+
Bayerische Tradition wird auch in der Partnerstadt Wichita Falls in Texas hochgehalten: Im Jahr 2013 wurde dort der erste Maibaum eingeweiht.

Freundschaft seit über 50 Jahren

Die Städtepartnerschaften Fürstenfeldbrucks

  • schließen

Seit 1951 werden Städtepartnerschaften zwischen Deutschland und den Alliierten gepflegt. Auch Fürstenfeldbruck zählt seitdem einige langjährige Freundschaften.

Fürstenfeldbruck - Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1951 der Rat der Gemeinden Europas von 50 Bürgermeistern deutscher und französischer Städte gegründet. Das Ziel war, die Aussöhnung zwischen den europäischen Völkern und die kommunale Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag. Nach Jahrhunderten geprägt von Erbfeindschaft und mehreren Kriegen näherten sich die beiden europäischen Nachbarländer erstmals einander an.

Der Vertrag verpflichtete unter anderem beide Regierungen zu gemeinsamen Beratungen in allen wichtigen Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik sowie in der Jugend- und Kulturpolitik. Es war eine Politik der Versöhnung, nur 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit diesem Freundschaftsvertrag wurde der Grundstein für deutsch-französische-Städtepartnerschaften gelegt, heute gibt es sogar mehr als 2.200 Partnerschaften.

Livry-Gargan (Frankreich): Städtepartnerschaft seit über 50 Jahren

Seit bereits über einem halben Jahrhundert pflegt Fürstenfeldbruck eine Städtepartnerschaft mit Livry-Gargan, genauer gesagt seit dem 28. Juni 1967. Bereits im Jahre 1964 gab es erste Annäherungen zwischen Fürstenfeldbruck und der Gemeinde in der Nähe von Paris. Horst Stegemann, Gründer und langjähriger Leiter des BACH-Chores und des Bach-Orchesters - damals noch bekannt als Evangelischer Jugendchor -, besuchte damals Livry-Gargan, um zwei Konzerte zu geben. Bereits im folgenden Jahr wurde der Chor erneut nach Livry-Gargan eingeladen.

Der damalige Bürgermeister der französischen Gemeinde, Alfred Marcel Vincent, war von den Konzerten begeistert und bekundete sein Interesse an einer Städtepartnerschaft mit Fürstenfeldbruck. Der damalige 1. Bürgermeister von Fürstenfeldbruck, Willy Buchauer, und der damalige Kulturreferent, Stadtrat Dr. Lorenz Lampl, waren von der Idee angetan. Es folgten regelmäßige Besuche und reger Kontaktaustausch zum gegenseitigen Kennenlernen. Hinzu kam der bereits gepflegte Kontakt zwischen dem Sportclub Fürstenfeldbruck und einem Sportclub in Livry-Gargan. Im Jahre 1967 wurden diese kulturellen und freundschaftlichen Beziehungen der beiden Städte im Rahmen eines Festaktes in der Jahnhalle Fürstenfeldbruck mit der offiziellen Partnerschaft besiegelt. Diese Freundschaft wird bis heute durch regelmäßige Besuche der Partnerstädte gepflegt. Im Jahr 2013 lud Fürstenfeldbruck seine Partnerstädte zum 50. Jubiläum des Elysee-Vertrages ein.

Livry-Gargan: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Das Schloss in Livry-Gargan

Die Gemeinde rund 12 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Paris im Landkreis Le Raincy im Department Seine Saint Denis zählt heute ca. 44.000 Einwohner (Stand 2015). Bereits im 11. Jahrhundert wurde der Ort erstmals in Texten erwähnt. Es handelt sich um eine Gemeinde mit zahlreichen Grünanlagen Gärten und Sportanlagen. Ebenfalls befinden sich dort zwei Einkaufszentren, eine Bibliothek, eine Musik- und Tanzschule, ein Jugend- und Kulturzentrum sowie ein modernes Hallenbad mit olympischen Maßen. Mit mehreren Elementarschulen, zwei Gesamtschulen, zwei Gymnasien und zwei Behindertenschulen ist ein breites Bildungsangebot gewährleistet. Eine bedeutende Sehenswürdigkeit ist das Schloss Château de la Forêt, in dem unter anderem der Saal des Stadtrates untergebracht ist. Mit der Bahn, S-Bahn und Buslinien bestehen gute Verbindungen nach Paris.

