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Das Jugendblasorchester feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Die Nachwuchsmusiker bewiesen, was sie schon in jungen Jahren drauf haben.  

Jahreskonzert im Stadtsaal

Stadtkapelle interpretiert Gullivers Reisen

Die Stadtkapelle Fürstenfeldbruck hat bei ihrem Jahreskonzert einen fulminanten Erfolg gefeiert. 

Fürstenfeldbruck Manchmal sagt eine einzige Silbe mehr als aller Applaus. Als die Stadtkapelle Fürstenfeldbruck nach dem ersten Stück des Jahreskonzerts – einem Auszug aus Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ – die Instrumente sinken ließ, war aus dem Zuschauerraum ein anerkennendes „Boah“ zu vernehmen. Dann brandete der Beifall los. Zurecht – es war ein bombastischer Auftakt zu einem originell zusammengestellten Programm.

Moderne Vertonungen von Romanklassikern sind in letzter Zeit eine Spezialität der Stadtkapelle geworden. Nach der „Huckleberry Finn Suite“ im letzten Jahr waren dieses Mal „Gullivers Reisen“ an der Reihe, die quasi als Gesamtkunstwerk dargeboten wurden. Denn die Stationen des Romans – das Zwergenreich Lilliput, das Land der Riesen, die schwebende Insel und die Welt der edlen Pferde – wurden nicht nur von den Instrumenten zum Leben erweckt, sondern auch mit Hilfe von Zeichnungen aus der Feder eines offensichtlich doppelt begabten Orchestermitglieds. Ein Marsch und eine Polka, Musical-Auszüge aus „Cats“ und ein Medley aus Elvis-Presley-Hits machten das Konzert zur absolut runden Sache.

Zur komischen Nummer „The Typewriter“ hatte man sich gar eine kleine Inszenierung einfallen lassen. Mit Thermoskanne, Brotzeitdose und runder Brille ausgestattet, hämmerte Florian von Loh als typischer Bürohengst augenscheinlich auf einer alten Schreibmaschine herum. Tatsächlich erzeugte er die Töne jedoch geschickt mit Waschbrett und Fahrradklingel.

Gut gelaunt und mit sichtlichem Spaß leitete Dirigent Paul Roh seine fast 60 Bläser durchs Programm, während Ehefrau Susi gewohnt charmant moderierte. Deutlich wurde an diesem späten Nachmittag im Stadtsaal, dass die Kapelle nicht nur im Zusammenspiel klasse ist, sondern auch gute Solisten in ihren Reihen hat, unter ihnen den 19-jährigen Posaunisten Julian Müller. Er kam über die Bläserklasse der Richard-Higgins-Grundschule in die Stadtkapelle – ein Beweis dafür, wie gut die Nachwuchsarbeit funktioniert.

Einen weiteren Beweis lieferten das Jugendblasorchester (JBO) und die Juniorbläser, die gemeinsam den ersten Teil des Programms bestritten. Mit Musik aus der TV-Serie „Game of Thrones“, einem Hit von Lady Gaga sowie dem „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones und einem Auszug aus dem Musical „König der Löwen“ hatten sich die jungen Musiker viel vorgenommen. Unter der Leitung von Paul Roh und Monika Schmid lieferten sie überzeugende Leistungen ab.

Die vielen Fans der Stadtkapelle freuen sich deshalb schon auf das Jubiläumskonzert des JBO am 8. Juli. Nachdem das Hauptorchester im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen feierte, zieht heuer die Jugend nach. Und für 2019 steht das dritte Jubiläum in drei Jahren auf dem Programm, wie Vereinsvorsitzender Dieter Volkmer anmerkte: zehn Jahre Kooperation mit der Kreismusikschule. Erfreulich für die Stadtkapelle war, dass einige Zuschauer es nicht beim Applaus beließen, sondern sich spontan als Fördermitglieder registrieren ließen. Susi Roh konnte nach der Pause einen Zuwachs von 25 Mitgliedern verkünden. Ulrike Osman

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