„So geht man nicht mit den Nachbargemeinden um“, Klaus Wollenberg (FDP)

Die übrigen Stadträte wollten den Antrag jedoch auf den Weg bringen. Städtebauförderung sei eine Bedarfsanmeldung, sagte Andreas Lohde (CSU). Gleichzeitig warnte er jedoch vor Schritten ohne die umliegenden Kommunen. „Maisach hat Erfahrung, große Konzepte ins Leere laufen zu lassen.“ Man wolle nicht Politik machen, die am Ortsschild ende. Daher müsse man die Kooperation mit den Nachbarn suchen.

Der Zweckverband habe Begehrlichkeiten geweckt, meinte Andreas Rothenberger (BBV). Man sei bereit, mit den Nachbarkommunen zusammen zu arbeiten. „Aber nicht mit der Abgabe der Planungshoheit.“ Jede Kommune plane auf ihrer Flur, entgegnete Jan Halbauer (Grüne). „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Zumal man ja eine Stadt der kurzen Wege – sprich mit wenig Verkehr – gestalten wolle.

Philipp Heimerl (SPD) kritisierte den seltsamen Zungenschlag in der Debatte. Niemand habe die Zusammenarbeit mit den Nachbarn abgelehnt. Ein Verkehrsgutachten sei aber erst sinnvoll, wenn Ergebnisse des Wettbewerbs vorliegen. Denn auf dieser Grundlage könne man dann diskutieren. Gegen die Stimme von Wollenberg genehmigte der Stadtrat den Antrag zur Städtebauförderung. Wie die Zusammenarbeit mit den Nachbarn weitergeht, werden die nächsten Monate zeigen.

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