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Beispielfoto: Windenergie

Jahresbericht 2016

Stadtwerke-Chef: Energiewende ist gefährdet

Die Energiewende ist nach Ansicht von Stadtwerke-Geschäftsführer Enno Steffens gefährdet. Das Ziel, dass der Landkreis Fürstenfeldbruck bis 2030 autark von erneuerbaren Energien leben soll, sei aus heutiger Sicht nicht zu schaffen.

Fürstenfeldbruck – Seit kurzem versorgen die Stadtwerke Fürstenfeldbruck ihre Kunden mit 100 Prozent Ökostrom. Aber lediglich 16,6 Prozent der abgesetzten Strommenge erzeugt das Unternehmen selbst. Auch wenn man alle privaten regenerativen Energiequellen des Landkreises mit einbezieht, liegt man laut Steffens nur etwas über 40 Prozent an im Landkreis erzeugten Ökostrom.

Enno Steffens sucht Lösungen fürdie Energiewende.

„Die von Ziel 21 formulierte Vorgabe, dass sich der Landkreis bis 2030 mit regenerativer Energie selbst versorgen soll, ist aus heutiger Sicht nicht machbar“, sagte Steffens gestern bei der Bekanntgabe des Jahresberichts der Stadtwerke. Auch die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen hält er nicht für realistisch. Demnach soll bis 2050 eine klimaneutrale Energieproduktion erfolgen. „Ich wüsste nicht, wie das machbar sein soll.“

Dennoch werde man laut Ingmar Jäschke, Marketingchef der Stadtwerke, weiter daran arbeiten, dezentrale Lösungen zur Realisierung der Energiewende zu schaffen. Wie diese aussehen sollen, ist aber nicht klar. „Die Voraussetzungen für Windkraft sind im Landkreis eher mau“, sagt Steffens mit Verweis auf die 10H-Regelung. Für die Nutzung der Photovoltaik sei außerdem ein enormer Flächenverbrauch nötig.

Neben der Energiewende will das Unternehmen aber auch noch in andere Bereiche investieren. Deshalb soll der erwirtschaftete Überschuss – 2016 lag dieser bei 1,6 Millionen Euro – im Unternehmen verbleiben. Damit sollen zum einen der Neubau an der Cerveteristraße (siehe Kasten), zum anderen aber auch der Kauf des Erdgasnetzes in Bruck und die Sanierung der Amperoase finanziert werden.

Wegen des Neubaus rechnet Steffens damit, dass künftige Gewinne unter die Millionenmarke fallen könnten. Er schließt auch nicht aus, dass bei der Amperoase die Eintrittspreise erhöht werden müssen, um die Erneuerung des Eingangs- und des Saunabereichs zu finanzieren. Für die Verbesserung des Wassernetzes erfolge am 1. August außerdem die bereits 2015 angekündigte zweite Stufe der Preisanpassung beim Trinkwasser. (ad)

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