Fürstenfeldbruck und Cerveteri (Italien): Partnerstädte seit 1973

Die ersten Kontakte zwischen Fürstenfeldbruck und Cerveteri wurden 1970 über die Partnerschaft Livry-Gargan geknüpft. Die französische Gemeinde war zum damaligen Zeitpunkt bereits eine Partnerstadt von Cerveteri. Anlässlich eines Fußballturniers in Cerveteri waren jedoch nicht nur die französischen Geschwister, sondern auch eine Mannschaft aus Fürstenfeldbruck eingeladen. Der damalige Fußballpräsident des Sportclubs Fürtenfeldbruck, Hans Korn, begleitete damals die Mannschaft nach Mittelitalien.

In den beiden nachfolgenden Jahren fanden erneut Fußballturniere in Cerveteri statt, zu denen Fürstenfeldbruck jeweils eingeladen war. Diese ursprüngliche sportliche Freundschaft wurde anschließend 1973 durch den damaligen 1. Bürgermeister von Fürstenfeldbruck, Willy Buchauer, und den 1. Bürgermeister von Cerveteri, Dr. Angelo Marini, vertraglich besiegelt. Durch diese Verschwisterung entstand eine enge kommunale Partnerschaft. Durch jährliche Besuche konnten die beiden Städte enger zusammenwachsen. Es etablierten sich Freundschaften unter den Vereinen und den Bürgern der beiden Partnerstädte.

Cerveteri: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Die Festung in Cerveteri

Die mittelitalienische Stadt Cerveteri befindet sich rund 40 Kilometer nordwestlich von Rom und zählt knapp 38.000 Einwohner (Stand 2016). Sie zählt zur Provinz Rom und ist die berühmteste etruskische Ausgrabungsstätte in der Provinz. Mit seinem mittelalterlichen Stadtkern, in dem sich ein Schloss, eine romanische Kirche mit Glockenturm und eine Festung mit Wehrtürmen aus dem 13. Jahrhundert befinden, bietet Cerveteri einen reizvollen Charakter. Die Prunkstücke der Stadt sind jedoch die Ruinen der antiken etruskischen Stadt Caere, von der noch einige Überreste aus dem vierten Jahrhundert zu sehen sind. Dazu zählen unter anderem die Ruinen einiger Tempel, eines Theaters, mehrerer Aquädukte und Thermen sowie der großen Nekropole. Mit seinen historischen Stätten zählt Cerveteri seit 2004 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mit Zug und Linienbussen gibt es eine gute Verkehrsanbindung nach Rom.

Wichita Falls (USA): Partnerstadt seit 1985

Die Städtepartnerschaft mit Wichita Falls in Texas hat eine besondere Bedeutung. Seit Mitte der 1960er Jahre hatten der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck und die Sheppard Air Force Base bei der Ausbildung ihrer Piloten zusammengearbeitet. Dadurch waren viele Kontakte und Freundschaften zwischen den Bürgern Wichita Falls und den Piloten des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck entstanden.

Der damalige Bundesminister der Verteidigung, Dr. Manfred Wörner, regte daraufhin im Jahr 1983 eine Städtepartnerschaft mit Wichita Falls in Texas an. Die Partnerschaft wurde offiziell im Dezember 1985 vom damaligen Fürstenfeldbrucker 1. Bürgermeister Max Steer und der Stadt Wichita Falls besiegelt. Bis heute blieb diese Freundschaft erhalten.

