Einige ausgediente Flugzeuge erinnern in Fursty an die Geschichte der Luftwaffe. 

Konversionsausschuss 

Stadt will alte Militär-Flugzeuge kaufen

Kampfflugzeuge im Besitz der Stadt? Freilich will Fürstenfeldbruck kein Jagdgeschwader aufstellen: Die CSU stellt sich vor, einigeausrangierte Flugzeuge in Fursty zu erwerben g als Denkmal stehenzulassen.

Fürstenfeldbruck– Der Antrag, der schon aus 2015 stammt, und damit schon ein wenig Patina angesetzt hat, sei aus einer Besichtigungstour mit Bürgern in Fursty entstanden, erklärte Fraktionschef Andreas Lohde im Konversionsausschuss. Dort stehen jetzt schon einige alte und ausgediente Flugzeuge auf dem Gelände und erinnern an die Luftwaffen-Geschichte. Piloten und Zeitzeugen brachten bei der Tour die verschiedenen Flieger den Bürgern näher. Zum Schluss wurde dann von vielen Anwesenden der Wunsch geäußert, diese sollten auch in Zukunft auf dem Fliegerhorst bleiben.

Genau deswegen soll die Stadt, so der Antrag der CSU, schon jetzt Kontakt mit der Bundeswehr aufnehmen und Interesse an bis zu sechs alten Flugzeugen anmelden. Wenn sich niemand rechtzeitig melde, würden die alten Maschinen sonst vielleicht versteigert oder verschrottet, begründete Lohde den Vorschlag.

Grundsätzlich kein Schaden, befanden die meisten seiner Kollegen. Dennoch gab es einige Einwendungen. „Alle wollen es, wer zahlt“, fragte Christian Stangl (Grüne) nach den Folgekosten für die Wartung nach einer solchen Anschaffung. „Im Moment halte ich es für verfrüht“, sagte Uli Schmetz (SPD) zu der Anfrage. Schließlich sei die Bundeswehr noch bis mindestens 2023 vor Ort, erst dann würden die Flugzeuge frei. Und Andreas Ströhle (BBV) kündigte schon an, im Falle eines Kaufes höchstens einen Flieger haben zu wollen: Mehr könne er sich nicht vorstellen.

Die Anfrage sei nur als Signal an die Bundeswehr zu verstehen, meinte OB Erich Raff (CSU). „Ob man dann alles kriegt und ob es nicht doch zu teuer ist“, das stehe dann wieder auf einem ganz anderen Blatt, meinte Raff. Gegen zwei Stimmen beschloss der Ausschuss deswegen, ein Interesse zu signalisieren.

Sollten die Flugzeuge im Besitz der Stadt irgendwann in Fursty stehen, so sind sie ein Stück Erinnerungskultur. Klaus Wollenberg (FDP) wies bei der Debatte darauf hin, dass auch die Frage, wie man mit der Fursty-Geschichte nach der Konversion umgehe, noch eine „offene Hausaufgabe“ sei. Ob ein Museum „Fliegerhorst-Geschichte“, ein Anschluss ans Stadtmuseum oder eine kleinere Dokumentation – ein schlüssiges Konzept gebe es noch nicht. Das sei aber überhaupt nicht schlimm, meinte Klaus Wollenberg. Der FDP-Stadtrat argumentierte, dazu müsse auch zuerst eine Meinungsbildung in der Öffentlichkeit stattfinden.

von Fabian Dilger

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