Kartonweise Bücher, Spielsachen und Kuscheltiere sortierten Hannah Füner und Vroni Droth mit ihrem Kollegen Benedikt Bucher im Zentrallager des Deutschen Roten Kreuzes. Die Spenden bekommen Kinder, die bei der Flutkatastrophe alles verloren haben.
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Kartonweise Bücher, Spielsachen und Kuscheltiere sortierten Hannah Füner und Vroni Droth mit ihrem Kollegen Benedikt Bucher im Zentrallager des Deutschen Roten Kreuzes. Die Spenden bekommen Kinder, die bei der Flutkatastrophe alles verloren haben.

Fürstenfeldbruck

Stadtjugendrat auf Fluthilfe-Mission

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Hannah Füner, Vroni Droth und Benedikt Bucher sind gewöhnlich für die Jugend als Mitglieder des Stadtjugendrats im Einsatz. Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands wechselte das Trio für fast 48 Stunden den Standort. In Nordrhein-Westfalen halfen sie tatkräftig beim Sortieren der vielen Spenden.

Fürstenfeldbruck – Als sie die Bilder von den Überschwemmungen sahen, war den Jugendlichen schnell klar, sie wollen helfen. Also organisierten sie ihren Einsatz. Früh morgens um 4 Uhr fuhren die 17-jährige Hannah Füner und ihre 18- und 19-jährigen Freunde los. Ziel war das rund 570 Kilometer entfernte Logistikzentrum des Deutschen Roten Kreuzes, wo Spenden aus ganz Deutschland für die Flutopfer eintreffen – und das unsortiert.

In einer riesigen Lagerhalle in der Nähe von Euskirchen standen die drei vor einer riesigen Menge Paletten und Müllsäcken voller Sachspenden. Sie selbst waren auch nicht mit leeren Händen gekommen: „Wir hatten in unserem Auto Spenden, wie Konserven und Nudeln, vom AEZ mitgebracht“, erzählt Hannah Füner.

Die Organisatoren hätten sich über die Unterstützung aus Süddeutschland gefreut und gaben den Jugendlichen Warnwesten, Masken, Funkgeräte und Handschuhe. Sofort machten sich die drei Fürstenfeldbrucker an die ihnen zugeteilte Arbeit: Spielsachen sortieren.

„Wir haben die gespendeten Sachen aus den Kisten ausgepackt und geschaut, ob sie noch gut sind“, erzählt Benedikt Bucher. Dann wurden die Spenden sortiert – nach Spielzeug, Kuscheltier oder Büchern. „Die Menschen dort waren sehr nett und haben sich über unsere Hilfe gefreut“, sagt Bucher. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich noch niemand um die gespendeten Spielsachen gekümmert. „Da steht man erst einmal mitten im Chaos.“

Besonders gefreut hat die drei Helfer, dass einige Spender beim Packen schon einen Schritt weiter gedacht hatten. „In einigen Kisten waren Zettel, auf denen ,Vielen Dank an die freiwilligen Helfer’ stand“, erzählt die 17-jährige Hannah Füner.

Die neu sortierten Kisten packte sie mit Vroni Droth und Benedikt Bucher auf Paletten. „Diese können die Kommunen dann anfordern – je nachdem was sie brauchen“, erklärt der 19-jährige Abiturient. Am Abend des langen Tags waren die Helfer aus dem Süden Deutschlands geschafft. „Wir waren froh, als wir im Hotel im Bett lagen“, erzählt Bucher. Die Unterkunft nahe Köln hatten sie selbst ausgesucht, gebucht und bezahlt.

An Tag zwei erwartete Füner, Droth und Bucher an der Logistikhalle ein gerade eingetroffener, bis obenhin beladener Lkw. Mit rund 40 weiteren Helfern bildeten sie eine Menschenkette und luden den Sattelschlepper zwei Stunden lang aus. „Erst als wir fertig waren, haben wir gemerkt, wie anstrengend es wirklich war“, sagt Hannah Füner.

Dann ging es für sie und ihre zwei Stadtjugendrat-Kollegen wieder zurück nach Fürstenfeldbruck. „Es war schön, wie man uns eingebunden hat und wie freundlich alle waren“, sagt Benedikt Bucher. Aber: „Einige Helfer haben im Zentrum auch von Schicksalen dort erzählt, das nimmt einen schon mit.“

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