Wichita Falls: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Die Skyline von Wichita Falls

Die Großstadt zählt rund 105.000 Einwohner und befindet sich im Norden Texas, nahe der Grenze zu Oklahoma. Die Sheppard Air Force Base zählt zusätzlich als Ausbildungszentrum für alle Jetpiloten der Nato-Staaten. Des Weiteren zählt die Stadt zahlreiche Betriebe in den Sparten Maschinenbau, Hochtechnologie, Öl und Industrie. Ebenso gibt es einige Viehzuchtbetriebe. Wichita Falls beherbergt mehrere Schulen und zahlreiche Sportanlagen sowie die Midwestern State University. Im kulturellen Bereich gibt es die „Wichita Falls Symphony“, mehrere Theater, darunter das „Wichita Theatre“, und das „Wichita Falls Museum of Art“ mit vielen Kunstausstellungen, Hörsälen, Museen und einem Planetarium. Rex Tillerson, ehemaliger Außenminister im Kabinett Trump, ist ebenfalls in Wichita Falls geboren.

Zadar (Kroatien): Die Partnerstadt an der Adria seit 1989

Die Städtepartnerschaft wischen Fürstenfeldbruck und der kroatischen Hafenstadt Zadar besteht seit dem 2. Oktober 1989. Der damalige Stadtrat Franz Welte knüpfte während seines Urlaubs in Zadar im Jahr 1985 erste persönliche Kontakte. In den darauffolgenden Jahren fanden vermehrt offizielle und sportliche Begegnungen in Zadar und auch in Fürstenfeldbruck statt.

Unter 1. Bürgermeister Max Steer besiegelte die Stadt Fürstenfeldbruck mit dem Präsident der Gemeindeversammlung von Zadar, Josip Vlahovic, im Oktober 1989 die offizielle Partnerschaft. Wegen der politischen Umbrüche in den 1990er Jahren und und dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien gestaltete sich das Verhältnis zwischen den Partnerstädten jedoch zunächst schwierig.

Durch zahlreiche Hilfstransporte ab 1991 vertiefte sich jedoch die Freundschaft zwischen beiden Städten. Nicht zuletzt wegen großzügiger Spenden der Bürger aus Fürstenfeldbruck und dem großen Engagement einzelner Personen und Firmen. Neben kommunaler Beziehungen entwickelte sich jedoch auch eine Verbundenheit von Jugendlichen und Studenten der beiden Städte, die sich in zahlreichen Besuchen beim jeweiligen Partner zum Ausdruck gebracht wurde.

Zadar: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Die Stadt Zadar an der Adria

Zadar liegt auf einer Halbinsel und ist die größte Stadt Norddalmatiens an der Adriaküste. Rund 300 kleine und größere Inseln reihen sich in einer Kettenstruktur aneinander und gehören zum Gemeindegebiet Zadar. Daher gilt die Stadt auch als große Touristenattraktion. Mit seinen rund 75.000 Einwohnern (Stand 2011) gilt Zadar als wirtschaftliches, kulturelles, politisches und administratives Zentrum der Region. Die Stadt war bis zum Jahr 1873 eine Festung. Die im venezianischen Baustil gehaltene Altstadt beherbergt zahlreiche Museen und Denkmäler, darunter den Herrenplatz (Piazza dei Signori), den Brunnenplatz mit antiken korinthischen Säulen, das Renaissancegebäude der Stadtwache (Gradska Straza) aus dem Jahr 1562 sowie zahlreiche bedeutende Kirchen.

Des Weiteren befinden sich in Zadar der ehemalige Palast der Prioren, das römische Forum, der erzbischöfliche Palast, das Archäologische Museum, die neue Markthalle und zahlreiche Werke moderner Architektur, beispielsweise die erste Meeresorgel der Welt vom Architekten Nikola Bašić. Der kroatische Fußballspieler Luka Modrić ist in Zadar geboren.

