Die beiden Windräder bei Malching und Mammendorf erzeugen mehr Strom als erwartet. 
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Die beiden Windräder bei Malching und Mammendorf erzeugen mehr Strom als erwartet. 

Fürstenfeldbruck

Stadtwerke wollen drittes Windrad bauen - und sagen Nein zu einer Eishalle

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Auch bei den Stadtwerken Fürstenfeldbruck hat Corona das Jahr 2020 ziemlich durcheinander gewürfelt. Abgesehen davon schlug der Energieversorger bei zwei wichtigen Themen klare inhaltliche Pflöcke ein.

Fürstenfeldbruck – Beim Thema Strom aus Erneuerbaren Energien prüfen die Stadtwerke aktuell einen weiteren Windrad-Standort im Landkreis. Wo genau dieser sein wird, verriet Stadtwerke-Chef Jan Hoppenstedt aber nicht.

Braucht man die Windkraft?

„Wir brauchen die Windkraft“, betonte Andreas Wohlmann, Bereichsleiter Vertrieb. „Mit Photovoltaik allein ist es nicht zu schaffen.“ Zwei Windräder stehen bereits im Landkreis. Laut Stadtwerke-Geschäftsführer Hoppenstedt haben die beiden Anlagen im vergangenen Jahr gut gewirtschaftet. „In Mammendorf haben wir rund 15 Prozent Kilowattstunden mehr erzeugt als geplant. In Maisach sind es rund zehn Prozent“, berichtete er. Und das, obwohl 2020 ein windärmeres Jahr war als das Vorjahr.

Auch Oberbürgermeister Erich Raff sprach sich für Windenergie aus. „Die Flächen auf dem Boden gehen irgendwann aus.“ Die Leistungen der Windräder zeigten: „Es geht nicht ohne.“ Im Landschaftsbild würden die beiden Windräder bisher auch nicht stören. „Es schadet daher unserer Gegend nicht, wenn drei oder vier Windräder mehr stehen“, sagte Raff.

Wirkt sich der Solar-Ausbau aus?

Bei der Stromerzeugung im Jahr 2020 sticht die Energie aus Photovoltaik-Anlagen sofort ins Auge. Waren es 2019 noch 356 Megawattstunden (MWh), so wurden 2020 1230 MWh Solarstrom erzeugt. „Das liegt vor allem an der neuen PV-Anlage in Kottgeisering, die die Zahl stark hochtreibt“, sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Weil die Stromerzeugung aus Wasser aber rückläufig war, bewegen sich die Stadtwerke mit insgesamt 33 408 MWh erzeugtem Strom gegenüber den Vorjahren 2018 (33 442 MWh) und 2019 (33 408 MWh) auf demselben Level: „Hinsichtlich der Stromerzeugung war 2020 ein gutes Jahr, aber kein sehr gutes“, bewertet Hoppenstedt die Entwicklung.

Um das Energiewende-Ziel 2035 zu erreichen, müsse man vor allem im Sektor Strom noch jährlich ein bis zwei Prozent zulegen. Bisher werden laut Stadtwerke-Chef 47 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Vor allem im Bereich Wind- und Solarenergie habe ein starker Aufbau bereits stattgefunden. Bis zur 100-Prozent-Marke fehlt es allerdings noch.

Wie geht es mit der Eishalle weiter?

   Eine klare Absage erteilte Hoppenstedt der viel diskutierten Eishalle. „Wegen der Investitionen in die Amperoase ist ein Betrieb der Eishalle aus Stadtwerke-Sicht nicht möglich.“

Oberbürgermeister Erich Raff verwies beim Thema Eishalle auf eine Alternative. „Es wird gerade geprüft, ob nicht doch ein Dach über der Eisfläche möglich ist.“ Als Lärmschutzwand könnte man einen zweigeschossigen Umkleidetrakt zur Schöngeisinger Straße hin bauen, zog Hoppenstedt in Erwägung. Denn die Umkleiden an der Eisfläche fallen durch den Abriss des Hallenbads weg. „Aber das sind alles nur Überlegungen. Wir wissen bis heute nicht, ob ein Leichtbaudach überhaupt realisierbar ist“, betonte Hoppenstedt.

Die Eisfläche würde während des Abrisses des alten und der Bauzeit des neuen Hallenbads weiter betrieben werden, versicherte Hoppenstedt. „Die Planungen um den Neubau des Hallenbads in der Amperoase schreiten voran“, gab er bekannt. Man rechne damit, dass Ende des Jahres alle Themen, wie Baurecht, Bestandsschutz und Machbarkeit, geklärt seien und ein Architekt ausgewählt wurde.

Wie war das Geschäftsjahr?

    Das vergangene Jahr hat auch Spuren im Jahresbericht der Stadtwerke Fürstenfeldbruck hinterlassen. „2020 war kein normales Jahr“, sagte Hoppenstedt beim Pressegespräch am Montag. Die Umsätze seien zurückgegangen – die zeitweise geschlossene Amperoase spiele mit einer Million Umsatzrückgang deutlich mit rein. Trotzdem konnte der Stadtwerke-Chef auch erfreuliche Zahlen präsentieren.

Der Jahresüberschuss aus dem coronagebeutelten Jahr 2020 befinde sich auf Rekordniveau. „Es ist das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte“, sagte Hoppenstedt. 2013 erreichte man einst rund 2,5 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr beläuft sich der Überschuss auf 2,38 Millionen Euro. Vertriebsleiter Wohlmann betonte jedoch, dass diese Kennzahl immer Sondereffekten geschuldet ist und das Ergebnis sich immer nach oben oder unten bewege.

Wie viel Strom wurde abgegeben?

Deutlich zurückgegangen sind im Bericht die Technischen Kennzahlen der Stadtwerke, wie beispielsweise bei der Strom-Absatzmenge. Laut Bericht wurden im Geschäftsjahr 2019 252 980 Megawattstunden (MWh) abgesetzt – im vergangenen Jahr waren es rund 7000 MWh weniger (245 790). „Das lässt sich natürlich auf die Corona-Krise zurückführen“, kommentierte Hoppenstedt die Entwicklung. Schulen und kleine Betriebe, wie beispielsweise Friseure, hatten geschlossen, so der Stadtwerke-Chef. Vertriebsleiter Wohlmann ergänzte: „Im April 2020 hatten wir im Stromnetz einen Rückgang von 20 Prozent.“ Das habe sich über das Jahr jedoch wieder relativiert.

Auch die Absatzmenge im Trinkwassernetz ist leicht zurückgegangen. Waren es 2019 noch 2 440 000 Kubikmeter, verzeichneten die Stadtwerke im vergangenen Jahr 2 418 000. „Das ist unter anderem Betrieben wie Coca Cola geschuldet“, sagte Hoppenstedt.

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