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Das neue Haus der Stadtwerke an der Cerveteristraße.

Corona-Krise

Stadtwerke Fürstenfeldbruck: Versorgung ist sichergestellt

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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In der Corona-Krise ist es wichtig, dass die Grundversorgung sichergestellt ist. In Fürstenfeldbruck bringen die Stadtwerke Strom und Wasser in viele Haushalte. Probleme sind dabei nicht zu erwarten, wie Geschäftsführer Jan Hoppenstedt betont.

Fürstenfeldbruck – Das Vertrauen der Kunden ist offenbar groß. Denn bislang hat sich laut Hoppenstedt noch niemand gemeldet, der sich Sorgen um die Grundversorgung macht. Das Vertrauen sei auch berechtigt, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer. „Wir geben alles, insbesondere in dieser schweren Zeit, damit wir die Versorgung der Menschen in unserem Netzgebiet sicherstellen“, sagt er. Die Versorgung mit Trinkwasser sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Die Stromversorgung sowie die Beseitigung von etwaigen Störungen sei ebenso sichergestellt. „Entstörungen und wichtige Instandhaltungen werden weiter durchgeführt“, sagt Hoppenstedt. Gleiches gelte für die Herstellung von dringend benötigten Hausanschlüssen oder das Setzen von Zählern.

Die Firma Eon hatte zuletzt Mitarbeiter kaserniert – das heißt, dauerhaft an ihrem Arbeitsplatz untergebracht – um sich vor etwaigen Krankheitswellen zu schützen. Für die Stadtwerke hält Hoppenstedt eine solche Maßnahme nicht für notwendig. Das Unternehmen sei in der Technik breit und modern aufgestellt. „Wir haben für das Stromnetz und die Erzeugung schon mal zwei verschiedene Leitwarten“, sagt der Geschäftsführer. Zudem könnten viele Handlungen auch vom Laptop von zu Hause aus ausgeführt werden.

Ohnehin arbeiten auch bei dem Versorgungsunternehmen derzeit rund 50 Mitarbeiter sowohl aus dem kaufmännischen wie auch aus dem technischen Bereich im Home-Office. „Das funktioniert sehr gut“, sagt Hoppenstedt. Die Mitarbeiter wüssten diese Möglichkeit zu schätzen.

Übermäßig große personelle Probleme gebe es auch nicht. „Einige Urlaubsrückkehrer aus den Risikogebieten haben wir natürlich erst einmal in die Quarantäne geschickt.“ Wer Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte, sei gebeten worden, sich in Selbstisolation zu begeben. Angehörige der Risikogruppen, bei denen im Falle der Infektion ein schwerer Krankheitsverlauf zu erwarten wäre, wurden vorsorglich auch ins Home-Office geschickt.

Vorsichtsmaßnahmen

Jan Hoppenstedt, neuer Geschäftsführer.

Ansonsten werden auch bei den Stadtwerken die Vorsichts- und Hygienemaßnahmen großgeschrieben. Ein extra eingerichteter Krisenstab mit allen Bereichsleitern, Personal und dem Betriebsrat stimmt sich jeden Morgen ab und koordiniert alle Aktivitäten (siehe unten). „So haben wir neben zusätzlicher Reinigung und Desinfektion der Arbeitsplätze auch die Mitarbeiter räumlich entzerrt“, sagt Hoppenstedt. Pro Funktion gebe es zwei Teams, sodass der Betrieb langfristig aufrecht erhalten werden könne, selbst wenn ein Mitarbeiter sich mit dem Virus infiziere.

Spurlos geht die Corona-Pandemie aber natürlich auch an den Stadtwerken und ihren Kunden nicht vorüber. „Manche Baustellen und Projekte gehen nicht voran, da Material fehlt, Dienstleiter nicht vor Ort sind oder Entscheidungen in politischen Gremien nicht getroffen werden können“, sagt der Geschäftsführer. Zudem zählen auch Laden- oder Restaurantbesitzer, die aufgrund der Allgemeinverfügung der Regierung ihre Geschäfte und Lokale schließen mussten, zu den Kunden. „Für sie bedeutet das große Einschnitte, mit denen wir auch umgehen müssen.“

Im Vorfeld beschaffter Strom müsse außerdem an den Börsen zurückverkauft werden – derzeit zu niedrigen Preisen. Und nicht zuletzt ist auch das Brucker Schwimmbad, die Amper-Oase, coronabedingt bis auf Weiteres geschlossen. Hoppenstedt geht davon aus, dass die Schließung noch länger andauern wird. „Wir hoffen, dass alle unsere Kunden gut durch diese Zeit kommen“, sagt der Geschäftsführer.

Der Krisenstab der Stadtwerke

In einem Pandemieplan hat der Krisenstab der Stadtwerke Fürstenfeldbruck sämtliche Vorsorgemaßnahmen sowie mögliche Reaktionen für jeden einzelnen Unternehmensbereich zusammengefasst. Dieser folgt laut Geschäftsführer Jan Hoppenstedt den Anweisungen und Empfehlungen der Politik. Zum Schutz der Mitarbeiter vor Infektionen sind die Stadtwerke für die Öffentlichkeit derzeit geschlossen. Das Kundencenter sowie alle Unternehmensbereiche sind aber telefonisch und per E-Mail erreichbar. „Dringende persönliche Besuche sind nur in Absprache und nach vorheriger Terminvereinbarung möglich“, sagt Hoppenstedt. Rund um die Uhr besetzt sind die Leitwarte und die Entstörungsstelle, für deren Mitarbeiter besonders strenge Vorsorgemaßnahmen gelten.

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