Almuñécar (Spanien): Spanische Partnerstadt seit 2005

Die Städtepartnerschaft mit Almuñécar besteht seit dem 25. Juni 2005. Wiederum entstanden die Kontakte über andere Partnerstädte, diesmal Livry-Gargan und Cerveteri. Beide Städte hatten mit Almuñécar bereits eine langjährige Freundschaft. Während des Europafestes in der spanischen Stadt im Jahre 2004 äußerten Vertreter von Almuñécar erneut den Wunsch nach einer Verschwisterung mit Fürstenfeldbruck.

Auf Anraten der beiden Partnerstädte Livry-Gargan und Cerveteri entschieden sich die Vertreter Fürstenfeldbrucks zu einer Verschwisterung mit Almuñécar. Die offizielle Verkündung fand am 25. Juni 2005 in Fürstenfeldbruck statt. Jährlich organisieren die beiden Städte Treffen, um die freundschaftliche Verbindung aufzufrischen.

Almuñécar: Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Das Castillo de San Miguel in Almuñécar

Die Stadt Almuñécar liegt in der Provinz Granada und befindet sich rund 70 Kilomester südlich der Hauptstadt. Mit ihren 27.000 Einwohnern (Stand 2017) liegt sie am Fuße der Sierra Nevada an der Costa Tropical. Mit mehr als 19 Kilometern Küstenlinie ist Almuñécar ein beliebtes Urlaubsziel. Die ersten Ansiedlungen sind aus der Bronzezeit (rund 1500 v.Chr.) belegt. Im neunten Jahrhundert v. Chr. wurde Almuñécar von den Phönikern gegründet. Nach der Völkerwanderung war die Stadt rund 800 Jahre lang von den Arabern beherrscht. Durch einen regen Handel mit Zuckerrohe, Seide, Früchten und Fisch florierte die Hafenstadt in der damaligen Zeit. Mit der Kapitulation Granadas im Jahre 1489 fiel die Stadt unter christliche Herrschaft.

In der Stadt befinden unter anderem das „Castillo de San Miguel“, das Aquädukt „Torrecuevas“, die Therme „Carrera“, die Grotte „Siete Palacios“ und der ornithologische Park “Loro Sexi“ mit über 200 Vogelarten. In der letzten Zeit hat sich Almuñécar zu einem Touristenzentrum etabliert.

Die Städtepartnerschaften Fürstenfeldbrucks in der Übersicht:

Livry-Gargan:

Partnerstadt seit 1967

Einwohnerzahl: 44.000

Cerveteri:

Partnerstadt seit 1973

Einwohnerzahl: 38.000

Wichita Falls:

Partnerstadt seit 1985

Einwohnerzahl: 105.000

Zadar:

Partnerstadt seit 1989

Einwohnerzahl: 75.000

Almuñécar:

Partnerstadt seit 2005

Einwohnerzahl: 27.000

tf

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Buckel muss wegen Bussen weg
Die große Straßen-Schwelle vor der Grundschule an der Grafrather Hauptstraße kommt weg. Das Bauwerk bremst seit Jahren die Autofahrer vor der Schule aus. Für die neuen …
Buckel muss wegen Bussen weg
Camping am Enterbruck?
Einen Parkplatz für Campingfahrzeuge und Wohnmobile will ein Bauwerber am Enterbruck errichten. 
Camping am Enterbruck?
Über seinen Lateinaufgaben haben Bayerns Abiturienten geschwitzt
 Er war Lateiner mit Leib und Seele. Viele Absolventen der beiden Brucker Gymnasien haben Heinrich Droth als leidenschaftlichen Lehrer der klassischen Fremdsprache …
Über seinen Lateinaufgaben haben Bayerns Abiturienten geschwitzt
Zwei Sirenen für die Feuerwehr
Die Feuerwehr-Sirene bekommt einen neuen Standort. Derzeit befindet sie sich auf einem Privatgebäude. 
Zwei Sirenen für die Feuerwehr

Kommentare